Südtirol und Bayern für Ausbildung und Arbeit

 

erstellt am
29. 09. 15
09:00 MEZ

Bei Arbeitsmarktgipfel intensivere Zusammenarbeit bei der Fachkräftegewinnung vereinbart und eine entsprechende Kooperationsvereinbarung geschlossen
München/Bozen (lpa) - Bayern und Südtirol verfügen beiderseits über einen stabilen Arbeitsmarkt, der sowohl über gut ausgebildetes Fachpersonal verfügt als auch offene Arbeits- und Ausbildungsstellen in verschiedenen Wirtschaftsbranchen anbietet. Um dem Fachkräftebedarf in beiden Grenzregionen zu begegnen und den gemeinsamen Erfahrungsaustausch über bewährte und neue Lösungsansätze zu intensivieren, unterzeichneten am 28.09. die Südtiroler Landesabteilung Arbeit und die Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit ebenso wie Bayerns Arbeitsministerin Emilia Müller und die Südtiroler Landesrätin für Gesundheit, Sport, Soziales und Arbeit Martha Stocker bei einem Arbeitsmarktgipfel in Bozen eine Kooperationsvereinbarung.

Im Rahmen der Zusammenarbeit soll beispielsweise der Austausch von Auszubildenden, Schülern und Praktikanten aktiv unterstützt und gefördert werden. Junge Menschen lernen dabei die Nachbarregion und ihre Landessprache kennen und können im besten Fall für eine Ausbildungsstelle in Südtirol oder Bayern begeistert werden. Auch die europaweite Fachkräftegewinnung im Sinne der Agenda 2020 der Europäischen Union wollen beide Regionen weiter voranbringen. Zunächst liegt der Schwerpunkt hierbei im traditionell starken Gastgewerbe und in der Holzbranche.

"Bayern und Südtirol sind traditionell eng verbunden – auch im Rahmen der Arge Alp. Mit der heute geschlossenen Kooperationsvereinbarung stärken wir unsere guten Beziehungen nun auch auf dem Gebiet eines grenzüberschreitenden Arbeitsmarkts. Um auch künftig im internationalen Wettbewerb zu bestehen, müssen wir auf Veränderungen in unserer Arbeitswelt reagieren. Vor allem zur Sicherung des Fachkräftebedarfs ist der internationale Austausch von Fachkräften von Bedeutung. Die geschlossene Kooperationsvereinbarung unterstütze ich daher gerne", betonte Bayerns Arbeitsministerin Emilia Müller.

"Der Arbeitsmarktgipfel bietet die Gelegenheit, die Arbeitsmarktexperten und Verantwortlichen der Bundesagentur für Arbeit aus Bayern kennen zu lernen, sich auszutauschen und sich über die jeweiligen Arbeitsmärkte zu informieren. Kein Arbeitsmarkt kann heute mehr innerhalb der engen Landesgrenzen oder staatlichen Grenzen funktionieren, das erlebt insbesondere Deutschland bzw. das wirtschaftlich sehr starke Bayern gerade aktuell", nahm Landeshauptmann Arno Kompatscher bei der Eröffnung des Arbeitsmarktgipfels Stellung.

"Mit dem grenzüberschreitenden Netzwerk EURES Transtirolia gibt es bereits seit einigen Jahren eine Plattform, um den Austausch von Arbeitskräften zwischen dem Bundesland Tirol, Graubünden und Südtirol zu fördern", erklärte Südtirols Arbeitslandesrätin Martha Stocker. "Auch mit der bayerischen Arbeitsverwaltung bestehen traditionelle Beziehungen, die wir an dieser Stelle nun verstärken und ausbauen möchten, zumal unsere Sprache und Mentalität sehr ähnlich sind. Gerade auch für Südtiroler italienischer Muttersprache kann ein Austausch Ansporn sein, ihre Sprachkenntnisse im Ausland zu festigen ebenso wie es für Mitarbeiter aus Bayern durchaus gewinnbringend sein kann, in Südtirol mit Menschen italienischer Muttersprache zu arbeiten."

"Die heute unterschriebene Vereinbarung mit Bayern zielt vor allem auf junge Menschen ab, die noch in Ausbildung sind", so der Direktor der Landesabteilung Arbeit Helmuth Sinn. "Da die Schul- und Ausbildungsstruktur in beiden Ländern ähnlich ist, möchten wir ihnen mit unserer Vereinbarung verstärkt die Möglichkeit bieten, Arbeitserfahrungen in Bayern beziehungsweise in Südtirol zu sammeln. Die Mitarbeiter der beiden Arbeitsverwaltungen unterstützen sie bei der Suche nach einem Praktikumsplatz."

"Ein grenzüberschreitender Arbeitsmarkt ist für Bayern sehr wertvoll. Die regionalen Arbeitsmärkte wachsen immer mehr zusammen. Unternehmen brauchen flexible und mobile Arbeitskräfte, um ihre offenen Stellen zu besetzen und auch die Arbeitnehmer in den Grenzbereichen legen eine hohe Mobilität und Flexibilität an den Tag. Daher freut es mich sehr, die guten nachbarschaftlichen Beziehungen mit Südtirol weiter auszubauen, um gemeinsam mit unserem Südtiroler Partner nach pragmatischen Lösungen für unsere gemeinsamen Herausforderungen auf dem europäischen Arbeitsmarkt zu suchen. Die aktive Pflege einer Willkommenskultur am Arbeitsmarkt erleichtert Fachkräften aus ganz Europa den Weg in den bayerischen und den Südtiroler Ausbildungs- und Arbeitsmarkt", so Markus Schmitz, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Bayern.

 

 

 

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