Außenminister Sebastian Kurz reiste in den Nordirak

 

erstellt am
18. 07. 16
11:00 MEZ

Hilfe vor Ort, insbesondere für Wiederansiedelungsprojekte, als Beitrag zur Bewältigung der Flüchtlingskrise – Hilfe für den Irak
Wien (bmeia) - Außenminister Sebastian Kurz reiste am 15. und 16.07. in den Nordirak. „Die humanitäre Krise im Irak, die durch die Präsenz der Terrororganisation ISIL/Da’esh verschärft wurde, bleibt akut. Der Konflikt ist auch eine der entscheidenden Ursachen für die massiven Fluchtbewegungen nach Europa. Unsere humanitäre Hilfe vor Ort trägt daher nicht nur zur Unterstützung der notleidenden Zivilbevölkerung bei, sondern leistet auch einen wichtigen Beitrag zur Bewältigung der Flüchtlingskrise“, so Außenminister Sebastian Kurz.

Terroranschläge im Irak
Die Lage im Irak ist angespannt. Laut Economist.com gibt es im Irak dreimal mehr Opfer durch Terroranschläge als in jedem anderen Land. Zwischen 2003 und 2015 gab es rund 18.600 Anschläge mit über 50.000 Todesopfern. Dazu kommt die angespannte humanitäre Situation im Irak. Zu den 3,4 Millionen Binnenvertriebenen im Irak, wovon 950.000 aus der Region Kurdistan-Irak stammen, kommen 250.000 registrierte syrische Flüchtlinge und 744.000 Rückkehrer in den Irak. Laut Vereinten Nationen sind 10 Millionen Menschen, also ein Drittel der Bevölkerung, auf humanitäre Hilfe angewiesen. Insbesondere die kurdische Region im Nordosten des Irak befindet sich angesichts wirtschaftlicher Flaute, niedrigem Erdölpreis, dem angespannten Verhältnis Bagdad-Erbil sowie der Herausforderung durch den Kampf gegen ISIL/Da’esh in einer schwierigen Situation.

Asylzahlen Irak - Österreich
„Die angespannte Situation im Irak hat auch Auswirkungen auf die Flüchtlingskrise. In Österreich wurden allein seit Jänner 2016 1.809 Asylanträge von Irakern gestellt. Iraker sind, nach Herkunftsländern gereiht, die viertgrößte Gruppe an Asylantragstellern 2016. Österreich unterstützte in der Region Syrien, Libanon, Jordanien, Irak, Türkei, Griechenland und Armenien seit Ausbruch des Syrienkonfliktes 2012 mit 42 Millionen Euro. Österreich wird angesichts der unverändert dramatischen Situation im Irak die humanitären Anstrengungen der internationalen Staatengemeinschaft zusätzlich mit 1,5 Millionen Euro aus den Mitteln des Auslandskatastrophenfonds weiter unterstützen, um die Stabilisierung der Krisenregion und die Wiederansiedelung von zurückkehrenden Flüchtlingen und Binnenvertriebenen zu gewährleisten“, so Außenminister Sebastian Kurz.

Humanitäre Situation im Irak
Bei den Terminen mit Falah Mustafa, dem Leiter des Außenamtes der Kurdischen Region im Irak mit anschließender Pressekonferenz sowie beim Treffen mit VertreterInnen des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (UNDP) besprach Außenminister Sebastian Kurz die humanitäre Lage in der Region. Am Ende des ersten Tages traf Außenminister Sebastian Kurz Vertreter der kurdischen Regionalregierung, darunter den Premierminister der Kurdischen Region im Irak, Nechirvan Barzani, Planungsminister Ali Sindi, Innenminister Karim Sinjari und Außenminister Falah Mustafa.

Am zweiten Tag seiner Reise konnte sich Außenminister Sebastian Kurz persönlich von der Mittelverwendung vor Ort überzeugen.

Beim Briefing von Barbara Rijks, Leiterin von IOM-Erbil und Herrn Raszgar Abed, dem Leiter des IDP-Camps Debaga, einem Kamp für Binnenflüchtlinge, konnte sich Außenminister Kurz über die Dienstleitungen des Camps und die medizinische Lage informieren. Der Fokus der Aktivitäten von IOM und deren Stabilisierungsprogrammen liegt, neben umfangreicher statistischer Datenaufnahme, auf der Schaffung von Arbeits- und Einkommensmöglichkeiten von besonders schutzbedürftigen Binnenflüchtlingen, Rückkehrern und lokalen Gemeinschaften.

 

 

 

Allgemeine Informationen:
http://www.bmeia.gv.at

 

 

 

 

 

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