ÖVP im EU-Parlament fordert Überprüfung
 der jährlichen Zeitumstellungen

 

erstellt am
25. 03. 15
11.00 MEZ

Expertenanhörung im EU-Parlament zeigt Handlungsbedarf: Schlafmangel, gestörter Biorhythmus, Herzinfarkte, Zusatzkosten, sinkende Milchproduktion
Brüssel/Wien (övp-pd) - Die ÖVP-Abgeordneten im Europäischen Parlament fordern eine Überprüfung der zweimal jährlichen Zeitumstellungen. "Es ist mehr als fraglich, ob die Zeitumstellungen überhaupt etwas bringen. Gleichzeitig sind negative Nebenwirkungen unübersehbar. Die dieses Jahr auslaufende Regelung darf nicht einfach ungefragt verlängert werden, sondern muss auf ihre Sinnhaftigkeit wissenschaftlich überprüft werden", so der ÖVP-Europaabgeordnete Heinz K. Becker am 25.03. in Brüssel, der gemeinsam mit den Europaabgeordneten Elisabeth Köstinger und Claudia Schmidt die Initiative ergriff.

Am kommenden Wochenende, in der Nacht von Samstag auf Sonntag, werden in ganz Europa die Uhren von zwei auf drei Uhr vorgestellt. "Ursprünglich wollte man damit Energie sparen. Mittlerweile sagen Experten, dass durch längere Abend- und Nachtaktivitäten der Energieverbrauch sogar steigt. Speziell ältere Menschen und kleine Kinder brauchen oft Wochen für die Umstellung und leiden gesundheitlich", betonte Becker.

Bei einer parlamentarischen Anhörung zu den Vor- und Nachteilen am gestrigen Nachmittag in Brüssel schilderten Fachleute die gesundheitlichen Risiken, die Probleme durch gestörten Biorhythmus und Schlafmangel, die höhere Zahl von Herzinfarkten rund um die Umstellung, das erhöhte Unfallrisiko im Straßenverkehr sowie den bürokratischer Aufwand und die Kosten im Bahnverkehr und bei Speditionen.

"Auch Tiere müssen sich an den neuen Rhythmus gewöhnen. Der deutsche Bauernverband beklagt kurzfristige Ertragsverluste von bis zu 10 Prozent in der Milchproduktion durch die Zeitumstellungen", so Elisabeth Köstinger, Landwirtschaftssprecherin der ÖVP im EU-Parlament.

Die ÖVP-Europaabgeordnete Claudia Schmidt sieht die EU-Kommission am Zug, weil frühere nationale Regelungen durch eine EU-Richtlinie vereinheitlicht wurden: "Mitgliedstaaten und EU-Kommission müssen aufhören, sich aufeinander auszureden. Alle reden von der Entrümpelung des Vorschriftendschungels. Hier muss überprüft werden", betonte Schmidt. Sie hat die EU-Kommission in einer parlamentarischen Anfrage zu einer Stellungnahme aufgefordert.

Becker will, dass die Debatte über die Umstellung und über die Frage, welche Zeit das ganze Jahr über gelten solle, getrennt geführt werden: "Dass wir uns einigen, ob es die Umstellerei überhaupt braucht, ist wichtiger als die Frage, ob Sommer- oder Winterzeit die bessere Zeit ist", so der Europaabgeordnete.

 

 

 

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