Exl-Bühne vor den Vorhang

 

erstellt am
28. 09. 16
11:00 MEZ

Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck zeigt bis März 2017 eine Ausstellung
Innsbruck (ikm) Die legendäre Exl-Bühne ist nicht nur alteingesessenen InnsbruckerInnen ein Begriff. Die Bühne hatte ihre Wurzeln einst in Pradl, begann in Wilten und zog bald in den Saggen. Unter dem Titel „Eine Vorstellung der Exl-Bühne“ wird ihre Geschichte im Stadtarchiv/Stadtmuseum im Rahmen einer von Mag.a Renate Ursprunger und Niko Hofinger kuratierten Ausstellung präsentiert.

Am 29.09. findet die offizielle Eröffnung durch Univ.- Prof.in Dr.in Patrizia Moser (Kulturausschuss-Vorsitzende) statt. Einer der Höhepunkte ist die szenische Lesung von Pine Fenz (Ensemblemitglied der Exl-Bühne).

„Das Stadtarchiv/Stadtmuseum ist ein Innsbrucker Juwel, hier finden Ausstellungen statt, die Innsbrucks Geschichte in allen Facetten zeigt. Das Volksstück der Exl-Bühne gehört zu den kulturellen Besonderheiten und hat sowohl die Innsbrucker als auch die deutschsprachige Theaterlandschaft wesentlich geprägt“, führt Kulturamts-Leiterin Maria-Luise Mayr aus.

„Ich freue mich, dass wir mit der Ausstellung zur Exl-Bühne erneut einen Akzent setzen können. Die Schau ist vielseitig und interessant. Sie bildet damit genau das ab, was diese Bühne ausmachte“, betont der Leiter des Stadtarchiv/Stadtmuseums DDr. Lukas Morscher.

Die Exl-Bühne – eine Institution
Die Exl-Bühne wurde in den 50 Jahren ihres Bestehens zu einer europäischen Institution, die in München, Berlin, Hamburg, Prag und Wien vor vollen Häusern spielte. Wie das möglich war und wer die „Exls“ überhaupt waren – diese und weitere Fragen werden im Rahmen der Ausstellung beantwortet. Darüber hinaus wird erläutert, was die Exls anders gemacht haben als die Tiroler Ritter- und Bauernspiele zuvor, wer die Texte schrieb und wieso das deutschsprachige Publikum in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gerade diese Volksstücke sehen wollte.

Themen der Ausstellung im Überblick
Für die Ausstellung wurde in den Schatzkisten der Exl-Archivbestände in Innsbruck und Wien geforscht. Insgesamt wird ein niederschwelliger, sinnlicher Zugang zur Welt des darstellenden Spiels versucht: Weniger die Chronologie steht im Vordergrund der Erzählung als Anleihen bei den großen Themen des Theaters. Der Ausstellungsparcours folgt daher in verschiedenen Stationen zentralen Elementen eines Bühnenstücks.

Es beginnt mit dem Exl-Ensemble, das sich zusammenfindet, um eine neue Form des Volkstheaters zu praktizieren. Anhand einer Fülle von Originalfotos werden dann die vielfältigen Rollen des Exl-Repertoires gezeigt.

Nächste Station ist die Bühne: Die vielfältigen Berufe vor und hinter der Bühne, Requisiten (u.a. ein Sarg) zeigen einen Blick hinter die Kulissen. Unverzichtbarer Abschluss jeder Vorstellung ist dann die Reaktion des Publikums und der Presse.

Im zweiten Raum der Ausstellung geht es um die unermüdliche Tournee-Tätigkeit, die die Exl-Bühne durch das gesamte deutschsprachige Mitteleuropa geführt hat. Die zentralen Spielorte in Innsbruck (Österreichischer Hof, Adambräu, Löwenhaustheater (heute ORF Landesstudio Tirol), Stadttheater (heute Landestheater), Kammerspiele im Grauen Bär, Kleine Bühne Kolping (heute Z6), Breinösslbühne, Laurinkino….) und Wien (vom Akademietheater bis zum Volkstheater) werden mit vorgestellt.

Darüber hinaus erfahren die AusstellungsbesucherInnen mehr über die enge Verbundenheit der Exl-Bühne mit der Innsbrucker Stadtpolitik. So war Namensgeber Ferdinand Exl der erste Träger des Ehrenringes der Stadt Innsbruck überhaupt (1927), Eduard Köck, Ludwig Auer und Anna Exl – als erste Frau – folgten ihm nach. Ferdinand Exl wurde kurz vor seinem Tod 1942 noch zum Ehrenbürger der Stadt ernannt.

Ein weiterer Anknüpfungspunkt mit der Stadt Innsbruck wird im Kapitel „Kompanie“ aufgearbeitet. Vor allem die Finanzen der Exl-Bühne sind hier Thema. Fehlende Unterstützung von Stadt und Land war schlussendlich mitverantwortlich für die Auflösung der Bühne 1956.

Öffnungszeiten und Angebote
Die Ausstellung ist von 30. September bis 31. März 2017 jeweils Montag bis Freitag von 09:00 bis 17:00 Uhr, geöffnet. Am den Sonntagen 06. November, 04. Dezember, 15. Jänner, 05. Februar und am 12. März kann sie jeweils von 10:00 bis 12:00 Uhr besucht werden.

Neben KuratorInnen- und Impulsführungen stehen museumspädagogische Schwerpunkte sowie Theaterabende und Filmvorführungen in Stadtmuseum und Leokino auf dem Programm. Darüber hinaus wird die Bühne der Ausstellung im Rahmen der ORF-Aktion „Lange Nacht der Museen“ am 01.Oktober und am Familientag am 26.Oktober mit zusätzlichen Angeboten bespielt.

 

 

 

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