Viennale'15 30.10. - 01.11.
 Für das "Österreich Journal" berichtet Margarethe Glac
 von den Highlights der Viennale
 

 

erstellt am
02. 11. 15
10:00 MEZ

Wien (oj) - In „Me and Earl and the Dying Girl“ (USA 2014) zeigt Alfonso Gomez-Rejon eine außergewöhnliche Beziehung zwischen zwei 17-jährigen amerikanischen Jugendlichen. Als Rachel erfährt, dass sie Leukämie hat, bittet Gregs Mutter ihn, seine Mitschülerin zu besuchen. Obwohl anfangs beide nicht viel von dieser Idee halten, entwickelt sich mit der Zeit eine enge Freundschaft und so verbringt Rachel die Tage damit, die von Greg und dessen Kumpel Earl gecoverten Filmklassiker zu verschlingen.

Wenn man sich „Louomenoi“ (GR 2008) von Eva Stefani ansieht, könnte man glatt annehmen, dass es die Krise in Griechenland nie gegeben hat. In einem Spa-Ressort verbringen griechische Pensionisten ihre Zeit mit Heilbädern. Stefani zeigt ein anderes Griechenlandbild als das von den Medien in den letzten Jahren geprägte. Sie stellt Alltagsrituale in den Vordergrund, die den Menschen trotz ihres Alters die Pflege sozialer Beziehungen ermöglichen.

Ein ganz anderes Bild von Griechenland sehen wir in „To agori troei to fatigo tou pouliou“ (GR 2012). Darin stellt Ektoras Lygizos seinen Protagonisten vor vollendete Tatsachen. Er erfährt, dass er für das Engagement als Sänger noch zu unerfahren ist, da er die Rechnungen nicht bezahlen kann, wird zuerst das Wasser in der Wohnung abgestellt und als er eines Nachmittags nach Hause kommt, stehen seine Sachen, samt Käfig mit dem Kanarienvogel, vor der Türe. Hunger, Durst und Obdachlosigkeit sind zentrales Thema dieses verstörenden Films.

„Ben Zaken“ (Israel 2014) heißt eine abseits der israelischen Landeshauptstadt lebenden Familie. Die Siedlung wird von vielen Arbeitslosen bewohnt, der Alltag ist trist und Aussichten auf eine Verbesserung der finanziellen Lage gibt es kaum. Die Filmemacherin Efrat Corem wollte ein anderes Israel zeigen, eine Stadt, in der sie selbst aufgewachsen ist.

Chloé Zhao greift in „Songs My Brothers Taught Me“ (USA 2015) das Thema der nordamerikanischen Politik gegenüber der indigenen Bevölkerung. John Reddy lebt mit seiner Schwester Jashaun und der Mutter in einem Reservat in South Dakota und verdient mit illegalem Alkoholhandel, um eines Tages seiner Freundin nach Los Angeles folgen zu können. Doch wird er, der das Reiten und die Freiheit gewohnt ist, dort leben können? Es scheint, als würden sich alle anderen diese Frage stellen, nur er nicht.

Karamakake begleitete 1909 den Forscher Theodor Koch-Grünberg bei seiner Amazonas-Expedition, um eine Rausch- und Heilpflanze zu finden. Nicht wenig verwundert ist er, als 30 Jahre später ein junger Amerikaner, Richard Evans Schultes, bei ihm auftaucht und denselben Weg gehen möchte. In Schwarz-Weiß zeigt Ciro Guerra in „El abrazo de la serpiente“ (Kolumbien/Venezuela/Argentinien 2015), was passieren kann, wenn Menschen das Negative der indigenen und der europäischen Kultur übernehmen.

In „Deux Rémi, deux“ (F 2015) setzt sich Pierre Léon mit dem Motiv des Doppelgängers auseinander. Rémi ist ein introvertierter, ruhiger und nicht besonders witziger Mann um die 30. Als plötzlich sein Double auftaucht, wundert sich niemand und alle scheinen den neuen, den brillanten und eleganten Rémi lieber zu haben. Nur Delphine, Rémis Verlobte, lässt sich nicht täuschen. Und eines Tages muss es zu einer Konfrontation zwischen dem Original und seinem Doppelgänger kommen.

In der Dokumentation „Dreamcatcher“ (GB 2015) stellt Kim Longinotto die Arbeit einer NGO vor, die sich um junge Frauen in Chicago kümmert. Brenda Mayers-Powell, Begründerin der Organisation, betreut Prostituierte, Drogenabhängige und sexuell missbrauchte Jugendliche. Sie selbst kennt ihre Probleme und Ängste aus eigener Erfahrung und möchte ihnen einen neuen Weg zeigen.

 

 

 

Allgemeine Informationen:
http://www.viennale.at

 

 

 

 

 

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