Bundesheer in Kärnten wird weiter gestärkt

 

erstellt am
07. 10. 16
11:00 MEZ

LH Kaiser und BM Doskozil bei Pionierbataillon 1 – Schrittweiser Personalzuwachs in Kärnten um bis zu 280 Soldaten und Beschaffungen im Bereich Kampfmittelbeseitigung um 22 Mio. Euro geplant – Infrastrukturlösung hat für Doskozil oberste Priorität
Klagenfurt (lpd) - Ein Entschärfungsroboter und ein ferngesteuertes Minenräumgerät in Aktion, die Bergung eines Minenopfers oder der Aufbau einer Pionierbrücke – in einer eindrucksvollen Vorführung gab das Villacher Pionierbataillon 1 am 06.10. einen Einblick in seine vielfältigen Aufgabengebiete. Anlass war der Besuch von Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil und Landeshauptmann Peter Kaiser am Übungsplatz bei der Hensel-Kaserne.

Erfreut zeigt sich der Landeshauptmann über die geplante Stärkung des Bundesheeres in Kärnten, die laut Doskozil u.a. eine personelle Verstärkung um bis zu 280 Soldatinnen und Soldaten vorsieht. Konkret sollen die Kaderpräsenzeinheiten um bis zu 140 Soldaten bei den Pionieren, dem Jägerbataillon 26 und dem Heereslogistikzentrum verstärkt werden. Dazu sollen ab 2018 weitere 140 Kadersoldaten das neue Jägerbataillon 7 bilden. Erheblich – konkret 22,6 Millionen Euro – investiert wird auch in die Kampfmittelabwehr, die einen Schwergewichtsbereich der Weiterentwicklung der Pioniertruppe darstellt. Dafür werden u.a. Entschärfungsroboter namens TEODor, Minensuchgeräte, Bodendurchdringungsradars und andere Entschärfungsausrüstungsgegenstände erworben.

„Die personellen, technischen und infrastrukturellen Investitionen in die Stärkung unseres Bundesheeres und unserer Soldaten sind ein Beleg dafür, welche Bedeutung das Bundesheer für die Politik und für die Bevölkerung hat. Ich bin froh, dass das Bundesheer in Kärnten derart gestärkt wird“, bedankte sich Kaiser beim Verteidigungsminister.

Doskozil verwies darauf, dass man dabei sei, das Bundesheer allgemein personell aufzustocken, die Strukturen durch Regionalisierung und Spezialisierung zu verbessern sowie Aufgaben und Inlandskompetenzen mit dem Innenministerium genau abzustimmen. „Der Soldatenberuf gewinnt wieder an Attraktivität. Dass es österreichweit um 30 Prozent mehr Bewerber um den Soldatenberuf gibt und sich auch immer mehr Frauen dafür interessieren zeigt, dass wir mit unserer Maßnahmen erfolgreich auf dem richtigen Weg sind.“

Weiteres Gesprächsthema war die infrastrukturelle Situation der Villacher Pioniere, wo es Infrastrukturbedarf gibt. Minister Doskozil sagte, dass die Infrastrukturlösung für die Villacher Pioniere für ihn ein prioritäres Projekt sei. Er verwies auf das Infrastrukturpaket des Bundesheeres in Höhe von 500 Mio. Euro bis zum Jahr 2020. Diesen Weg werde man voraussichtlich gemeinsam mit der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) gehen, wie der Minister erklärte.

Oberst Volkmar Ertl gab als Kommandant des Pionierbataillons 1 eine Einweisung. Das Bataillon setze sich momentan aus 554 Personen, darunter zehn Frauen und 299 Grundwehrdiener zusammen. Hauptaufgabe sei der Katastrophenschutzeinsatz, 200 Mann würden bereitgehalten und könnten in sechs Stunden in den Einsatz gehen. Jüngst seien die Villacher Pioniere in Stanz in der Steiermark, im Loibltal und zuletzt eben in Afritz eingesetzt gewesen. In Afritz haben laut Ertl 75 Pioniere (im Höchststand 100) in 33 Tagen 21.000 Arbeitsstunden geleistet und 80.000 Kubikmeter Geröll beseitigt. Übernommen habe das Bataillon zudem die Koordination und Verpflegung von 266 Einsatzkräften und 56 Baggern, LKW, Fahrzeugen – von Feuerwehren, Wildbach- und Lawinenverbauung, Agrarbauhof, Straßenmeistereien, Rotem Kreuz.

Landeshauptmann Kaiser, dankte den Pionieren zudem für ihren großartigen Einsatz nach der Unwetterkatastrophe in Afritz. „Ihr habt in Afritz Großartiges geleistet und der Bevölkerung in dieser schwierigen Situation Mut gegeben“, betonte Kaiser. Dieser Katastropheneinsatz sei Werbung für die Notwendigkeit des Bundesheeres und werde wohl in der Geschichte des Landes besondere Erwähnung finden. Zur von den Pionieren benötigten Infrastruktur meinte Kaiser, dass für Kärnten angesichts der Heta-Situation Investitionen des Bundes besonders wichtig seien. Die Konzentration der Villacher Pioniere an einem Standort würde sicher Vorteile bringen. Beeindruckt zeigte sich der Landeshauptmann jedenfalls von den Vorführungen: „Es beruhigt, zu sehen, dass unsere Soldatinnen und Soldaten für vielfältige Herausforderungen, auch im Zusammenhang mit Terrorgefahren, bestens vorbereitet sind.“

Ebenfalls beim Ministerbesuch anwesend waren der Kommandant der 7. Jägerbrigade, Brigadier Jürgen Wörgötter, Generalleutnant Franz Leitgeb vom Verteidigungsministerium und Kärntens Landesamtsdirektor Dieter Platzer. Vom Minister wurden außerdem drei Osttiroler Soldaten vom Jägerbataillon 24 verabschiedet. Sie werden gemeinsam mit deutschen Kameraden ab Mitte Oktober als die ersten Gebirgsausbilder für afghanische Streitkräfte eingesetzt sein.

 

 

 

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