EU-Kommunikation via Social Media
 hat noch hohes Potential

 

erstellt am
10. 08. 16
11:00 MEZ

Nur jede/r fünfte Jugendliche in Österreich nützt soziale Netzwerke, um EU-Informationen zu erhalten - Jugendumfrage 2016
Wien (ögfe) - „Social Media sind aus dem Leben fast aller Jugendlichen nicht mehr wegzudenken. Doch nur wenige von ihnen nützen sie, um sich über europäische Entwicklungen zu informieren. Die europäische Politik muss sich besser auf neue Kommunikationstrends einstellen, um mit jungen Menschen dort in den Dialog zu treten, wo sie sich virtuell aufhalten“, betont Paul Schmidt, Generalsekretär der Österreichischen Gesellschaft für Europapolitik (ÖGfE), in Bezug auf eine aktuelle ÖGfE-Jugendumfrage, die hauptsächlich an AHS und BHS unter 1712 SchülerInnen im Schuljahr 2015/16 durchgeführt wurde.

Insgesamt geben 79 Prozent der befragten Jugendlichen an, „sehr“ (33 Prozent) bzw. „eher“ (46 Prozent) am politischen Geschehen in Österreich interessiert zu sein. Insgesamt 21 Prozent haben „eher kein“ (16 Prozent) bzw. „gar kein“ Interesse (5 Prozent). Das Interesse am politischen Geschehen in der Europäischen Union ist deutlich geringer: 57 Prozent sind „sehr“ (16 Prozent) bzw. „eher schon“ (41 Prozent) interessiert, fast ebenso viele – nämlich 43 Prozent – gaben an, „eher nicht“ (32 Prozent) bzw. „gar nicht“ (11 Prozent) interessiert zu sein.

21 Prozent nützen Social Media „sehr häufig“ (9 Prozent) bzw. „eher häufig“ (12 Prozent), um Informationen und Nachrichten über die EU zu bekommen. Insgesamt 45 Prozent verwenden soziale Netzwerke in diesem Zusammenhang „eher selten“ (25 Prozent) oder „sehr selten“ (20 Prozent), 34 Prozent „überhaupt nicht“. (* 1215 SchülerInnen befragt)

In der Umfrage gaben 94 Prozent der Befragten an, „zumindest hin und wieder“ WhatsApp zu nutzen, 71 Prozent nannten Facebook, 68 Prozent Snapchat, 66 Prozent Instagram, 29 Prozent Google+ und 18 Prozent Twitter. (* 1215 SchülerInnen befragt).

Als Hauptinformationsquelle in Sachen EU dient das Fernsehen (78 Prozent „sehr/eher häufig“), gefolgt von Schule und Zeitungen (je 61 Prozent). Gespräche innerhalb der Familie werden von 49 Prozent genannt, Radio (46 Prozent) und klassische Websites (42 Prozent) in ähnlichem Ausmaß. Am Ende der Skala stehen Gespräche mit FreundInnen, bei denen die EU bei 30 Prozent Thema ist.

„Bisher hat die europäische Politik das rasante Wachstum sozialer Medien ziemlich verschlafen. Soziale Kommunikationskanäle eignen sich jedoch durch ihren interaktiven Charakter und die Möglichkeit zum Dialog auf Augenhöhe besonders auch für europäische Themen. Gerade Jugendliche sollten auf ihren Kommunikationskanälen verstärkt angesprochen und - ohne Belehrung und Propaganda - eingeladen werden, offen und kontrovers über ihre Anliegen zu diskutieren“, so Schmidt.

Hintergrund
Die Umfrage wurde im Rahmen der Wanderausstellung „EUROPA #wasistjetzt“ österreichweit im Zeitraum September 2015 bis Juni 2016 durchgeführt. 1712 Jugendliche an 23 Schulen wurden schriftlich befragt. „EUROPA #wasistjetzt“ (www.wasistjetzt.eu) ist ein gemeinsames Projekt der Österreichischen Gesellschaft für Europapolitik, des Bundesministeriums für Europa, Integration und Äußeres und der Vertretung der Europäischen Kommission in Österreich.

18 Prozent der Befragten waren 15 Jahre oder jünger, 70 Prozent 16 bis 18 Jahre und 11 Prozent 19 Jahre und älter; Überhang an Teilnehmerinnen (59 Prozent); Einbezogene Schultypen (52 Prozent AHS, 45 Prozent BHS und 3 Prozent Berufs-, Fachschule). Bundesländerverteilung in Prozent: BGLD: 4, KTN: 13, NÖ: 16, OÖ: 21, SBG: 6, STMK: 18, TIR: 5, VBG: 1, WIEN: 16 (Differenz auf 100 Prozent aufgrund gerundeter Werte). Auswertung der Umfrage: Sozialwissenschaftliche Studiengesellschaft. Fehlende Werte auf 100 Prozent = "Keine Angabe".

 

 

 

Allgemeine Informationen:
http://www.oegfe.at

 

 

 

 

 

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