Linzer Donaubrücke

 

erstellt am
10. 10. 16
11:00 MEZ

Vorprojekt fertig – Neubau bald „auf Schiene“
Linz (stadt) - Nach dem Abbruch des letzten Tragwerks der alten Eisenbahnbrücke im Sommer dieses Jahres ist der Weg für die neue Donaubrücke frei. Der Neubau dieser Brücke ist aus der Sicht der Linzer Verkehrsplaner nicht nur die kostengünstigste Variante, sondern auch die verkehrstechnisch beste, weil kreuzungsfreie und platzsparendste Verkehrslösung. Der Ausgang der Volksbefragung zur Eisenbahnbrücke im Herbst 2015 hat nach dem vorübergehenden Planungsstopp den Weg für Abriss und Neubau der Donauquerung letztendlich geebnet.

Die Einreichplanung für die neue Brücke läuft bereits auf vollen Touren und soll noch heuer abgeschlossen werden. Soeben wurde das Vorprojekt fertig gestellt.

„Auch für die weiteren Planungen für die zweite Schienenachse, die Linz notwendig braucht, ist die neue Brücke von entscheidender Bedeutung. Mein Bemühen konzentriert sich nun darauf, rasch alle weiteren Schritte für die reibungslose Realisierung dieser Verkehrsanbindung zu setzen“, bekräftigt Bürgermeister Klaus Luger den hohen Stellenwert des Bauvorhabens für Linz.

„Bereits in der ersten Sitzung nach der Konstituierung des neuen Gemeinderates am 12. November des Vorjahres wurden die Planungsarbeiten an der neuen Donaubrücke durch einen notwendigen Beschluss im Gemeinderat in Auftrag gegeben, um dieses für Linz so wichtige Projekt voranzutreiben“, unterstreicht Infrastrukturreferent Stadtrat Markus Hein.

Am 13. Dezember 2015 wurde die Projektausführung für die neue Donaubrücke von der LINZ AG bzw. der NSL (Neue Schienenachse Linz GmbH) übernommen, die mit dem erfolgten Abbau der alten Eisenbahnbrücke und der Errichtung der Neuen Donaubrücke den ersten Schritt zur Realisierung der neuen Schienenachse für Linz setzt.

Die neue Brücke wird mit Baukosten von etwa 60 Millionen Euro auf insgesamt ca. 33 Metern Breite Platz für zwei Schienenstränge, zwei Fahrbahnen für Autos und Busse sowie kombinierte Geh- und Radwege in jeder Richtung bieten. Sie ist eine grundlegende Voraussetzung für die Realisierung der 2. Schienenachse. In den nächsten Wochen werden die Auswirkungen der am Mittwoch vorgelegten Systemstudie des Landes von der LINZ AG analysiert.

Ingenieursleistungen im Linzer Gemeinderat beschlossen
Die entsprechenden Ingenieursleistungen für die Planung wurden bereits am 12. November 2015 im Linzer Gemeinderat beschlossen. Bei den Planungen ist zu berücksichtigen, dass die Brücke alle statischen Voraussetzungen zum Befahren mit unterschiedlichen Garnituren erfüllt. Die Ingenieurleistungen umfassen unter anderem die gesamte Architekten- und Tragwerksplanung, diverse Sonderplanungen, Prüfstatik und örtliche Bauaufsicht. Die Kosten für die Detailplanung werden ca. 6,6 Millionen Euro betragen, wobei rund 3,9 Millionen Euro durch die Stadt Linz in Form von Invest-Zuschüssen an die LINZ AG getragen werden.

Einreichplanung voraussichtlich bis November / Dezember fertig
„Nun wird sukzessive mit der weiteren Planung und Realisierung der neuen Brücke begonnen“, informiert Stadtrat Hein über den weiteren Zeitplan. „Die nächsten Schritte, die noch ab diesem Jahr erfolgen, sind nach Abschluss der Finanzierungsverhandlungen mit dem Land Oberösterreich die Vollendung der Einreichungsplanung und der Beginn der für den Brückenneubau erforderlichen Rechtsverfahren“, sagt Bürgermeister Klaus Luger.

„Ich bin optimistisch, dass die Einreichplanung noch heuer an die Bau- und Bezirksverwaltung übermittelt werden kann. Die beabsichtigte Koordinierung der nötigen Rechtsverfahren durch die Stadt Linz kann, so wie auch beim Brückenabbruch, sicherlich zusätzlich zu einer effizienten Realisierung dieses für Linz so wichtigen Brückenneubaus beitragen“, zeigt sich Infrastrukturreferent Markus Hein zuversichtlich.
Technische Details zum Vorprojekt:
Brücke ist 396 Meter lang
Die neue Brücke verfügt über ein durchgehendes Tragwerk mit Stützweiten von 78 m + 120 m + 120 m + 78 m, somit weist sie eine Gesamtlänge von 396 Metern auf.

Fahrspuren
Für Bus und PKW stehen zwei Fahrspuren mit je 3,5 Meter Breite, für die Schienen sechs Meter Breite, für Fußgänger auf beiden Seiten je zwei Meter und für Radfahrer auf beiden Seiten je 2,5 Meter zur Verfügung. Dazu kommen Trennstreifen, Sicherheitsabstände und Raum für die Tragkonstruktion, woraus sich eine Gesamtbreite von 33 Metern ergibt.

Brücke ruht auf drei Pfeilern
Der auf der Linzer Seite ursprünglich geplante vierte Pfeiler ist jetzt nicht mehr vorgesehen. Der im Wettbewerbsentwurf vorgesehene Pfeiler unmittelbar am Linzer Donauufer konnte im Zuge der Weiterbearbeitung des Entwurfs entfallen, die aktuelle Konzeption weist somit nur mehr drei annähernd baugleiche Pfeiler auf, von denen zwei in der Donau zu liegen kommen.

Die alten Brückenpfeiler der abgebrochenen Eisenbahnbrücke werden im kommenden Jahr bis zur Flusssohle abgetragen. Die neuen Pfeiler werden breiter ausgeführt. Der Pfeiler auf Urfahraner Seite wird nahezu exakt an der selben Stelle wie der alte Pfeiler errichtet, der andere neue Pfeiler wird wegen der größeren künftig erforderlichen Schifffahrtsrinne zwischen den beiden Flusspfeilern näher ans Ufer gerückt.
Montageplatz bereits vorhanden

Der für den Brückenneubau erforderliche Montageplatz wurde im Zuge des Abbruchs der alten Brücke am Urfahraner Donauufer bereits zur Gänze angelegt. Auf diesem Vormontageplatz werden die einzelnen Tragwerksteile zu ganzen Bogenelementen zusammengesetzt. Die Bogenelemente werden anschließend eingeschwommen. Auch die dort geschaffene Anlandungsfläche für Schiffe wird für den Neubau der Brücke genützt.

Ecktermine zur Errichtung Neue Donaubrücke Linz (Grobterminplan)
Vorprojekt: fertig
Einreichplanung: seit August 2016 in Arbeit
Einreichung bei der Baubehörde: ab November 2016
Generelles Projekt, Ausschreibung, Vergabe:

November 2016 – Oktober 2017
Bauausführung - Vorarbeiten

August 2017 – Oktober 2017
Start Bauarbeiten für Brückenneubau und Straßenanschlüsse:

November 2017

Verkehrsfreigabe: August 2020

Voraussetzung für die Einhaltung der Termine sind keine bauverzögernden Einsprüche sowie die Sicherung der Finanzierung durch eine Einigung zwischen Stadt Linz und Land Oberösterreich.

 

 

 

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