Ostermayer: Es ist unsere Verantwortung, unter
 dem NS-Regime entzogenes Eigentum zu restituieren

 

erstellt am
05. 11. 15
11:00 MEZ

Eröffnung der Ausstellung "Inventarnummer 1938" im Technischen Museum
Wien (bpd) - "Provenienzforschung und Restitution werden in der öffentlichen Wahrnehmung meist mit der Rückgabe von wertvollen Kunstgegenständen in Verbindung gebracht. Doch unter dem nationalsozialistischen Regime wurden in noch viel größerer Zahl Objekte des alltäglichen Lebens aus dem Eigentum von 'rassisch' oder politisch Verfolgten entwendet. Diesen Objekten und ihren rechtmäßigen Eigentümern widmet sich nun das Technische Museum mit einer Schau, die den Stand der Provenienzforschung zur hauseigenen Sammlung aufzeigt", sagte Bundesminister Josef Ostermayer am 03.11. anlässlich der Eröffnung der Ausstellung "Inventarnummer 1938" im Technischen Museum Wien.

Objekte des täglichen Lebens seien ein wesentlicher Bestandteil der Sammlung des Technischen Museums. "Der Erforschung ihrer Herkunft kommt daher besondere Bedeutung zu. Nur so können wir die erschreckende alltägliche Praxis des NS-Terrorregimes aufzeigen und die Basis für Rückgaben schaffen", so Ostermayer. Über 80.000 Objekte, Bücher und Archivalien des Technischen Museums seien bereits überprüft worden. "Insgesamt konnten Rückgaben in acht Fällen abgeschlossen werden, bei weiteren acht Fällen läuft derzeit die Suche nach Erben. Der Israelitischen Kultusgemeinde möchte ich für die Zusammenarbeit bei den oft schwierigen Recherchen herzlich danken. Außerdem möchte ich allen Kunstrückgabeverantwortlichen in Österreich, den Provenienzforscherinnen und -forschern in den Museen sowie den Mitgliedern der Kommissionen und Beiräte für ihre Arbeit danken. Durch ihre Tätigkeit kann die Republik ihre Verantwortung aus den Verbrechen des NS-Regimes wahrnehmen. Und Österreich nimmt damit eine Vorreiterrolle in der internationalen Restitutionsforschung ein", so der Kulturminister.

"Diese Ausstellung ist in vielerlei Hinsicht eine Besonderheit: Sie ist die erste Dauerausstellung zur Restitutionspraxis im deutschsprachigen Raum. Die Schau zeichnet sich zudem durch die Verschiedenheit der ausgestellten Objekte und deren Geschichte aus", so Ostermayer. Schließlich sei die Ausstellung mit der Hoffnung verbunden, dass sich ihre Intention erfüllt und die damals unrechtmäßig angeeigneten Objekte den Familien der rechtmäßigen Eigentümer zurückgegeben werden können. "Es ist die Verantwortung unserer Generation, die von den Nationalsozialisten entwendeten Objekte zu restituieren. Und das gilt unabhängig vom materiellen Wert der Objekte. Denn gerade Alltagsgegenstände haben oft einen hohen ideellen Stellenwert für die Familien von Verfolgten", sagte der Kulturminister.

 

 

 

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