Steinkellner: Grünes Licht für die neue Mühlkreisbahn

 

erstellt am
03. 03. 17
13:00 MEZ

Oö. Landtag fasst einstimmigen Grundsatzbeschluss zur Attraktivierung
Linz (lk) - "Mit dem einstimmigen Beschluss wurde ein klares Bekenntnis für den Ausbau des öffentlichen Verkehrs abgelegt. Mit diesem wichtigen ÖV Projekt haben wir die großartige Möglichkeit, eine zukunftsfähige Anbindung für die Pendlerinnen und Pendler aus dem Mühlviertel zu schaffen und damit auch die Pendlerrouten zu entlasten", unterstreicht Landesrat für Infrastruktur Günther Steinkellner.

Die lange Diskussion über die Zukunft der Mühlkreisbahn fand mit dem klaren Beschluss im gestrigen Landtag ein Ende. Bereits in den 1990er Jahren wurden verschiedene Varianten mit einer Durchbindung zum Linzer Hauptbahnhof diskutiert. So wurde neben der Variante der City-S-Bahn auch ein straßenbahnähnliches Stadt-Regio-Tram-Konzept diskutiert. Aus allen vorliegenden Systemvarianten erarbeitete das renommierte schweizer Unternehmen Metron in einer abschließenden Studie ein System, dass auch auf aktuell geltende Normen und Gesetze abgestimmt ist.


Die Kernpunkte des Studienergebnisses umfassen

Die Beibehaltung der Normalspur
Mit dem Bestand der Normalspur können Kapazitäts- und Komfortvorteile sichergestellt werden. Darüber hinaus entfallen teure Umbauarbeiten und eine Nutzung der Gesamtstrecke bis Aigen-Schlägl ist möglich.

Die Optimierung des Umsteigeknotens zur Straßenbahn
Der Umsteigeknoten am Mühlkreisbahnhof zur Straßenbahn soll qualitativ verbessert und so für die Fahrgäste attraktiver werden.

Die Nutzung der neuen Donaubrücke und der zweiten Straßenbahnachse
Ein Teilstück der Route führt über die neue Donaubrücke und die zweite Straßenbahnachse durch Linz. Um die Fahrzeuge mit unterschiedlichen Spurweiten über die Straßenbahnachse führen zu können, wird neben den Straßenbahngleisen eine dritte Schiene verlegt. "Da mit der zweiten Linzer Schienenachse wichtige Standorte mit zahlreichen Arbeitsplätzen angefahren werden, können Umlagerungseffekte erzielt werden. Hierdurch wird die Landstraße zukünftig entlastet", betont Steinkellner.

Einbindung in das S-Bahn-System als Linie S6
Die Mühlkreisbahn soll zukünftig als Linie 6 in das S-Bahn-System integriert werden. Die Fahrgäste können dann direkt am Bahnsteig 1 des Linzer Hauptbahnhofs aus- und einsteigen. "Durch die Einbindung in das S-Bahn-System wird der Inselbetrieb der Mühlkreisbahn aufgehoben", führt Steinkellner an. "Darüber hinaus ergeben sich Vorteile für die Pendlerinnen und Pendler aus den charakteristischen, engen Taktverbindungen des S-Bahn-Systems", so Landesrat Günther Steinkellner weiter.

Moderne Zwei-System-Fahrzeuge
Um den aktuellen gesetzlichen Bestimmungen und Sicherheitsanforderungen nachzukommen, bedarf es der Anschaffung moderner Zwei-System-Fahrzeuge. Diese erfüllen sowohl die vorgeschriebenen Normen für Züge, als auch jene für Straßenbahnen. Darüber hinaus ist der Betrieb innerorts elektrisch und außerhalb mit Dieselantrieb möglich. Der Dieselbetrieb erlaubt weiters eine Einbindung der gesamten Strecke bis Aigen-Schlägl. Die grobgeschätzten jährlichen Betriebskosten bis Aigen-Schlägl werden mit rund 11,5 Millionen Euro geschätzt.

Der weitere Fahrplan der Mühlkreisbahn beinhaltet arbeitsintensive Schritte. So wird eine Finanzierungsunterstützung von Seiten des Bundes angestrebt, welche zu verhandeln ist. Bereits jetzt sind Arbeitsgruppen von Stadt und Land installiert, welche die weitere Koordinierung des Projekts begleiten. "Eine modernisierte, komfortable und schnelle Mühlkreisbahn mit geeigneter An- und Durchbindung stellt eine zukunftsfähige Lösung für die zahlreichen Pendlerinnen und Pendler aus dem Mühlviertel dar. Ich freue mich, dass durch den breiten Schulterschluss eine wichtige Weichenstellung erfolgt ist und hoffe auch weiterhin auf große Unterstützung", so Landesrat Steinkellner abschließend.

 

 

 

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