UNESCO-Studie: Handwerk im Spannungsfeld
 zwischen Digitalisierung und Tradition

 

erstellt am
14. 12. 16
11:00 MEZ

handWERK Ausstellungseröffnung im MAK – Rabmer-Koller: besondere Bedeutung des Handwerks sichtbar machen
Wien (pwk) - „Selten wurde in derartiger Dichte auf die besondere Bedeutung, aber auch auf die immense Herausforderung, vor denen das Handwerk steht, aufmerksam gemacht. Ich freue mich, dass diese Ausstellung im MAK diesen hoch interessanten Bogen spannt und damit einen Diskussionsbeitrag zur zukünftigen Ausrichtung des Handwerks liefert“, betonte die Präsidentin der UEAPME und Vizepräsidentin der WKÖ, Ulrike Rabmer-Koller, am 13.12. in Wien. Gemeinsam mit Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner sowie Staatssekretär Harald Mahrer wurde die Ausstellung im MAK "handWERK - Tradiertes Können in der digitalen Welt" eröffnet. Die unter der Schirmherrschaft der UNESCO stehende Ausstellung, die u.a. aus Mitteln des BMWFW sowie der Bundessparte Gewerbe und Handwerk finanziert wurde, legt einen Fokus auch auf dem aktuellen Boom des Handwerks unter dem Aspekt der Wertschätzung immaterieller Kultur mit ein und bildet gleichzeitig den handwerklichen Alltag im Betrieb ab.

„Handwerk ist Wirtschaftsfaktor und gleichzeitig ein Teil des kulturellen Erbes. Handwerk ist tradiertes Kulturgut und stellt mit diesem Wissen die heutigen Handwerker vor die Herausforderung, Althergebrachtes und neue Techniken erfolgreich miteinander zu verbinden“, betonte die Obfrau der Bundessparte Gewerbe und Handwerk, Renate Scheichelbauer-Schuster. Handwerk müsse als diese Schnittstelle wahrgenommen werden, denn auch angesichts einer fortschreitenden Digitalisierung der Wirtschaftsbereiche, werde der Handwerker von morgen noch immer auf seinen erworbenen Kenntnissen und Fähigkeiten bauen.

Hintergrund der Ausstellung ist eine – gemeinsam von BMWFW, BKA und WKÖ - beauftragte UNESCO-Studie, die die handwerklichen Berufe seit 1950 durchleuchtet. Angesichts der sich laufend verändernden Berufsbilder, ist das Handwerk in seiner Vielfalt laufend aufgefordert, sich den neuen Gegebenheiten anzupassen. Diese Anpassungsfähigkeit ist die besondere Stärke traditioneller Handwerksbetriebe, die sich damit erfolgreich am Markt positionieren können. Besondere Bedeutung hat die handwerkliche Ausbildung, über die tradiertes Wissen und neue Kenntnisse und Fähigkeiten vermittelt wird. „Traditionell“ wird dabei von der UNESCO so definiert, dass gelebtes Erfahrungswissen über Generationen abgewandelt, erweitert und damit an zukünftige Herausforderungen angepasst weitergegeben wird. Klar wird festgehalten, dass ein Fehlen dieser Wissensweitergabe dazu führt, dass mittelfristig weite Bereiche des Handwerks gefährdet sind, da Wissen verloren geht.

Im Rahmen der UNESCO-Studie zeigt sich, dass rund 160 Staaten weltweit traditionelles Handwerk zum kulturellen Erbe der Menschheit zählen. Österreich hat sich hier mit der Ratifizierung des UNESCO-Übereinkommens zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes verpflichtet, zu der eben auch das traditionelle Handwerk zählt. Damit verbunden ist das von der UNESCO geführte Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes in Österreich, das traditionelle Handwerkstechniken sichtbar.

Um den besonderen Wert des Handwerks insbesondere Kindern und Jugendlichen sichtbar zu machen und damit verbunden auch Berufschancen aufzuzeigen, legt die Ausstellung, bis 9.4.2017 im MAK einen Kids-Schwerpunkt. Hierzu zählen etwa Workshops zur Erkundung wichtiger Handwerksmaterialien, das Herstellen von Werkzeugen, Forschungsprojekte mit Smartwatches, etc.

 

 

 

Allgemeine Informationen:
http://www.MAK.at

 

 

 

 

 

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