"Wieseninitiative"

 

erstellt am
27. 10. 15
09:00 MEZ

Vielfalt der Kulturlandschaft erhalten, wirtschaftliches Potential heben – „Apfelkulinarium Südburgenland“ von 13.-15.11. im Kastell in Stegersbach
Stegersbach/Eisenstadt (blms) - Der Verein „Wieseninitiative“ setzt sich seit 20 Jahren für die Erhaltung der Streuobstwiesen und alter Obstsorten des Südburgenlandes ein. Wissenschaftliche Erhebungen, der Aufbau einer Streuobst-Qualitätsmarke, Bewusstseinsbildung und permanente Öffentlichkeitsarbeit haben dazu beigetragen, das Thema in der Region zu verankern, informierten Agrarlandesrätin Verena Dunst und die für Naturschutz zuständige Landesrätin Mag.a Astrid Eisenkopf in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Vertretern des Vereins Wieseninitiative, Leader Südburgenland, Burgenland Tourismus und dem Kastell in Stegersbach. Die enorme Vielfalt der Region kann man am besten über den Gaumen erfahren. Dazu laden der Verein Wieseninitiative und Streuobstproduzenten aus dem Südburgenland zum bereits zweiten „Apfelkulinarium Südburgenland“ von 13.-15.11. im Kastell Stegersbach ein. Rund 60 Apfelsorten und unzählige Veredelungsprodukte aus dem Obst der Streuobstwiesen warten darauf, entdeckt zu werden.

Im Rahmen der Pressekonferenz wurde auch auf die Streuobstgenusstouren hingewiesen: ausgewählte Routen, auf denen man die Schönheit der Landschaft in Verbindung mit hervorragenden Streuobst-Produkten und historischen Stätten besonders gut erleben kann. „Fachkundig und kindgerecht werden hier der ökologische Wert einer Streuobstwiese erklärt sowie die naturverträgliche Pflege erläutert. Der Verein Wieseninitiative gilt dabei als Vorzeigeprojekt in der Bewusstseinsbildung für Natur und Umwelt“, betonen Agrarlandesrätin Verena Dunst und Naturschutzlandesrätin Mag.a Astrid Eisenkopf einhellig.

Der Verein Wieseninitiative wurde im Jahr 1993 gegründet. Durch viel Engagement und mithilfe von EU-Förderprogrammen ist es bereits in frühen Jahren gelungen, in einigen Regionen Wiesenbestände bis heute zu erhalten. „Ein Beispiel dafür ist das untere Stremtal“, so Eisenkopf.

Relativ schnell nach Gründung hat sich der Verein zur Aufgabe gemacht, die gefährdete Vielfalt der Streuobstwiesen zum Thema zu machen und damit die wertvollsten Lebensräume unserer Kulturlandschaft zu erhalten. Heute bildet der Verein professionelle Vermarktung von Qualitätsprodukten aus der Streuobstwiese an. „Unsere Bemühungen umfassen sowohl den Naturschutz als auch wirtschaftliche Aspekte. Auf unseren Streuobstwiesen gibt es rund 300 verschiedene Apfelsorten, Konsumenten kennen davon vielleicht gerade einmal zehn“, sagt die Geschäftsführerin des Vereines Wieseninitiative, DI Brigitte Gerger. Streuobstwiesen würden wirtschaftlich immer unattraktiver, dem wolle man entgegenwirken und landwirtschaftliche Nutzungsformen erhalten. Dazu müsse man aber die Wertschöpfung steigern: „Das Obst muss auch etwas wert sein“, so Gerger.

Vom Erhalt der Kulturlandschaft und den regionalen Produkten profitiere natürlich auch der Tourismus, so Mag. Ines Bayer von Südburgenland Tourismus: „Ziel ist, dass das Angebot rund um den Apfel nachhaltig wirkt. Wir wollen Nächtigungstouristen ansprechen, die ihren Urlaub rund um das Apfelkulinarium planen und natürlich auch andere Angebote, die das Südburgenland bietet, nutzen.“ Das Apfelkulinarium könne das „Zugpferd“ sein.

Die Projekte des Vereins werden seitens des Landes finanziell unterstützt und von der LEADER-Aktionsgruppe südburgenland plus unterstützt. „Dem Verein ist es durch innovative Ideen wie Webshop, Streuobstbörse, Aufbau einer Streuobst-Qualitätsmarke und Vieles mehr rund um die Pflege und Erhaltung der Streuobstwiesen gelungen, den wirtschaftlichen Wert dieser Produkte zu erhöhen und vor allem das Thema ,Regionalität‘ wieder verstärkt in den Vordergrund zu rücken“, so Eisenkopf.

„Es geht um Lebensqualität, aber auch um die Wertschätzung landwirtschaftlicher Produkte. Wir alle haben es in der Hand, alte Obstsorten und –bäume zu schützen, auf regionale Produkte hinzugreifen und damit zu fördern. Das tut auch dem Tourismus gut“, so Dunst abschließend.

 

 

 

Weitere Informationen:
http://www.streuobstwiesn.at/

 

 

 

 

 

zurück

 

 

 

 

Kennen Sie schon unser kostenloses Monatsmagazin "Österreich Journal" in vier pdf-Formaten? Die Auswahl finden Sie unter http://www.oesterreichjournal.at