Für nur 24% der ÖsterreicherInnen ist
 Vereinbarkeit von Familie und Beruf gut gelöst

 

erstellt am
03. 11. 15
11:00 MEZ

Aber aktuelle Studie zeigt: 94% der Führungskräfte sehen familienfreundliche Maßnahmen als wichtig für ihr Unternehmen – Karmasin: „Diskrepanz schließen“
Wien (bmfj) - Familienministerin Dr. Sophie Karmasin konnte am 02.11. mit dem Vorsitzenden des Wirtschaftsforums der Führungskräfte (WdF), Mag. Gerhard Zeiner, die Ergebnisse einer aktuellen Studie zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf präsentieren. "Während für nur 24% der Österreicherinnen und Österreicher die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gut gelöst erscheint, sprechen 94% der Führungskräfte davon, dass Familienfreundlichkeit für ihr Unternehmen wichtig ist. Diese Diskrepanz gilt es zu schließen. Deswegen bieten wir mit unserer Plattform ‚Unternehmen für Familie‘ den Arbeitgebern Anleitungen für best-practice-Modelle wie Familienfreundlichkeit im Unternehmen leicht umgesetzt werden kann. Wir brauchen einen Kulturwandel in vielen Betrieben was Präsenzkultur und Arbeitszeitmodelle betrifft. Auch die Verhaltensökonomie kann hier zusätzliche Impulse liefern und als Wegweiser dienen. Etwa Unternehmen mittels Verhaltensökonomie dazu zu motivieren familienfreundliche Maßnahmen zu setzen und nicht mit gesetzlichen Vorschriften", so Karmasin bei der heutigen Pressekonferenz.

"Familienfreundliche Maßnahmen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind eine ‚win-win-Situation‘ für Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Denn familienfreundliche Unternehmen haben nicht nur bessere Chancen im Wettbewerb um die besten Köpfe - ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind auch motivierter, loyaler und leistungsfähiger. ", ergänzt die Familienministerin im Zuge der Präsentation der Ergebnisse des WdF Manager-Monitorings "Familienfreundlicher Wirtschaftsstandort".

Bereits die rege Beteiligung bei der im Sommer 2015 durchgeführten Umfrage unter WdF-Mitgliedern zeigt die Bedeutsamkeit des Themas für Österreichs Führungskräfte. Familienfreundliche Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf werden von 94% der Führungskräfte für ihr Unternehmen als wichtig eingestuft. Besonders auch im Hinblick auf "den Kampf um die besten Köpfe" wird Familienfreundlichkeit des Unternehmens als sehr wesentlich empfunden - das bestätigen 86%.

Für die Arbeitnehmer stehen flexible Arbeitszeitmodelle, verständnisvolle Führungskräfte und die Wiedereinstiegsmodelle ganz oben auf der Prioritätenliste in puncto Familienfreundlichkeit. Im Durchschnitt wurden von den Unternehmen, die an der Umfrage teilgenommen haben, jeweils rund 5 familienfreundliche Maßnahmen umgesetzt, das ist bereits ein durchaus positives Signal und zeugt von einem umgreifenden Bewusstsein ob der Wichtigkeit des Themas. Insbesondere wurden Maßnahmen zur Flexibilisierung der Arbeitszeit, des Arbeitsortes und des Arbeitsausmaßes gesetzt.

Aufholbedarf gebe es hingegen bei Maßnahmen zur punktuellen, betrieblichen Kinderbetreuung und zur besseren Vereinbarkeit bei der Pflege von Angehörigen. Nur in 3% der Unternehmen wurde gar keine Maßnahme bis dato umgesetzt

Familienfreundliche Maßnahmen bringen wesentliche Vorteile
Durch familienfreundliche Maßnahmen komme es zu einer besseren Bindung der Schlüsselarbeitskräfte an das Unternehmen, Abgänge würden verhindert (kein Verlust der Investition in den/die Mitarbeiter/in) beziehungsweise bei Unterbrechungen wie Karenzzeiten wird ein Wiedereinstieg beschleunigt. Solidarität mit und Loyalität zum Unternehmen werden so aktiv gefördert. Zudem steige die Produktivität und Motivation der Mitarbeiter wenn die Familiensituation ausgeglichen geregelt ist. Gleichzeitig können Arbeitgeber durch einen balancierten Mix an familienfreundlichen Maßnahmen ihre Attraktivität steigern und ihr Employer Branding verbessern, dadurch steigen auch die Chancen beim "Kampf um die besten Köpfe".

"Unternehmen kommen immer stärker unter Wettbewerbsdruck. Positive Unterscheidungsmerkmale werden dazu beitragen, die besten MitarbeiterInnen für das eigene Unternehmen gewinnen zu können. Familienfreundlichkeit als Teil der Unternehmenskultur wird daher in Zukunft mit Sicherheit eine noch größere Rolle spielen, im globalen Wettbewerb bestehen zu können. Ein flexibles Arbeitszeitmodell fördert die Familienfreundlichkeit und mindert keinesfalls die Konkurrenzfähigkeit. Im Gegenteil, Verständnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer begünstigt die Mitarbeiterzufriedenheit und steigert somit nachhaltig die Leistungsfähigkeit eines Unternehmens", bestätigt WdF Geschäftsführer Mag. Wolfgang Hammerer.

"Um Unternehmen zusätzlich zu unterstützen und Familienfreundlichkeit in der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wahrnehmung noch besser zu verankern, habe ich die Initiative "Unternehmen für Familien" ins Leben gerufen", so Karmasin. Die neue Plattform "Unternehmen für Familien" - http://www.unternehmen-fuer-familien.at - biete zahlreiche Veranstaltungen, Vernetzungstreffen sowie eine Online-Präsenz mit Wissenswertem rund um das Thema Familienfreundlichkeit in Unternehmen und Gemeinden. "Denn nur wenn wir alle an einem Strang ziehen - Wirtschaft, Politik und Gesellschaft - können wir das ambitionierte Ziel erreichen, Österreich bis 2025 zum familienfreundlichsten Land Europas zu machen", so die Familienministerin abschließend.

 

 

 

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