Buchmüller: Einzelhandel trotz schwieriger
 Lage mit positiver Umsatzentwicklung

 

erstellt am
29. 07. 15
11.00 MEZ

Halbjahresbilanz 2015: Umsatzplus liegt nominell 1,2, real bei 0,5 % -Verkaufsfläche in Österreich sinkt 2014 zum zweiten Mal in Folge – Stabile Beschäftigungssituation
Wien (pwk) - „Zum ersten Mal seit dem zweiten Halbjahr 2010 sind die Umsätze im österreichischen Einzelhandel gegenüber dem Vorjahr wieder real gewachsen", analysierte Peter Buchmüller, Obmann der Bundessparte Handel in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), am 28.07. vor Medienvertretern die Ergebnisse der aktuellen Erhebung der KMU Forschung Austria zur Konjunkturentwicklung im heimischen Einzelhandel im ersten Halbjahr 2015. „Dazu trägt die Abschwächung des Preisauftriebs bei. Die durchschnittlichen Verkaufspreiserhöhungen im Einzelhandel fallen auch im ersten Halbjahr 2015 mit 0,7 % geringer als die Inflationsrate von 0,9 % aus. Nominell konnte der Einzelhandel in Österreich in diesem Zeitraum ein Umsatzwachstum von 1,2 % gegenüber dem ersten Halbjahr 2014 erwirtschaften.

„Das ist trotz der nach wie vor verhaltenen Entwicklung der Gesamtwirtschaft eine der besten Umsatzentwicklungen der vergangenen Jahre“, zeigt sich Handelsobmann Buchmüller erfreut. Absolut liegt der Umsatz im stationären Einzelhandel in der ersten Jahreshälfte 2015 damit bei rund 27,2 Milliarden Euro netto.

Höchstes Umsatzplus im Spielwaren- und Lebensmitteleinzelhandel
Ernst Gittenberger von der KMU Forschung Austria erläuterte die Detailergebnisse mit Blick auf die einzelnen Handelsbranchen: „Der Einzelhandel mit Spielwaren verzeichnet mit 3,4 % das höchste nominelle Umsatzplus im ersten Halbjahr 2015. Dies ist auf das hohe Umsatzwachstum im ersten Quartal, insbesondere auf ein erfolgreiches Ostergeschäft, zurückzuführen. Auch der Sportartikeleinzelhandel zeigt eine ähnlich positive Entwicklung und hat im ersten Quartal den Grundstein für die mit +2 % positive Halbjahresbilanz gelegt.“

Geprägt ist die positive Umsatzentwicklung in der ersten Jahreshälfte 2015 jedochvor allem vom Umsatzwachstum im Lebensmitteleinzelhandel (+3,2 %), der sowohlim ersten als auch im zweiten Quartal überdurchschnittlich hohe Steigerungsraten verzeichnen konnte. Darüber hinaus kann auch der Einzelhandel mit kosmetischen Erzeugnissen eine überdurchschnittlich positive Umsatzentwicklung vorweisen: „Das zeigt, dass Güter des täglichen Bedarfs im ersten Halbjahr 2015 besonders stark nachgefragt waren“, so Handelsforscher Gittenberger.

Juni 2015 brachte das stärkste Umsatzplus
Nach einem erfolgreichen Start im Jänner mit einem sowohl nominellen als auch realen Wachstum lagen die Umsätze zwischen Februar und April entweder knapp unter bzw. knapp über dem jeweiligen Vorjahresniveau. Im Mai kam es aufgrund von zwei Verkaufstagen weniger im Vergleich zum Vorjahr zu deutlichen Umsatzrückgängen. Demgegenüber weist der Juni mit Abstand die beste Umsatzentwicklung im Einzelhandel auf. Dies ist nicht zuletzt darauf zurückzuführen, dass die Geschäfte um zwei Tage mehr geöffnet hatten als im Juni 2014.

Stabile Beschäftigungslage: Der Einzelhandel in Österreich beschäftigt rund 325.000 Mitarbeiter
„Erfreulich ist auch die relativ stabile Beschäftigungslage im heimischen Einzelhandel: Die Anzahl der unselbstständig Beschäftigten im Einzelhandel ist in der ersten Jahreshälfte 2015 mit rund 325.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nahezu stabil geblieben“, so Buchmüller.

Konsum in Österreich hinkt dem EU-Durchschnitt hinterher
Im europäischen Vergleich hat das Absatzvolumen im Einzelhandel zwischen Jänner und Mai 2015 sowohl in Österreich als auch im Durchschnitt der EU-28-Länder zugenommen, wobei das Plus mit 3 % in den EU-28 deutlich höher als in Österreich ausgefallen ist.
Strukturanalyse: Trendwende bestätigt - Verkaufsfläche sinkt 2014 zum zweiten Mal in Folge

Neben der Betrachtung der Umsatzentwicklung im ersten Halbjahr 2015 präsentierte die Bundessparte Handel auch die ebenfalls von der KMU Forschung Austria durchgeführte Strukturanalyse im stationären Einzelhandel in Österreich. Diese zeigt für den Analysezeitraum 1. Quartal 2014 bis 1. Quartal 2015 eine Bestätigung der 2013 eingeläuteten Trendwende: 2014 hat die Verkaufsfläche im heimischen Einzelhandel zum zweiten Mal in Folge abgenommen, und zwar um 2 % oder 240.000 Quadratmeter. Damit liegt die Verkaufsfläche mit insgesamt 14,1 Millionen Quadratmeter auf dem Niveau des Jahres 2006.

Verhaltener Ausblick für das Gesamtjahr: Weiterhin schwache Konjunkturentwicklung
Für das Gesamtjahr 2015 rechnet das WIFO weiterhin mit einer verhaltenen Entwicklung der österreichischen Wirtschaft und prognostiziert ein Wachstum des BIP um nominell +1,9% bzw. real +0,5%. Die Konsumausgaben der privaten Haushalte werden laut Wirtschaftsforschungsinstitut um nominell 1,7 bzw. real um 0,4 % zulegen. Ein stärkerer Anstieg der privaten Konsumausgaben - insbesondere bei dauerhaften Konsumgütern – wird erst für 2016 erwartet.

 

 

 

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