Österreich-Tschechien: Außenministertreffen auf
 Schloss Valec in Tschechien

 

erstellt am
09. 09. 16
11:00 MEZ

Außenminister Sebastian Kurz traf seinen tschechischen Amtskollegen Lubomír Zaorálek. VertreterInnen der Landesregierungen von Oberösterreich, Niederösterreich und Wien waren auch mit dabei.
Valec/Wien (bmeia) - Österreich hat eine besondere Verbundenheit zu Tschechien – nicht zuletzt aufgrund der kulturellen und räumlichen Nähe. Mittlerweile leben in Österreich 42.000 Menschen mit tschechischer Muttersprache und bilden hier eine anerkannte Minderheit. Die Hauptthemen des heutigen Zusammentreffens zwischen Außenminister Sebastian Kurz und Tschechiens Außenminister Lubomír Zaorálek waren der Ausbau der Infrastruktur zwischen Tschechien und Österreich, die wirtschaftlichen Beziehungen beider Länder sowie die Atomenergie.

Mit dabei waren auch Landeshauptmann Josef Pühringer, Niederösterreichs Landesrätin Babara Schwarz, der Wiener Landtagspräsident Harry Kopietz und die tschechischen Kreishauptleute Jirí Zimola, Michal Hašek und Jirí Behounek.

Grenzregionen: Ausbau der Infrastruktur zwischen Tschechien und Österreich
In Hinblick auf die Grenzregionen will man sich verstärkt um die Verbesserung der Verkehrsverbindungen zwischen Österreich und Tschechien kümmern. Außenminister Kurz merkte dabei an: "Wir haben eine gemeinsame Grenze von 466,3 km, aber keine Autobahn von Wien nach Prag. Daher ist es umso erfreulicher, dass der Ausbau der Autobahn weiter voranschreitet. Ab Dezember wird zudem die Bahnverbindung von Linz nach Prag auf vier Stunden Fahrzeit reduziert."

Wirtschaftsbeziehungen: Tschechien ist einer der stärkster Handelspartner
Tschechien ist für Österreich der wichtigste Handelspartner in Mittel- und Osteuropa und hinter Deutschland und Italien drittwichtigster Handelspartner in der EU. Für Österreich ist Tschechien außerdem eines der wichtigsten Investitionszielländer. Rund 1.800 österreichische Firmen unterschiedlichster Branchen haben Niederlassungen im Nachbarland.

Diskussionsthema Atomenergie
"Wir akzeptieren natürlich die souveränen Entscheidungen Tschechiens in Energiefragen. Aber es muss uns immer bewusst sein, dass die Auswirkungen dieser Entscheidungen, aufgrund der Grenznähe der Anlagen, die österreichische Bevölkerung genauso wie die tschechische Bevölkerung betreffen", stellte Außenminister Sebastian Kurz klar. Deshalb setze man sich auch weiterhin für höchstmögliche Sicherheitsstandards und volle Transparenz ein. Österreich lehnt die Nutzung der Atomenergie grundsätzlich ab und tritt seit Jahren entschlossen gegen Atommüll-Endlager in Grenznähe ein. Diese Position strich Außenminister Kurz im Gespräch nochmal heraus.

Einigkeit: Mehr Hilfe vor Ort in den Fluchtländern

Weitere Gesprächsthemen waren die aktuellen Entwicklungen in der EU, wie z.B. der Brexit und die anhaltende Flüchtlingskrise. Tschechien lehnt eine europäische Verteilung von Flüchtlingen ab. Tschechien verzeichnete 2015 1.525 Asylanträge, von Jänner bis Juli 872 Anträge. Einigkeit besteht darüber, dass die humanitäre Hilfe und Unterstützung vor Ort in den Ursprungsländern der MigrantInnen ausgebaut und die EU-Außengrenzen besser geschützt werden müssen. Bundesminister Kurz betonte dabei: "Wir müssen die illegale Migration nach Europa reduzieren und dafür sorgen, dass legale Fluchtwege nach Europa entstehen, wie zum Beispiel durch gezieltes Resettlement. Das bedeutet auch, dass wir auf mehr Hilfe direkt in Krisenländern setzen müssen."

 

 

 

Allgemeine Informationen:
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