Niederösterreichs Hotellerie rüstet sich für die Zukunft

 

erstellt am
29. 02. 16
11:00 MEZ

St. Pölten (nöwpd) - Niederösterreichs Beherbergungsbetriebe genießen international einen ausgezeichneten Ruf, den sie auch in Zukunft verteidigen wollen. „Wir sind zwar kein großer, aber ein wichtiger Teil der heimischen Wirtschaft mit hohem emotionalen Gehalt. Denn die Gäste, die zu uns kommen, sehen uns als Repräsentanten Niederösterreichs. Wir vermitteln ihnen Gastlichkeit und bringen ihnen die Schönheiten unseres Bundeslandes näher“, erklärt Doris Reinisch, Obfrau der Fachgruppe der Hotellerie der NÖ Wirtschaftskammer dem NÖ Wirtschaftspressedienst.

Daher haben sich die Leitbetriebe der Branche bereits in den letzten Jahren entschlossen, neue und auch mehrere Standbeine zu schaffen, die den Gästewünschen gerecht werden. „Bloß Beherberger zu sein, ist schon längst nicht mehr ausreichend“, so Reinisch. Wichtig sei es nun, auch jene Betriebe mit ins Boot zu holen, die bis jetzt den Anschluss noch nicht gefunden haben. Die Fachgruppenobfrau kann sich hier die Einrichtung eines speziellen Fördertopfes vor allem für solche Betriebe vorstellen, die 20 bis 25 Zimmer aufweisen. „Sie machen im Grunde die Mehrheit unserer Mitglieder aus, nämlich 85 Prozent, und sind Familienbetriebe, die aber oft nicht die finanziellen sowie personellen Möglichkeiten haben, sich weiterzuentwickeln“, sagt Reinisch. Hier sollten die politisch Verantwortlichen endlich Rahmenbedingungen schaffen, die auf diese Betriebe zugeschnitten sind und ihnen die Möglichkeit geben, auch in Zukunft zu bestehen.

Neben den stetig steigenden Verordnungen, die der Branche administrativ kaum noch zu bewältigende Aufgaben bescheren, macht der Hotellerie auch die Online-Quartiersuche Airbnb zu schaffen. Dabei handelt es sich um Privat- und Ferienwohnungen sowie Zimmer, die im Internet als Unterkunft für Gäste angeboten werden. „Das Problem daran ist“, so Reinisch, „dass findige Investoren mittlerweile ganze Zinshäuser aufkaufen und solche Unterkünfte anbieten. Dieser Trend zeichnet sich nicht mehr nur in den Großstädten ab, sondern greift allmählich auch auf Niederösterreich über. Vor allem die Hotellerie rund um die Bundeshauptstadt sowie St. Pölten und Schwechat ist bereits davon massiv betroffen. Denn Airbnb hat keine gewerblichen, steuerlichen und feuerpolizeilichen Auflagen zu erfüllen und kann daher ganz andere Preise machen als wir als Hotelgewerbe. Wir sind prinzipiell nicht gegen dieses Modell, fordern aber im Gegenzug einen fairen Wettbewerb und dass unsere Auflagen gelockert werden.“

Bei der bis Sommer 2018 erforderlichen Umsetzung der EU-Richtlinie über Pauschalreisen und verbundene Reiseleistungen in nationales Recht wird sich der Fachverband Hotellerie der NÖ Wirtschaftskammer „massiv für eine Lösung einsetzen, die innerstaatlich praxistauglich ist“, betont die Wirtschaftskammer-Funktionärin Als Ziel nennt sie, „dass es zu einer Einigung kommt, die für die österreichische Hotellerie vertretbar ist.“

Zurzeit weist die Fachgruppe Hotellerie 1.331 aktive Mitglieder mit 1.738 Betrieben auf. Erfasst sind darin Hotels, Garni Hotels, Gasthöfe ab neun Betten, Pensionen, Frühstückspensionen, Schutzhütten, Ferienwohnungen und freie Beherbergungsgewerbe. Insgesamt beschäftigt die Branche 9.474 Mitarbeiter, wovon 497 Lehrlinge in Ausbildung sind.

 

 

 

Allgemeine Informationen:
http://www.hotelnoe.at

 

 

 

 

 

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