INNODIA: Internationales Diabetes-
 Netzwerk setzt auf Grazer Know-how

 

erstellt am
03. 03. 16
11:00 MEZ

Biomarkerforschung und molekulare Vorgänge im Fokus
Hannover/Graz (meduni graz) - Das internationale Forschungsnetzwerk INNODIA hat sich zum Ziel gesetzt, die Suche nach Therapieoptionen zur Vorbeugung und Heilung von Typ 1 Diabetes gemeinsam weiterzuentwickeln und auszubauen. Die Medizinische Universität Graz ist als einzige österreichische Universität Projektpartnerin neben vielen namhaften Institutionen wie der University of Cambridge oder dem King's College London. Die Klinische Abteilung für Endokrinologie und Diabetologie der Med Uni Graz unter der Leitung von Univ.-Prof. Thomas Pieber trägt mir ihrer Expertise maßgeblich zum Projekterfolg bei, zeugen doch aktuelle Entwicklungen wie die künstliche Bauchspeicheldrüse oder das GlucoTab, die App zum Diabetesmanagement, von der Innovationskraft der Grazer StoffwechselexpertInnen.

Diabetes Typ 1: 17 Millionen Betroffene weltweit
Rund 10% der gesamten Weltbevölkerung sind aktuellen Schätzungen zu Folge von Diabetes betroffen. Kann die Bauchspeicheldrüse den Körper gar nicht oder nur unzureichend mit dem lebenswichtigen Insulin versorgen, spricht man von Diabetes Mellitus Typ 1, wobei rund 17 Millionen Menschen weltweit an dieser Ausprägung des Diabetes leiden. "Zwar kann die Erkrankung in jedem Lebensalter auftreten, in den meisten Fällen sind jedoch Kinder oder junge Menschen in der Pubertät betroffen", erklärt Univ.-Prof. Dr. Thomas Pieber, Vorstand der Universitätsklinik für Innere Medizin und Leiter der Klinischen Abteilung für Endokrinologie und Diabetologie an der Med Uni Graz. Obwohl die Entwicklung neuer Therapieoptionen voranschreitet und die Lebensqualität für Betroffene immer weiter verbessert werden kann, ist noch immer relativ wenig über die auslösenden Faktoren und die pathophysiologischen Vorgänge, die mit der Erkrankung assoziiert sind, bekannt. Aus diesem Grund wurde jüngst das Forschungsnetzwerk INNODIA aus der Taufe gehoben. Insgesamt 33 Partnerinstitutionen weltweit, darunter Universitäten, WirtschaftspartnerInnen und PatientInnenverbände, legen den Fokus nun gemeinsam auf die intensive Erforschung dieser Stoffwechselerkrankung.

INNODIA: Biomarkerforschung und molekulare Vorgänge im Fokus
Die Errichtung von INNODIA gründet in der Innovative Medicines Initiative (IMI), Europas größter öffentlich-privater Initiative zur Förderung der Entwicklung von sicheren und verbesserten Medizinprodukten. Das Gesamtbudget des Projektes beläuft sich auf EUR 36,5 Millionen, wobei das Projekt auf eine Laufzeit von sieben Jahren ausgelegt ist. "Der Ausbau der Biomarkerforschung wird auch im Projekt INNODIA eine tragende Rolle spielen", berichtet Thomas Pieber. Vor allem auf diesem Gebiet tragen die ExpertInnen der Med Uni Graz entscheidend zum Projekterfolg bei, befindet sich am Standort doch beispielsweise das K1 Kompetenzzentrum CBmed, ein Zentrum zur systematischen Biomarkerforschung in der Medizin. Zum anderen werden eine Reihe neuer klinischer Studien und die Arbeit mit Krankheitsverlaufsmodellen dazu beitragen, Diabetes Typ 1 auf zellulärer und molekularer Ebene besser verstehen zu lernen, um zukünftig Therapielösungen zur Prävention oder gar Heilung dieser Erkrankung finden zu können. Dabei werden sich Projekte aus der Grundlagenforschung und der klinischen Forschung symbiotisch ergänzen.

Im Rahmen von INNODIA wird eine EU-weite Infrastruktur zur Rekrutierung einer Kohorte aufgebaut, welche Menschen beinhalten wird, die erst kürzlich an Diabetes Typ 1 erkrankt sind. Auch Familienmitglieder der PatientInnen werden als Risikogruppe in die Kohorte miteinbezogen.

Grazer Expertise: Nationales Diabetes Typ 1 Zentrum in den Startlöchern
Die Expertise der Klinischen Abteilung für Endokrinologie und Diabetologie an der Med Uni Graz ist international anerkannt und spiegelt sich in zahlreichen Publikationen und innovativen Entwicklungen wider. An der Med Uni Graz wird im Rahmen von INNODIA eine europaweit einheitliche Kohorte rekrutiert, um den Krankheitsverlauf von Diabetes Typ 1 normiert zu studieren. Ebenso finden im Rahmen des Projekts in Graz FACS-Analysen - ein Messverfahren, das Zelleigenschaften ableiten lässt - statt, um die Eigenschaften von Zellen der Immunabwehr zu analysieren. "Ein wesentlicher Grazer Projektbeitrag liegt in der Analyse bzw. in der Erprobung neuer Verfahren, welche eine Heilung von Diabetes Typ 1 versprechen bzw. helfen, die Krankheit langfristig zu verhindern", blickt Thomas Pieber in die Zukunft. Die strategische Langzeitausrichtung von INNODIA wird die Einrichtung eines nationalen Zentrums für Diabetes Typ 1 an der Klinischen Abteilung für Endokrinologie und Diabetologie der Med Uni Graz zum Ziel haben.

 

 

 

Allgemeine Informationen:
http://www.medunigraz.at

 

 

 

 

 

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