Arbeitsmarkt im Jahr 2016

 

erstellt am
22. 03. 17
13:00 MEZ

Mehr Unselbständige, aber auch mehr Arbeitslose als 2015
Wien (statistik austria) - Im Jahr 2016 waren laut Statistik Austria 4.220.300 Personen in Österreich erwerbstätig und 270.000 arbeitslos (internationale Definition). Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl der Unselbständigen um 74.300 auf 3.683.500. 2016 arbeiteten 43.500 Unselbständige mehr in Teilzeit und 30.800 mehr in Vollzeit als 2015. Der Beschäftigungszuwachs wurde besonders bei ausländischen Staatsangehörigen und älteren Erwerbstätigen beobachtet. Die Anzahl der Selbständigen sowie auch der mithelfenden Familienangehörigen veränderte sich kaum. Mit 270.000 Arbeitslosen und einer Arbeitslosenquote von 6,0% erreichte die Arbeitslosigkeit ein höheres Niveau als im Vorjahr (251.800 bzw. 5,7%). Diesen arbeitslosen Personen standen 72.800 offene Stellen gegenüber (2015: 66.600).

Unselbständige: Plus bei Frauen und Männern, ausländischen Staatsangehörigen und Älteren
Der Anstieg bei den unselbständig Erwerbstätigen (+74.300) im Jahresvergleich verteilte sich auf Frauen (+35.200) und Männer (+39.100). 2016 gab es deutlich mehr ausländische Staatsangehörige (+50.500) und ältere Personen (55+ Jahre: +41.500), die unselbständig beschäftigt waren, als noch 2015. Im Detail zeigt sich, dass das Plus bei den älteren (ab 55-jährigen) unselbständig Erwerbstätigen auf österreichische Staatsangehörige konzentriert war, während der Anstieg bei den ausländischen unselbständig Erwerbstätigen durchwegs jüngere Altersgruppen betraf.

Teilzeitbeschäftigung wächst stärker als Vollzeit, Männer holen auf
Mehr als die Hälfte (58,5%) des Anstiegs gegenüber dem Vorjahr entfiel bei den unselbständig Erwerbstätigen auf Teilzeitbeschäftigte (+43.500), die bei Frauen und Männern gleichermaßen zunahmen. Die Zahl der Vollzeitbeschäftigten stieg um 30.800 (darunter: Männer +17.400).

Im Vergleich zu 2015 ergaben sich die größten Beschäftigungszuwächse unter den unselbständig Erwerbstätigen in den Wirtschaftsbereichen "Beherbergung und Gastronomie" (+15.200, meist Vollzeit), "Gesundheits- und Sozialwesen" (+15.300, meist Teilzeit) und "Information und Kommunikation" (+11.900, Teilzeit und Vollzeit).

Arbeitslosigkeit höher als im Vorjahr, bei beiden Geschlechtern und in den meisten Altersgruppen
Nach internationaler Definition gab es im Jahresdurchschnitt 2016 270.000 Arbeitslose, das sind deutlich mehr als im Vorjahr (251.800). Auch die Arbeitslosenquote nach internationaler Definition stieg leicht auf 6,0% (2015: 5,7%). Die Zunahme betraf Frauen und Männer und war auf keine bestimmte Altersgruppe konzentriert. 2016 gab es zudem etwas mehr erstmals Arbeitsuchende und auch mehr Langzeitarbeitslose als 2015.

Die Anzahl der beim Arbeitsmarktservice (AMS) registrierten Arbeitslosen lag 2016 bei 357.300 Personen, die daraus abgeleitete nationale Arbeitslosenquote betrug 9,1%. Anzahl und Quote nach nationaler Definition lagen damit auf dem Niveau des Vorjahres. Die unterschiedliche Entwicklung der Anzahl der Arbeitslosen nach nationaler bzw. internationaler Definition erklärt sich durch die Zunahme bei jenen Personengruppen, die nicht beim AMS als arbeitslos registriert sind, jedoch nach internationaler Definition als arbeitslos gezählt werden, beispielsweise erstmals Arbeitsuchende. Definitionsbedingt (siehe methodische Hinweise) liegen sowohl die Zahl der beim AMS registrierten Arbeitslosen als auch die nationale Arbeitslosenquote deutlich über dem Niveau der von Statistik Austria erhobenen Zahlen nach internationaler Definition.

Veränderungen am Arbeitsmarkt im Fünf-Jahres-Rückblick
Verglichen mit dem Jahr 2011 gab es 2016 um 167.800 mehr Erwerbstätige, davon +95.800 Frauen und +72.000 Männer. Der Zuwachs konzentrierte sich auf Unselbständige und nahezu ausschließlich auf Teilzeitbeschäftigte. Die Zahl der in Vollzeitjobs beschäftigten Frauen nahm gegenüber 2011 leicht ab. Die Teilzeitquote erhöhte sich bei den Erwerbstätigen insgesamt von 25,3% auf 28,7%. Die Erwerbstätigenquote (15 bis 64 Jahre) stieg von 71,1% auf 71,5%. Der Anstieg war vor allem bei Älteren (55 bis 64 Jahre) festzustellen, deren Erwerbstätigenquote sich deutlich auf 49,2% erhöhte (2011: 39,9%). Zudem gab es 2011 lediglich 193.800 Arbeitslose nach internationaler Definition, um 76.200 weniger als 2016. Die Arbeitslosenquote lag dementsprechend 2011 bei 4,6%, 2016 bei 6,0%.

