Hilfe für Österreich: Vor 70 Jahren
 treffen die ersten CARE-Pakete ein

 

erstellt am
13. 07. 16
11:00 MEZ

Am 19. Juli 1946 kommen die ersten CARE-Pakete aus den USA am Wiener Franz-Josefs-Bahnhof an. Sie lindern den Hunger der notleidenden österreichischen Bevölkerung.
Wien (care) - Österreich zu Kriegsende: Die Lebensmittelvorräte sind aufgebraucht. Die Menschen kommen nicht einmal auf die Hälfte der nötigen Kalorien, Wien gilt als hungrigste Großstadt Europas. Das Land ist auf Hilfe aus dem Ausland angewiesen.

Und diese Unterstützung kommt: Am 27. November 1945 gründen 22 amerikanische Wohlfahrtsverbände die "Cooperative for American Remittances to Europe", kurz C.A.R.E. Die ersten CARE-Pakete erreichen im Sommer 1946 Österreich. Sie enthalten unter anderem Fleisch- und Gemüsekonserven, Kaffee, Getreideflocken, Zucker und Trockenmilch. In den folgenden Jahren werden eine Million CARE-Pakete in Österreich verteilt. 100 Millionen sind es in ganz Europa. Die Pakete im Wert von 15 US-Dollar ernähren eine Familie einen Monat lang und retten damit buchstäblich Leben.

Aus der spontanen Hilfsaktion in der Nachkriegszeit entsteht eine der größten privaten Hilfsorganisationen weltweit: CARE International. „Das CARE-Paket ist bis heute das Symbol für rasche humanitäre Hilfe, die nicht nach Religion, ethnischer oder politischer Zugehörigkeit fragt. Man muss auch sagen: Leider ist das CARE-Paket angesichts der Vielzahl humanitärer Krisen, Konflikte und Naturkatastrophen weltweit nötiger denn je“, sagt Andrea Barschdorf-Hager, Geschäftsführerin von CARE Österreich.

Die Hilfsorganisation CARE International arbeitet heute in 95 Ländern weltweit und ist politisch und religiös unabhängig. Der Einsatz von CARE hat im Vorjahr mit Entwicklungsprojekten und Katastrophenhilfe mehr als 65 Millionen Menschen erreicht. CARE Österreich wurde als Mitglied von CARE International 1986 gegründet.

Zurück zu den Anfängen: Das erste CARE-Büro in Österreich befindet sich in der Strudlhofgasse in Wien, das Hauptlager ist am Schottenring. Wien ist auch das Hauptquartier von CARE in Europa. 1.000 Pakete mit je 40.000 Kilokalorien werden täglich an die österreichische Bevölkerung verteilt. In Linz, Salzburg, Graz, Innsbruck, Klagenfurt, Rankweil, Leibnitz und Leoben werden weitere Lagerhäuser für CARE-Pakete eingerichtet. Werden die Pakete anfangs an Einzelpersonen verteilt, die Bekannte oder Verwandte in den USA haben, treffen bald auch „general relief“-Pakete ein. Über deren Verwendung entscheidet das Bundesministerium für soziale Verwaltung. Sie gehen zumeist an Altersheime, Krankenhäuser oder Schulen.

„Die Freude von damals ist kaum zu beschreiben“, sagt der ehemalige CARE-Paket-Empfänger Fritz Vessely. „Nicht nur wegen der so dringend benötigten Lebensmittel und der Kleinigkeiten, die so viel Freude und Spaß machten, sondern wegen dem Erkennen, dass da draußen irgendwo in der Welt Menschen sind, die für dich da sind und die dir helfen.“

 

 

 

Allgemeine Informationen:
http://www.care.at

 

 

 

 

 

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