Österreich-Studie zu Vorsorgebewusstsein
 und Vorsorgeverhalten 2016

 

erstellt am
16. 06. 16
11:00 MEZ

Finanzielle Vorsorge für immer mehr Menschen relevant – Pension, Familie und Gesundheit sind die wichtigsten Vorsorgethemen
Wien (erstegroup) - Finanzielle Vorsorge hat in Österreich einen hohen Stellenwert, und immer mehr Menschen erkennen die Bedeutung des Vorsorgepolsters. 87% der Österreicher stufen diesen bereits als sehr/eher wichtig ein (Vergleich 2015: 81%). Höchste Priorität haben die Vorsorge für die Pension (60%) sowie jene für die Familie (55%) und für die Gesundheit (52%). Wenn es darum geht, Geld für Vorsorgezwecke zu veranlagen, stehen für mehr als jeden zweiten Österreicher (52%) Sicherheit und möglichst wenig Risiko klar an erster Stelle, gefolgt von Kapitalgarantie und Transparenz des Produkts (jeweils 42%). Hohe Rendite bzw. hohe Zinsen sind bei Vorsorge und Veranlagung im Vergleich dazu nur für rund ein Viertel (27%) der Befragten ein wichtiges Kriterium.

„Die Studie bestätigt uns, worum es den Österreichern bei ihrer Vorsorge geht: persönliche Altersvorsorge, Absicherung der Familie und Gesundheitsvorsorge. Für uns als Marktführer in der Lebensversicherung ein klares Signal, den wichtigsten Aspekt der Lebens- und Pensionsversicherung, nämlich die garantierte lebenslange Rente sowie die Absicherung der Familie, in unserer Beratung noch viel stärker in den Vordergrund zu rücken“, sagt Heinz Schuster, Generaldirektor der s Versicherung.

162 Euro monatlich durchschnittlich für Vorsorgeprodukte
93% der befragten Österreicher geben an, bereits Vorsorgeprodukte abgeschlossen zu haben, für die sie durchschnittlich 162 Euro pro Monat zur Seite legen. Männer liegen beim verfügbaren Vorsorgekapital mit 194 Euro pro Monat deutlich vor Frauen mit 129 Euro pro Monat. Mit steigendem Alter steigt auch der verfügbare Sparbetrag. Während 15- bis 29-Jährige 114 Euro pro Monat der Vorsorge widmen, sind es bei den 40- bis 49-Jährigen bereits 176 Euro und bei den 50- bis 59-Jährigen 193 Euro. Entsprechend dem stark ausgeprägten Sicherheitsbewusstsein sind das Sparbuch mit 67% und der Bausparvertrag mit 54% nach wie vor die beliebtesten Vorsorgeprodukte. 45% besitzen eine private Unfallversicherung, und 36% haben eine klassische Lebensversicherung abgeschlossen. Erst 2% haben eine spezielle Pflegevorsorgevorsorge abgeschlossen, was klar zeigt, dass das Bewusstsein für die Notwendigkeit einer Absicherung in diesem Bereich noch nicht ausgeprägt ist.

„Pflegevorsorge ist in Österreich noch ein sehr wenig diskutiertes und mit Angst besetztes Thema. Das Risiko, im Alter ein Pflegefall zu werden, steigt aber parallel zur Lebenserwartung. Wir alle erreichen ein immer höheres Alter und wollen den Ruhestand genießen, das Thema Pflege passt nicht dazu und wird immer noch verdrängt“, meint Thomas Schaufler, Vorstand der Erste Bank.

Altersvorsorge und Sparen für Notfälle haben höchste Priorität
Für zwei Drittel der Befragten, die regelmäßig sparen bzw. bereits einmal eine größere Summe beiseite gelegt haben, sind Altersvorsorge (68%) und Sparen für Notfälle (65%) die wichtigsten Vorsorgemotive. Nur 14% der Befragten nutzen hingegen die Chancen des Kapitalmarkts und legen ihr Geld in Aktien oder Fonds an. Sieht man sich das Anlageverhalten genauer an, hat für 89% der Österreicher Sicherheit höchste Priorität. 43% der Befragten geben an, kein Geld zum Anlegen zu haben. Dabei sind in jungen Jahren auch kleine Beträge geeignet, um langfristig vorzusorgen. 41% geben zu, sich mit Geld und Anlagethemen nicht auszukennen. „Wer langfristig vorsorgen will, sollte sich angesichts der Niedrigzinssituation auf jeden Fall auch mit dem Thema Wertpapier auseinandersetzen. Dabei ist fundierte Beratung äußerst wichtig“, so Thomas Schaufler.

Bankberater = Vorsorgeberater
Wer sich über Vorsorgeprodukte informiert, sucht den persönlichen Kontakt. Für mehr als jeden Zweiten (53%) ist der Bankberater dabei die erste Anlaufstelle. Während Frauen sich gern auch Rat bei Familie und Freunden holen (47%), greifen Männer deutlich öfter auch auf Konsumenteninformation (27%), Vergleichsportale (24 %) und Website-Infos der Banken (20%) zurück. Auch beim Abschluss von Vorsorgeprodukten legen Österreicher großen Wert auf das persönliche Gespräch. Knapp die Hälfte (48%) wendet sich an den jeweiligen Bankberater, und 35% halten sich an den Versicherungsberater des Vertrauens. Dennoch ist auch der Trend zur Nutzung von Online-Banking zum Abschluss von Vorsorgeprodukten erkennbar (10% im Vergleich zu 6% 2015), wobei Männer (14%) im Vergleich zu Frauen (6%) dafür weit offener sind.

Zusätzlich verfügbares Geld aus der Steuerreform und Wunschpension
Das zusätzlich verfügbare Geld aus der Lohnsteuersenkung zu Jahresbeginn wird von den Österreichern unterschiedlich eingesetzt. 29% geben es einfach aus oder planen, es auszugeben, während 42% lieber sparen bzw. mehr Vorsorge planen. 30% zeigen sich hier ambivalent und haben noch keine Entscheidung getroffen. Als Wunsch-Netto-Pension, um sich seinen Lebensabend nach eigenen Vorstellungen gestalten zu können, geben Österreicher durchschnittlich 1.633 Euro pro Monat an, wobei Männer hier mit 1.758 Euro einen höheren Wert angeben als Frauen mit 1.504 Euro. Im Vergleich zur derzeitigen tatsächlichen durchschnittlichen Pensionshöhe laut Statistik Austria – Frauen 857 Euro und Männer 1.210 Euro – ergibt sich hier jedoch eine deutliche Lücke. Dennoch fühlen sich 38% der Befragten in Bezug auf ihr finanzielles Auskommen in der Pension gut abgesichert. Dies divergiert jedoch sehr stark nach Altersgruppen: bis 39-Jährige 27%, bis 49-Jährige 40%, bis 59-Jährige 49%, ab 60 57%. 30% der Befragten schätzen ihre Situation so ein, dass die Summe aus gesetzlicher Pension und ihrer zusätzlichen privaten Vorsorge nicht ausreichen wird.

 

 

 

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