Oberösterreich: Investitionsbremsen lösen

 

erstellt am
02. 06. 15
11.00 MEZ

Business Upper Austria startet Beratungs- und Informationsoffensive
Linz (lk) - Erklärtes Ziel der oberösterreichischen Wirtschaftspolitik ist es, das Bundesland unter die führenden Wirtschaftsstandorte Europas zu bringen. Die Voraussetzungen dafür sind durch einen starken produzierenden Sektor, hohe Beschäftigung und Innovationskraft gegeben. "Bis 2020 wollen wir mit dem Strategischen Programm "Innovatives OÖ 2020" Oberösterreich entlang der Innovation-Chain Bildung-Forschung-Wirtschaft zu einem der führenden Produktionsstandorte machen", kündigt Wirtschafts-Landesrat Dr. Michael Strugl an. Die Oö. Wachstumsstrategie, die von Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer in Auftrag gegeben wurde, bringt zusätzliche Impulse für den Wirtschaftsstandort und den Arbeitsmarkt. Ein Teil davon ist eine groß angelegte Offensive der oö. Wirtschaftsagentur Business Upper Austria mit Schwerpunkt auf Investitionen, Service für schnell wachsende Unternehmen, Gründer, einer regionalen Fachkräfteinitiative und der Initiative "1+1", die Ein-Personen-Unternehmen dazu animieren soll, einen ersten Mitarbeiter einzustellen. "Insgesamt sollen durch diese Maßnahmen heuer und nächstes Jahr 50 Millionen Euro Investitionen ausgelöst und rund 2.200 neue Arbeitsplätze geschaffen werden", erwartet Strugl. Insgesamt sollen durch die "Oö. Wachstumsstrategie" bis 2016 mehr als 6.300 Arbeitsplätze geschaffen werden.

"Task Force Investition": Investitionschancen aufspüren und bei Umsetzung unterstützen
Die Erfolge in der Betriebsansiedlung in Oberösterreich in den vergangen Jahren können sich sehen lassen: Seit 2010 hat die oö. Wirtschaftsagentur Business Upper Austria Investitionsprojekte mit einem Volumen von mehr als 1,5 Milliarden Euro erfolgreich begleitet und unterstützt - bei der Standortsuche, bei Behördenkontakten, bei Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten sowie beim Zugang zu Fachkräften und deren Qualifizierung.

Mit diesem Dienstleistungsangebot geht die oö. Wirtschaftsagentur im Zuge einer "Task Force Investition" nun noch offensiver auf die Unternehmen zu. Denn: Viele Unternehmen haben Investitionsprojekte geplant, die aber aus verschiedenen Gründen nicht umgesetzt werden können, etwa weil es keine passenden, verfügbaren Flächen oder Mitarbeiter/innen gibt. Für diese Unternehmen wird eine "Task Force Investitionen" eingesetzt: Die Experten von Business Upper Austria sind bereits jetzt bis Ende Juli in allen Bezirken unterwegs, um mit den Akteuren vor Ort - WK-Bezirksstellen, Technologiezentren, INKOBA, Arbeitsmarktservice, Regionalmanagement - jene Unternehmen zu identifizieren, die bei ihren Investitionsprojekten gebremst werden. Diese werden dann individuell unterstützt, zB durch rasche Abwicklung von Verfahren, Einschaltung eines Mediators oder die Klärung von Fördermöglichkeiten.

"Damit wollen wir einerseits erreichen, dass investitionsbereite Unternehmen ihre Vorhaben umsetzen können und so für zusätzliches Wachstum und zusätzliche Beschäftigung sorgen. Gleichzeitig reduzieren wir die Gefahr, dass sich diese Unternehmen in anderen Regionen umsehen, wenn sie in Oberösterreich nicht weiterkommen", erklärt Wirtschafts-Landesrat Strugl. Er geht von bis zu 200 Unternehmen in ganz Oberösterreich aus, die mit dieser Offensive erreicht werden können.

Servicepaket für schnell wachsende "Gazellen"-Unternehmen
Erfolgreiches Geschäftsmodell, zweistellige Wachstumsraten bei Umsatz und Beschäftigung, glänzende Zukunftsaussichten - für schnell wachsende Unternehmen ("Gazellen") scheint die Welt in Ordnung. Doch auch diese Unternehmen stehen vor speziellen Herausforderungen und werden daher von Business Upper Austria gezielt mit einem maßgeschneiderten, individualisierten Service unterstützt. Themen sind hier beispielsweise der gezielte Zugang zu Branchennetzwerken über die Cluster, Innovations- und Forschungsförderungsberatung, aber auch der Zugang zu Kapital und Finanzierungen. Wirtschafts-Landesrat Strugl: "Mit der gezielten Unterstützung dieser Gazellen-Unternehmen stärken wir die Stärken des Standortes Oberösterreich: Innovation, Vernetzung, Internationalisierung." Neu im Beratungsansatz ist das langfristige, regelmäßige Service für diese Unternehmen.

Midtech-Inkubator erschließt neue Gründungs-Potenziale
Mit dem Hightech-Inkubator tech2b, eine Tochterfirma von Business Upper Austria, gibt es in Oberösterreich bereits ein erfolgreiches Netzwerk für forschungsbasierte, technologieorientierte Geschäftsideen und Unternehmensgründungen. Akademiker aus dem Hightech-Bereich werden in der Startphase der Unternehmensgründung mit einem umfassenden Package von Beratung, Coaching und Mentoring über Finanzierung, Infrastruktur und Netzwerk-Zugang unterstützt. Bis dato wurden bereits 70 Unternehmensgründungen erfolgreich begleitet - unter anderem so erfolgreiche Start-ups wie Runtastic.

