Inflation im März 2015 bei 1,0%

 

erstellt am
17. 04. 15
11.00 MEZ

Wien (statistik austria) - Die Inflationsrate für März 2015 betrug nach Berechnungen von Statistik Austria +1,0%. Als hauptverantwortlich für den leichten Anstieg gegenüber der Februar-Inflationsrate (+0,8%) erwiesen sich die Treibstoffpreise, die im Jahresabstand weniger stark fielen als noch im Vormonat. Bedeutendster Preistreiber war im März die Ausgabengruppe "Wohnung, Wasser, Energie". Der Indexstand des Verbraucherpreisindex 2010 (VPI 2010) für den Monat März lag bei 110,7. Gegenüber dem Vormonat (Februar 2015) stieg das durchschnittliche Preisniveau um 1,2%.

Billigere Treibstoffe dämpften März-Inflation um 0,4 Prozentpunkte (Februar -0,6 Prozentpunkte)
Im Jahresabstand übte die Ausgabengruppe "Wohnung, Wasser, Energie" (durchschnittlich + 1,6%) den stärksten Einfluss (+0,29 Prozentpunkte) auf die Inflation aus. Hauptverantwortlich dafür waren höhere Wohnungsmieten (insgesamt +5,0%). Die Instandhaltung von Wohnungen kostete durchschnittlich um 1,6% mehr. Der im März mit -16,7% etwas abgeschwächte Preisverfall bei Heizöl (Februar -20,6%) schlug weiter auf die Preisentwicklung der gesamten Haushaltsenergie durch (durchschnittlich -2,0%; Gas +0,4%, feste Brennstoffe +1,1%, Strom +0,7%, Fernwärme +4,0%).

Für die durchschnittlichen Preisanstiege von 2,4% in der Ausgabengruppe "Freizeit und Kultur" (Einfluss: +0,27 Prozentpunkte) waren vor allem Verteuerungen bei Freizeit- und Kulturdienstleistungen (+2,9%) sowie bei Pauschalreisen (+5,9%) verantwortlich.

In der Ausgabengruppe "Restaurants und Hotels" (durchschnittlich +2,4%; Einfluss: +0,20 Prozentpunkte) erwiesen sich teurere Bewirtungsdienstleistungen (+2,9%) als ausschlaggebend. Beherbergungsdienstleistungen verbilligten sich um 0,9%.

Die Preise in der Ausgabengruppe "Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke" (Einfluss: +0,15 Prozentpunkte) stiegen durchschnittlich um 1,3%. Die Jahresveränderungsrate für Nahrungsmittel (durchschnittlich +1,1%) war im März höher als im Februar (+0,4%); hauptverantwortlich dafür war die Preisentwicklung bei Fleisch (März +1,5%, Februar -0,3%). Im Vergleich zum Vorjahr stiegen die Preise für Brot und Getreideerzeugnisse um 1,7%, für Gemüse um 2,5% sowie für Obst um 2,0%. Milch, Käse und Eier verbilligten sich jedoch insgesamt um 0,5%. Alkoholfreie Getränke kosteten durchschnittlich um 2,8% mehr (Bohnenkaffe +8,1%).

In der Ausgabengruppe "Verkehr" (durchschnittlich -3,0%; Einfluss: -0,41 Prozentpunkte) stellten sich die Treibstoffe weiter als Hauptpreisdämpfer (-11,0%; Einfluss: -0,43 Prozentpunkte) heraus, jedoch nicht mehr in der Dynamik wie im Februar (-14,8%, Einfluss -0,60 Prozentpunkte). Die vor einem Jahr um 12,9% verteuerte motorbezogene Versicherungssteuer (Einfluss +0,11 Prozentpunkte) zeigte im März nur noch eine Jahresveränderungsrate von 0,0% und wirkte daher nicht mehr preistreibend. Reparaturen privater Verkehrsmittel verteuerten sich um 3,5%.

Mit einem Einfluss von -0,13 Prozentpunkten war Heizöl (-16,7%) hinter den Treibstoffen der zweitwichtigste Preisdämpfer. Der Strom-Arbeitspreis/Tag verbilligte sich um 4,8% (Einfluss: -0,08 Prozentpunkte).

