Wetterbox Tirol

 

erstellt am
02. 02. 17
13:00 MEZ

Neu aufbereitete Wetterdaten bringen mehr Sicherheit und Planbarkeit – Größeres meteorologisches Datenangebot für das Land Tirol in neuem Kleid
Innsbruck (lk) - Das Land Tirol und die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) haben einen neuen Vertrag zur Bereitstellung meteorologischer Daten geschlossen. Im Rahmen der so genannten Wetterbox Tirol wird eine Vielzahl von Wetterinformationen und Spezialdaten für die Landeswarnzentrale, den Lawinenwarndienst, Lawinenkommissionen, den Hydrographischen Dienst oder den Straßendienst nunmehr auf einer gemeinsamen Plattform anschaulich dargestellt. Rund 1.700 Personen haben Zugriff.

„Exakte Wetterinformationen sind ein wichtiges Hilfsmittel und Entscheidungsgrundlage für viele Dienststellen im Land Tirol sowie die Verantwortlichen in den Gemeinden und Einsatzorganisationen“, betont der für Zivil- und Katastrophenschutz zuständige LHStv Josef Geisler anlässlich der Vertragsunterzeichnung. Über die neue Wetterplattform werden noch umfangreichere Daten nunmehr konzentriert und grafisch aufbereitet zur Verfügung gestellt. Start für die neue Wetterbox Tirol ist am 1. April 2017. Die jährlichen Kosten für das erweiterte Angebot an Wetterinformationen belaufen sich auf 112.000 Euro.

Für den Direktor der ZAMG Michael Staudinger ist die Wetterbox Tirol die optimale Plattform, um rund um die Uhr einen einheitlichen, extrem schnellen und maßgeschneiderten Informationsfluss zu ermöglichen: „Unterschiedliche Arbeitsbereiche erfordern oft unterschiedliche Wetterinformationen und unterschiedliche Aufbereitungen der Daten. Die Wetterbox garantiert, dass alle Nutzer in Tirol die auf ihren Bereich zugeschnittenen, bestmöglichen Wetterprodukte erhalten. Wichtig ist auch, dass das die Wetterbox gemeinsam weiterentwickelt wird. Wir ermitteln daher in regelmäßigen Workshops die Erfahrungen und Bedürfnisse der Nutzer und die neuesten Anwendungsmöglichkeiten auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft.“

Exakte Prognosen und gezielte Information
Rund 1.700 Personen in ganz Tirol werden Zugriff auf die für sie relevanten meteorologischen Daten haben. Neben den verschiedenen Landesdienststellen stehen ausgewählte Daten der ZAMG auch Gemeinden, Feuerwehren oder Lawinenkommissionen zur Verfügung. „Exakte Prognosen und gezielte Information ermöglichen es uns, uns früher und besser auf Wetterereignisse vorzubereiten. Damit erhöhen wir die Sicherheit für die Bevölkerung“, so Geisler. Mehrfach bewährt hat sich die SMS-Verständigung von Verantwortungsträger in den Gemeinden und bei den Feuerwehren bei kleinräumigen Starkregen- oder Hagelereignissen.

Das Leistungspaket der ZAMG für das Land Tirol umfasst neben dem klassischen Wetterbericht auch kurzfristige meteorologische Vorhersagen in hoher räumlicher Auflösung. Von Mai bis Oktober werden aktuelle und vorhergesagte Gewitter- und Hagelzellen für einen Prognosezeitraum von bis zu 30 Minuten dargestellt.

Saisonal und regional
Für den Straßenwinterdienst gibt es Temperatur- und Niederschlagsvorhersagen. Die Mitarbeiter des Räum- und Streudienstes werden per SMS und direkt über die Internetplattform des Landes informiert. Die Prognosen beinhalten auch eine Beurteilung der Glättegefahr. Dabei wird Tirol in 43 Regionen eingeteilt. Der Lawinenwarndienst des Landes und die Lawinenkommissionen erhalten Informationen über die prognostizierte Neuschneemenge für die kommenden 24 Stunden. Die Prognose ist für zwölf Gebirgsregionen verfügbar. Außerdem werden Gesamtschneehöhe, Neuschneesummen und Schneetemperaturen übermittelt.

Für den Hydrographischen Dienst des Landes werden alle zehn Minuten sämtliche Daten des ZAMG-Messnetzes übermittelt. Niederschlagprognosen für einen Zeitraum von bis zu fünf Tagen wie auch Daten über Schmelzwasser fließen in Hochwasserprognosen ein.

Spezialservices im Rahmen der Wetterbox sind das Starkregenwarnsystem für das Hahntennjoch und die Schneewarnung für die Almwirtschaft. Der Niederschlag im Umfeld des Hahntennjochs wird registriert und für die kommende halbe Stunde vorhergesagt. Bei Überschreitung einer bestimmten Schwelle wird die Ampel auf der Passstraße auf Rot geschalten. Während der Almsaison erhalten rund 1.300 Almbewirtschafter zum Schutz des Almviehs eine SMS-Warnung bei Schnee-, Gewitter- oder Hagelgefahr.

 

 

 

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