4. Quartal 2016: Mehr Erwerbstätige, vor allem in Teilzeit; Arbeitslosigkeit auf Vorjahresniveau
Im 4. Quartal 2016 gab es 4.240.000 Erwerbstätige und 252.100 Arbeitslose nach internationaler Definition. Die Arbeitslosenquote betrug 5,6%. Gegenüber dem 4. Quartal 2015 wuchs die Zahl der Erwerbstätigen deutlich (+60.000), meist Unselbständige in Teilzeit. Der Anstieg der Beschäftigung zeigte sich bei Frauen und Männern, besonders bei ausländischen Staatsangehörigen und bei Älteren. Die Erwerbstätigenquote war mit 71,8% um 0,5 Prozentpunkte höher als vor einem Jahr. Die Anzahl der Arbeitslosen und die Arbeitslosenquote blieben bei Frauen (110.600 bzw. 5,3%) und Männern (141.500 bzw. 6,0%) auf dem Niveau des 4. Quartals 2015.

Methodische Informationen, Definitionen:
Die vorliegenden Daten stammen aus der "Europäischen Arbeitskräfteerhebung" (AKE), die in allen Mitgliedsländern der EU stattfindet. Dabei werden in zufällig ausgewählten privaten Haushalten in standardisierter Form Informationen zu Erwerbstätigkeit und Arbeitsuche erhoben. In Österreich wird die AKE im Rahmen des Mikrozensus durchgeführt – eine Stichprobenerhebung, bei der wöchentlich ca. 1.500 Haushalte befragt werden. Diese Daten werden auf die Bevölkerungszahl hochgerechnet; die hochgerechneten Ergebnisse liegen mit einer Wahrscheinlichkeit von 95% im Bereich der in der Tabelle ausgewiesenen unteren und oberen Schranken. Die publizierten Zahlen sind saisonal nicht bereinigt.

Erwerbstätige nach internationaler Definition
Personen, die in der Referenzwoche mindestens eine Stunde gearbeitet haben oder die wegen Urlaub, Krankheit usw. nicht gearbeitet haben, aber normalerweise einer Beschäftigung nachgehen. Präsenz- und Zivildiener sind ausgeschlossen.

Erwerbstätigenquote
Erwerbstätige im Alter von 15 bis 64 bezogen auf die gleichaltrige Bevölkerung.

Arbeitslose nach internationaler Definition
Personen, die im Sinne dieses Konzeptes nicht erwerbstätig sind, die weiters innerhalb der nächsten beiden Wochen nach der Referenzwoche eine Arbeit aufnehmen können und in der Referenzwoche oder den drei vorhergehenden Wochen aktiv eine Arbeit gesucht haben oder nur deshalb nicht gesucht haben, weil sie bereits eine Arbeit gefunden haben, die sie innerhalb von drei Monaten aufnehmen werden.

Arbeitslose nach nationaler Definition
Die beim Arbeitsmarktservice (AMS) als arbeitslos vorgemerkten, nicht selbständig oder unselbständig erwerbstätigen Personen. Geringfügige Beschäftigungen (lt. Hauptverband der Sozialversicherungsträger, kurz: HV) sind hier ausgenommen, d. h. eine arbeitslose Person kann gleichzeitig geringfügig beschäftigt sein.

Arbeitslosenquote
Anteil der Arbeitslosen an den Erwerbspersonen (Erwerbstätige plus Arbeitslose). Arbeitslosenquote nach internationaler Definition: Hier werden die nach internationalen Richtlinien erhobenen Erwerbstätigen und Arbeitslosen im Alter von 15 bis 74 Jahren für die Berechnung der Quote herangezogen.

Arbeitslosenquote nach nationaler Definition
beruht auf den Arbeitslosen lt. AMS und den unselbständig Beschäftigten lt. HV. Selbständige und Mithelfende sind hier nicht bei den Erwerbspersonen enthalten, geringfügig Beschäftigte nur dann, wenn sie als arbeitslos vorgemerkt sind. Für die Berechnung der Arbeitslosenquote nach nationaler Definition ergibt sich daher ein größerer Zähler (Arbeitslose), aber ein kleinerer Nenner (Arbeitslose + Erwerbstätige) und in der Folge eine höhere nationale Arbeitslosenquote als bei der Anwendung der internationalen Richtlinien.

Teilzeitarbeit
Die hier präsentierten Zahlen basieren auf einer direkten Frage nach Teilzeitarbeit.

Offene Stellen
Die Offene-Stellen-Erhebung von Statistik Austria wird seit dem 1. Quartal 2009 für die Wirtschaftsabschnitte B bis S (ÖNACE 2008) laufend durchgeführt. Insgesamt werden pro Quartal rund 6.000 Unternehmen befragt.

Weitere Informationen zum Thema finden Sie hier >

 

 

 

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