"Die Idee des Inkubators, nämlich die umfassende Begleitung von Gründungen, wollen wir auch auf das Midtech-Segment übertragen. Die heimische Wirtschaft ist in diesen Branchen wie etwa Mechatronik, Elektrotechnik, Fahrzeugbau, Metall, Kunststoff enorm stark. Daher werden auch die Unternehmensgründungen in diesen Feldern, besonders im produzierenden Bereich, gezielt unterstützt", sagt Wirtschafts-Landesrat Strugl zur Idee des "Midtech-Inkubators".

Geplant sind beispielsweise ein begleitendes Coaching und Beratungsschecks für die Gründerinnen und Gründer - stets in Zusammenarbeit mit den bestehenden Beratungs- und Finanzierungsangeboten.

Fachkräfteangebot und -nachfrage besser aufeinander abstimmen
Damit für das Wachstum der oö. Unternehmen künftig auch qualifizierte Fachkräfte zur Verfügung stehen, braucht es ein besseres Matching zwischen den von den Unternehmen nachgefragten Qualifikationen und den Qualifikationen der verfügbaren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Mit dem Fachkräfte-Monitor, der unter Federführung von Business Upper Austria entwickelt wurde und der bereits seit zwei Jahren erfolgreich im Einsatz ist, hat Oberösterreich ein vielseitiges Instrument für die Prognose des regionalen Fachkräftebedarfs.

Wie entwickelt sich der Fachkräftebedarf und -verfügbarkeit in den sechs Regionen Oberösterreichs je nach Qualifikation und Branche? Diese Frage lässt sich mit dem - für jedermann kostenlos online zugänglichen - Tool beantworten. Da die Entwicklung des Fachkräftebedarfs auch ein Entscheidungskriterium für die Berufswahl von Jugendlichen ist, wird der Fachkräftemonitor künftig verstärkt an der Schnittstelle Schule-Beruf bei den 12- bis 14-Jährigen eingesetzt: "Die Schulen und Betriebe einer Region werden intensiver vernetzt, es muss mehr Information fließen", erklärt Landesrat Strugl, der dabei auch auf die bewährten Initiativen und Partner wie die Arbeitskreise Schule/Wirtschaft, die WK OÖ, das AMS, die Schulen mit ihrem Berufsorientierungs-Angebot und die Betriebe zurückgreifen will.

Initiative 1+1 bringt neue Jobs
Rund 40.000 Unternehmen in Oberösterreich - und damit die Mehrheit- hat keine Mitarbeiter/innen. Aber Umfragen zeigen, dass rund ein Drittel dieser Ein-Personen-Unternehmen (EPU) mittelfristig Mitarbeiter/innen aufnehmen will.

"Den ersten Beschäftigten aufzunehmen ist für viele EPU ein Riesenschritt, der mit großem Risiko verbunden ist. Diese Hemmschwellen wollen wir durch intensive Beratung und Unterstützung reduzieren", sagt Wirtschafts-Landesrat Strugl. Für den ersten Beschäftigten eines Unternehmens gibt es beispielsweise Förderungen sowie spezielle Beratungs- und Unterstützungsangebote. Aber auch innovative Ansätze wie Mitarbeiter-Sharing (mehrere Unternehmen teilen sich einen Mitarbeiter) sollen forciert werden.

Hochkarätige Veranstaltung am 2. Juni: "Up-Date Standort OÖ - Strategien für den Wirtschaftsstandort OÖ 2020"
Neben den präsentierten Maßnahmen braucht Oberösterreich auch langfristige Strategien, um sich als erfolgreicher Wirtschaftsstandort im internationalen Wettbewerb behaupten zu können.

Damit beschäftigt sich die Veranstaltung "Up-Date Standort Oberösterreich - Strategien für den Wirtschaftsstandort OÖ 2020" von Business Upper Austria morgen, Dienstag, 2. Juni, in der voestalpine Stahlwelt in Linz. Als Keynote-Speaker konnte dafür Prof. Dr. Justus Haucap vom Institut für Wettbewerbsökonomie an der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf gewonnen werden. Er beschäftigt sich mit der Frage, was eine europäische Spitzenregion in 20 Jahren ausmacht und diskutiert am Podium mit Wirtschaftsminister Vizekanzler Dr. Reinhold Mitterlehner, Wirtschafts-Landesrat Dr. Michael Strugl, Prof. DDr. Friedrich Schneider von der Johannes-Kepler-Universität und AMAG-Vorstandsvorsitzendem DI Helmut Wieser. Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer wird ein Impulsstatement zum Thema "Strategien für den Arbeits-, Wissens- und Wirtschaftsstandort Oberösterreich" abgeben. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos. Infos & Anmeldung: www.biz-up.at

Darüber hinaus macht Business Upper Austria im Mai und Juni auch mit einer Promotion-Aktion auf Plakaten, mit Inseraten, in Kino/TV-Spots und im Web auf die Qualitäten des Standortes Oberösterreich und seiner Unternehmen aufmerksam. "Auch wenn es Aufholbedarf gibt: Der der Standort Oberösterreich darf zB bei Investitionsentscheidungen nicht unter Wert geschlagen werden. Wir haben viele höchst innovative Unternehmen, die mit dem Know-how ihrer Mitarbeiter/innen am Weltmarkt erfolgreich sind", betont Wirtschafts-Landesrat Strugl.

 

 

 

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