LH Pröll stellte Arbeitsschwerpunkte
 für das Mostviertel vor

 

erstellt am
09. 11. 15
11:00 MEZ

Wirtschaft stärken und Infrastruktur weiter entwickeln
Amstetten/St. Pölten (nlk) - Im Zuge einer Pressekonferenz in Amstetten stellte Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll am 06.11. die aktuellen Arbeitsschwerpunkte für das Mostviertel vor. Der Focus liegt dabei vor allem auf den Themen Arbeit und Wirtschaft, Export sowie Weiterentwicklung der Infrastruktur.

Am Arbeitsmarkt stehe man derzeit vor einer divergierenden Situation, skizzierte Pröll die Ausgangslage: „Zum einen haben wir in Niederösterreich erstmals die Schallmauer von 600.000 Beschäftigten durchbrochen. Das ist der höchste Beschäftigtenstand, den wir jemals hatten. Zum anderen haben wir aber auch die Situation, dass wir derzeit in Niederösterreich rund 53.000 Arbeitslose haben.“ Auch die Situation im Mostviertel zeige ein divergierendes Bild, stellte der Landeshauptmann fest. Während es in Amstetten (+4 Prozent) und Waidhofen an der Ybbs (+12,1 Prozent) einen Anstieg der Arbeitslosigkeit gebe, sei in den Bezirken Melk mit -4,5 Prozent und Scheibbs mit -4,6 Prozent ein Rückgang zu verzeichnen.

„Die Situation am Arbeitsmarkt fordert uns heraus. Was uns dabei aber zu Gute kommt, ist die Tatsache, dass wir eine gute Grundlage vorfinden, weil wir intensiv daran gearbeitet haben, eine stabile Wirtschaftsstruktur zu entwickeln“; betonte Pröll. So seien zum Beispiel im Mostviertel seit 2013 21 Projekte bei den Betriebsansiedlungen und -erweiterungen abgewickelt, 664 Projekte über den Wirtschafts- und Tourismusfonds gefördert und 35 Regionalförderungsprojekte unterstützt worden. „Damit haben wir rund 21.000 Arbeitsplätze geschaffen und abgesichert“, so der Landeshauptmann.

Dazu sei im Mostviertel eine „äußerst positive Tourismus-Entwicklung“ zu verzeichnen, verwies Pröll auf eine Steigerung in diesem Bereich von 5,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dazu beigetragen habe auch die erfolgreiche Landesausstellung 2015, zu der mehr als 280.000 Besucher gekommen sind. „Wir haben damit rund 30 Millionen Euro an zusätzliche Wertschöpfung in die Region gebracht“, bilanzierte der Landeshauptmann.

Im Blick auf die Exportwirtschaft stellte Pröll fest: „In den Jahren 2013 und 2014 haben wir bei den Exporten die 20 Milliarden Euro-Grenze geknackt.“ Damit würden rund 220.000 Arbeitsplätze in Niederösterreich abgesichert, betonte er. In der Vergangenheit habe man vor allem die Exportmärkte in Osteuropa, Russland, Türkei und den Vereinigten Arabischen Emiraten intensiv bearbeitet und davon hätten auch Mostviertler Betriebe wie zum Beispiel Chilli-Kreationen Fireland Foods aus Ruprechtshofen oder Stöckl Parkett aus Kematen profitiert. Bei den nächsten Schritten würden vor allem die Märkte in Großbritannien und den USA eine besondere Rolle spielen: „Hier gibt es riesige Chancen für unser Know-how, etwa im Bereich der Agrartechnologie, der Umwelttechnologie oder im Maschinen- und Anlagenbau.“ Um die Klein- und Mittelunternehmen zu unterstützen, wolle man durch neue Ausschreibungsformalitäten diese Betriebe besser an Ausschreibungen und Aufträgen der öffentlichen Hand teilhaben lassen, informierte Pröll weiters. Dazu werde die gewerkeweise Ausschreibung auf alle Landesgesellschaften und nachgelagerten Landesorganisationen ausgeweitet.

Ein besonderes Anliegen sei auch die Stärkung der Wirtshauskultur, ging der Landeshauptmann auf einen weiteren Schwerpunkt ein. „Unsere Wirte sind das Rückgrat der gesamten touristischen Entwicklung“, betonte er dazu. So seien im Mostviertel rund 1.500 Unternehmen in der Gastronomie und Hotellerie tätig. Um sie angesichts neuer Vorschriften wie Rauchverbot, Allergenkennzeichnung und Registrierkassenpflicht zu unterstützen, habe man ein Wirteförderpaket auf die Beine gestellt, um sie bei Schulungsmaßnahmen zu unterstützen und einen besseren und direkteren Zugang zu Förderungen zu ermöglichen.

Seit 2013 seien im Mostviertel rund 55 Millionen Euro in den Straßenausbau investiert worden, betonte Pröll zum Bereich der Infrastruktur: in den dreispurigen Ausbau der A1 zwischen Pöchlarn und Ybbs, in die Sanierung der Donaubrücke Grein und die Umfahrung Steinakirchen. Bis 2018 möchte man insgesamt 124 Millionen Euro in den weiteren Ausbau investieren, so zum Beispiel in den dreispurigen Ausbau der A1 zwischen Pöchlarn und Melk, in die Umfahrung Wieselburg und in die B 123 Umfahrung Pyburg-Windpassing.

Rund 150 Millionen Euro werde man in Niederösterreich gemeinsam mit EVN/kabelplus und A1 in den Breitband-Ausbau investieren. Im Mostviertel ist das Ybbstal Pilotregion, erste Glasfaseranschlüsse werden im Frühjahr 2016 fertig, neun Kleinregionen haben Interesse angemeldet.

 

 

 

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