OÖ. Landespreis für Innovation:
 Die Gewinner stehen fest!

 

erstellt am
21. 10. 16
11:00 MEZ

Wirtschafts-Landesrat Dr. Michael Strugl: „EV Group GmbH, AV Stumpfl GmbH, Rapperstorfer Automation GmbH und die Johannes Kepler Universität Linz überzeugten die Jury mit ihren qualitativ hochwertigen Innovationen“
Linz (lk) - Am Abend des 19.10. wurde für die innovativsten und kreativsten Köpfe im ORF-Landesstudio Oberösterreich in Linz der rote Teppich ausgerollt. Zum 23. Mal fand der oberösterreichische Landespreis für Innovation statt und kürte in vier Kategorien die besten Innovationsleistungen. „Der Jury fiel die Auswahl unter den erstklassigen Einreichungen schwer, aber schlussendlich setzte sich in der Kategorie Großunternehmen die EV Group GmbH durch. In der Kategorie Mittlere Unternehmen siegte die AV Stumpfl GmbH und in der Kategorie Kleinunternehmen die Rapperstorfer Automation GmbH. Die Kategorie Forschungseinrichtungen konnte das Department of Particulate Flow Modelling der Johannes Kepler Universität Linz für sich entscheiden“, erklärte Wirtschafts-Landesrat Dr. Michael Strugl und gratulierte den diesjährigen Preisträgern. Mit dem Jurypreis für radikale Innovationen wurde 2016 die RISC Software GmbH ausgezeichnet; den Jurypreis für das Geschäftsmodell Innovationen erhielt die IndiValue GmbH.

„Für den Wirtschaftsstandort Oberösterreich geht es im internationalen Konkurrenzkampf um Wettbewerbsvorteile, die unsere Unternehmen erzielen können. Dazu brauchen Oberösterreichs Betriebe Technologieführerschaft basierend auf Innovation: Sie müssen besser, effizienter sein – in Prozessen, Produkten und Dienstleistungen. Alle Einreichungen haben gezeigt, dass Oberösterreich und die heimischen Unternehmen hier auf einem guten Weg sind“, unterstrich Landesrat Strugl. Der Landespreis für Innovation 2016 wird vom Land Oberösterreich und der oö. Wirtschaftsagentur Business Upper Austria in Kooperation mit der WKO Oberösterreich – sparte.industrie und der Sparkasse OÖ vergeben.



Die Preisträger 2016 und ihre Innovationen im Überblick:


Großunternehmen: EV Group GmbH
Projekt: SmartNIL™ Prozess – Nanopräge-Lithographie
Mit der Entwicklung des richtungsweisenden SmartNIL™ Prozesses und dem industrieweit ersten, vollintegrierten Produktionssystem verhalf EV Group (EVG) der Nanopräge-Lithographie (engl. Nano-Imprint Lithography bzw. NIL) zum Durchbruch in der Hochvolumenfertigung.

Mit der SmartNIL-Technologie werden feinste Strukturen bis hin zu mikroskopisch kleinen, 3-dimensionalen Elementen von einem Spezialstempel auf dünne Glaswafer übertragen, um die optischen, elektrischen und/oder mikromechanischen Eigenschaften der darauf entstehenden Bauteile gezielt zu beeinflussen.

Die Innovation ermöglicht in der Consumer-Elektronik, Telekommunikation und IT z.B. Speichermedien mit höherer Kapazität, effizientere LEDs, optische Elemente zur 3D-Videoaufzeichnung mit normalen Smartphones sowie Augmented Reality-Anwendungen. Dazu kommen holographische Displays und sogar 3D-Bildschirme, die ohne 3D-Brillen auskommen.

In der Bio- und Medizintechnik lassen sich mit Hilfe sogenannter Mikrofluidik-Chips z.B. Blutwerte sofort beim Arzt auswerten. Auch die Herstellung komplexer Bio-Chips für die DNA-Analyse zur Früherkennung bestimmter Krankheitsbilder wird mit EVG-Technologie kostengünstig in Großserie ermöglicht.


Mittlere Unternehmen: AV Stumpfl GmbH
Projekt: Wings Vioso RX
Heutzutage sind aufwändige, multimediale Inszenierungen aus Museen, Erlebniswelten und Shows nicht mehr wegzudenken. Die zentrale Steuerungseinheit bei derartigen Produktionen wird "Medienserver" genannt. Den AV Stumpfl-Ingenieur/innen ist es vor Kurzem gelungen, die Leistungsfähigkeit eines Medienservers in bisher noch nie dagewesene Dimensionen zu heben. Der Schlüssel dazu ist eine neu entwickelte Software, die spezielle Basisfunktionen des Betriebssystems umgeht bzw. selbst übernimmt. Die für Medienserver besonders repräsentative Kennzahl der so genannten "Datenrate" liegt bei AV Stumpfls neuem Server bei rund dem vierfachen gegenüber dem Mitbewerb. Dadurch lassen sich nicht nur Effekte realisieren, die bisher noch nicht möglich waren – sondern auch bestehende Projekte, bei denen bisher beispielsweise 16 Server notwendig waren, lassen sich nun mit einem einzigen realisieren.


Kleinunternehmen: Rapperstorfer Automation GmbH
Projekt: Rapperstorfer Korbwand®
Erstmals in der Geschichte des Stahlbetonbaus werden Bewehrungskörbe individuell und vollautomatisch produziert. Das spart Zeit und Stahl bei höherer Stabilität.