Inflation gegenüber Februar: +1,2%
Die Ausgabengruppe "Bekleidung und Schuhe" (durchschnittlich +15,0%; Einfluss: +0,76 Prozentpunkte) erwies sich als Hauptpreistreiber im Monatsabstand. Hauptverantwortlich dafür war der Wechsel auf die aktuellen Frühjahrs- und Sommerkollektionen, die fast alle Winterschlussverkaufswaren ersetzten. Bekleidungsartikel verteuerten sich deswegen gegenüber Februar 2015 insgesamt um 19,0%, Schuhe um 8,1%.

Hauptpreisdämpfer im Monatsabstand war die Ausgabengruppe "Restaurants und Hotels" (durchschnittlich -0,2%; Einfluss: -0,02 Prozentpunkte). Als ausschlaggebend erwiesen sich saisonbedingte Verbilligungen bei Beherbergungsdienstleistungen (-3,9%).

Teuerung laut harmonisiertem Verbraucherpreisindex im März 2015: +0,9%
Der Indexstand des auf europäischer Ebene harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI 2005) lag im März bei 121,68 (Februar 119,99 revidiert). Die harmonisierte Inflationsrate betrug +0,9% (Februar +0,5%). Der Unterschied zum VPI von -0,1 Prozentpunkten resultiert aus Gewichtungsunterschieden zwischen VPI und HVPI (siehe methodische Informationen). Die Verbilligungen bei Treibstoffen (höhere Gewichtsanteile im HVPI als im VPI) verminderten den HVPI deutlich gegenüber dem VPI. Höhere Kosten für die Instandhaltung von Wohnungen sowie für Versicherungsdienstleistungen (geringere Gewichtungsanteile im HVPI als im VPI) dämpften ebenfalls den HVPI gegenüber dem VPI. Die im März 2014 erfolgte Erhöhung der motorbezogene Versicherungssteuer (keine Gewichtungsanteile im HVPI) hatte nur auf den VPI preistreibend gewirkt. Dadurch war es zu einer Dämpfung des HVPI gegenüber dem VPI gekommen, die im März 2015 wegfiel. Teuerungen in der Ausgabengruppe "Restaurants und Hotels" (höhere Gewichtsanteile im HVPI als im VPI) erhöhten merklich den HVPI gegenüber dem VPI.

Teuerung für Pensionistenhaushalte im März 2015 bei +1,3%
Die durchschnittliche Teuerungsrate des Preisindex für Pensionistenhaushalte (PIPH 2010) betrug im März +1,3% (Februar +1,0%). Der Indexstand des PIPH lag bei 111,5. Für die Differenz zum VPI von +0,3 Prozentpunkten trugen überwiegend Preisanstiege in der Ausgabengruppe "Gesundheitspflege" (höhere Gewichtsanteile im PIPH) bei. Preisanstiege bei Versicherungsdienstleistungen, beim Sozialschutz sowie bei der Instandhaltung von Wohnungen (jeweils höhere Gewichtsanteile im PIPH) erhöhten zusätzlich den PIPH gegenüber dem VPI. Außerdem dämpften die Preisreduktionen bei Treibstoffen (geringere Gewichtsanteile im PIPH) den PIPH deutlich weniger als den VPI. Im Gegensatz dazu verminderten die Verbilligungen bei Heizöl (höhere Gewichtsanteile im PIPH) den PIPH merklich gegenüber dem VPI.

Inflation für täglichen Einkauf höher als jene des VPI, wöchentlicher Einkauf weiter deflationär
Das Preisniveau des Mikrowarenkorbes, der überwiegend Nahrungsmittel enthält und den täglichen Einkauf repräsentiert, stieg im Jahresabstand um 1,1% (Februar: +0,6%). Das Preisniveau des Miniwarenkorbes, der einen wöchentlichen Einkauf abbildet und neben Nahrungsmitteln und Dienstleistungen auch Treibstoffe enthält, verringerte sich im Jahresabstand um 1,1% (Februar: -1,8%).

 

 

 

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