Faymann: Respekt vor Andersdenkenden
 dient Zusammenhalt einer Gesellschaft

 

erstellt am
28. 10. 15
09:00 MEZ

Gedenktafelenthüllung am Zentralfriedhof zur Erinnerung an die Opfer der NS-Justiz
Wien (bpd) - "Diese Gedenktafel erinnert uns an all jene Menschen, die sich einem Unrechtsregime widersetzt haben", sagte Bundeskanzler Werner Faymann am 27.10. bei der Gedenktafelenthüllung auf der "Nationalen Gedenkstätte zur Erinnerung an die Opfer der NS-Justiz - Gruppe 40" am Wiener Zentralfriedhof und bedankte sich bei allen, die daran mitgewirkt haben, dass dieses Zeichen gesetzt wurde. "Wir müssen über das begangene Unrecht sprechen, um die so wichtigen Lehren aus dieser Zeit zu ziehen und den Konsequenzen offen ins Auge zu blicken. Niemals vergessen kann nur jemand, der weiß, was geschehen ist", betonte der Kanzler die Wichtigkeit von Zeitzeugen, die sich der jüngeren Generation zur Verfügung stellen. Zur Aufarbeitung gehöre, dass man all das Geschehene offen ausspreche.

"Die Dokumente von Überlebenden sind wichtig, damit wir nicht von anonymen Zahlen oder Statistiken sprechen, sondern von Menschen mit einer persönlichen Lebensgeschichte. Deshalb sind Gedenkveranstaltungen, die vor den Folgen von Hass und Gewalt warnen, so wichtig. So können wir auch der jetzigen Generation ganz offen die Aufarbeitung der Geschichte vermitteln. Der Respekt vor Andersdenkenden und vor anderen Religionen dient dem Zusammenhalt einer Gesellschaft", so Faymann. Gegen Vorurteile und Rassismus aufzutreten sei etwas, dass man nicht verdrängen dürfe. "In einer Zeit, in der wir in der Europäischen Union mit schwierigen Themen beschäftigt sind, gedenken wir Frauen und Männern, die den Mut hatten, die Konsequenzen aus Auseinandersetzungen zu ziehen. Schaffen auch wir dieses respektvolle Miteinander! Wir haben auch in der Gegenwart viel zu tun, um zu beweisen, dass Menschlichkeit zu den Grundwerten der Demokratie gehört", sagte der Bundeskanzler abschließend.

Nach der Begrüßung seitens des für Gedenkstätten zuständigen Innenministeriums sprachen Käthe Sasso, überlebende Zeitzeugin, Gerhard Kastelic als Vertreter der Familienmitglieder der Opfer und Rudolf Toth, Landesschulinspektor für Niederösterreich – die Anfertigung der Gedenktafel erfolgte durch die Landesberufsschule Schrems für Steinmetze. Käthe Sasso stand den Personen, die auf der Tafel namentlich angeführt sind, persönlich nahe. Bei der "Gruppe 40" handelt es sich um eine Schachtgräberanlage, in der unter anderem die politischen Opfer während der NS-Zeit formlos begraben wurden. Am 11. März 2013 wurden die "Gruppe 40" im Rahmen eines feierlichen Gedenkakts zu einer "Nationalen Gedenkstätte zur Erinnerung an die Opfer des NS-Justiz" erklärt.

 

 

 

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