Beim Projekt Rapperstorfer Korbwand® handelt es sich um die Entwicklung einer vollautomatischen Maschine zur Herstellung von Eisenkörben für Wände aus Beton, welche in Betonfertigteilwerken hergestellt werden. Realisiert wurde diese vollautomatische Produktion erstmals bei Maba Fertigteilindustrie im Fertigteilwerk Gerasdorf bei Wien zur Herstellung von Doppelwänden: Dreidimensionale Bewehrungsgeflechte werden vollautomatisch geschweißt (statt wie bisher mit Bindedraht gebunden).

Durch diese innovative Fertigungsmethode wird der Produktionsprozess im Fertigteilwerk vereinfacht, die Qualität wegen der geringeren Fehleranfälligkeit gesteigert und der Materialverbrauch sowie Stahlabfall wesentlich reduziert.

Die Innovation und der technische Fortschritt bestehen darin, dass ein gut eingeführtes und verbreitetes Produkt, welches in Europa von 250 Herstellern produziert wird, massiv vereinfacht wurde – unter Zielsetzung der vollautomatischen Herstellung, bei gleichzeitiger Verbesserung der Produkteigenschaften. Parallel dazu wurde eine vollautomatische Produktionsanlage entwickelt, welche technisch unlösbar erscheinbare Grenzen in der Genauigkeit überwindet und das neue Produkt erst möglich macht. Die Doppelwand kann als Korbwand mit 10% weniger Stahl, 90% weniger Kunststoffteile und 15% effizienter hergestellt werden, bei gleichzeitiger Erhöhung der Stabilität der Wand beim Ausbetonieren.


Forschungseinrichtungen: Johannes Kepler Universität Linz - Department of Particulate Flow Modelling
Projekt: Muster basierte Simulation von Partikel basierten Prozessen und Strömungen
Mehr als die Hälfte sämtlicher Konsumprodukte basieren in ihrer Herstellungskette auf Prozessen, die in irgendeiner Form Partikel beinhalten. Klassische Computer-Simulationen dieser Prozesse erfordern enorme Ressourcen und lange Rechenzeiten.

Die radikale Innovation beruht auf der Idee, klassische Simulationen mit statistischen Methoden und Zufallsprozessen so zu kombinieren, dass basierend auf vorab berechneten Prozesssequenzen partikelbeladener Strömungen extrem effiziente berechnet werden können. Durch diesen Technologieschritt können den industriellen Partnern – oberösterreichische Leitbetriebe wie Borealis, voestalpine und Primetals – völlig neue Möglichkeiten zur Prozessoptimierung geboten werden.

Insbesondere im Bereich der Echtzeit-Simulationen sieht sich das Department of Particulate Flow Modelling gerade erst am Anfang einer spannenden Entwicklung, die auch in Zusammenhang mit Industrie 4.0 gesehen werden kann. Mit der Technologie kann beispielsweise online jedes Kilo Stahl in einem 250 Tonnen Stahlkonverter verfolgt werden. Damit kann ein entscheidender Beitrag zur Realisierung der virtuellen Industrie geleistet werden.

Über industrielle Anwendungen hinaus kann die Idee zur (online) Untersuchung von Schadstoffausbreitung in Luft und Wasser eingesetzt werden. Hierbei eröffnen sich völlig neue Ausblicke für die Untersuchung der urbanen Schadstoffbelastung.


Jurypreis für radikale Innovationen: RISC Software GmbH - Forschungsabteilung für Medizin-Informatik
Projekt: Virtual Aneurysm – Haptischer Simulator für Neurochirurgische Eingriffe
Die RISC Software GmbH entwickelte im Rahmen des FFG BRIDGE Programms gemeinsam mit dem KUK NeuroMed Campus (Neurochirurgie, Neuroradiologie), dem KUK MedCampus (Zentrale Radiologie) und Aesculap AG (GER) die Technologie für einen Simulator, der in der Lage ist, neurochirurgische Eingriffe an Gehirnarterien zu simulieren. Dadurch wird ein zielgerichtetes und wiederholbares Training von der Diagnosestellung über die Durchführung der Schädelöffnung (Kraniotomie) bis hin zum Abklemmen von gefährlichen Hirnaneurysmen mit Titanclips für angehende Neurochirurgen ermöglicht und so die Ausbildung entscheidend verbessert. Diese Technologie wird nun gemeinsam mit dem kanadischen Simulatorhersteller OSSIM Technologies in ein kommerzielles Produkt umgesetzt und soll ab 2017 weltweit vertrieben werden.


Jurypreis für Geschäftsmodell Innovationen: IndiValue GmbH
Projekt: Combeenation – E-Commerce für Individualprodukte
Combeenation ist ein Cloud-basiertes Produktkonfigurator-Managementsystem mit vielfältigen Einsatzmöglichkeiten.

Im E-Commerce erweitert Combeenation die Standardfunktionalitäten von Webshops. Endkunden können angebotene Produkte ihren Wünschen entsprechend in Echtzeit anpassen. Die flexible Software-Architektur von Combeenation ermöglicht unbegrenzte Konfigurationsmöglichkeiten: veränderbare Produktkomponenten, Größen, Farben, Texturen und vieles mehr.

In Beratung und Vertrieb wird Combeenation als Angebotskonfigurator genutzt, um unterschiedliche Varianten von Produkten im Kundengespräch schnell zu visualisieren. Dynamische Preiskalkulation und technische Präzision machen Combeentation zu einem leistungsstarken “Guided Selling Tool”.

Produkt-Individualisierung war noch nie so einfach. Combeenation ist komplett Cloud-basiert. Der Zugang zum System erfolgt direkt über den Webbrowser. Combeenation-Kunden benötigen kein Software-Download, keine IT-Drittanbieter oder interne IT-Abteilung.

 

 

 

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