Zwei Tiroler Gemeinden als Beispiel für Europa

 

erstellt am
31. 03. 17
13:00 MEZ

EP-Vizepräsidentin Lunacek und LRin Baur besichtigen Grundversorgungseinrichtung der TSD Aldrans/Sistrans
Brüssel/Aldrans/Sistrans/Innsbruck (lk) - Ein gelungenes Projekt der Kooperation in Sachen Flüchtlingshilfe stellte Soziallandesrätin Christine Baur der Vizepräsidentin des EU-Parlaments Ulrike Lunacek am 30.03. beim Besuch des Flüchtlingsheims Aldrans/Sistrans vor: Die AsylwerberInnenunterkunft steht zur Hälfte auf Sistranser und Aldranser Gemeindegebiet – die beiden Orte zeigten sich damit gemeinsam solidarisch gegenüber schutzsuchenden Menschen und teilen sich die Abgaben sowie die Betreuung der dort lebenden Kinder.

„Die Unterkunft ist in vielerlei Hinsicht vorbildhaft: Sie wurde in umweltfreundlicher Holzbauweise gebaut, die in dieser Art in Tirol bisher noch nicht angewendet wurde. Mit SisAL kümmert sich ein engagierter Freundeskreis ehrenamtlich um die Anliegen der schutzsuchenden Menschen: diese Freiwilligen verbringen Zeit mit ihnen, unterstützen sie beim Erlernen der deutschen Sprache und setzen so wertvolle Integrationsschritte“, berichtet LRin Christine Baur. SisAL wurde bereits vor der Ankunft der AsylwerberInnen in Sistrans und Aldrans gegründet und trägt maßgeblich zur Akzeptanz und der Integration der AsylwerberInnen bei. „Wir verstehen uns als Brückernbauerinnen und Brückenbauer zwischen den geflüchteten Menschen und den Einheimischen“, umschreibt Pia Krismer, Mitglied von SisAL, die Funktion der Ehrenamtlichen.

„Ich besuche gerne solche funktionierenden Erfolgsprojekte“, betonte EP-Vizepräsidentin Lunacek beim Lokalaugenschein. „In meiner Funktion komme ich europaweit in viele Länder und kann dann auf diese Beispiele mit Vorzeigecharakter verweisen – vor allem in Ländern, die derzeit keine oder wenig Asylsuchende aufnehmen“.

„Derzeit leben 25 Asylwerberinnen und –werber aus Afghanistan, Iran, Irak, Nigeria, Pakistan und Syrien in der Unterkunft Aldans/Sistrans, darunter zwei Familien mit kleinen Kindern. Der jüngste der Bewohnerinnen und Bewohner ist zwei Wochen alt“, informiert Stefanie Fauster, Leiterin der TSD-Grundversorgungseinrichtung Aldrans/Sistrans. Die BewohnerInnen versorgen sich weitgehend selbst: sie kochen, waschen ihre Wäsche und sind auch für die Reinigung verantwortlich.

„Die Asylwerberinnen und Asylwerber sind in unseren Gemeinden engagiert und leisten gemeinnützige Arbeit. Im Moment haben wir mit dem Frühjahrsputz im Gemeindegebiet viel Arbeit und können diese Unterstützung aus der Grundversorgungseinrichtung gut gebrauchen“, berichtet der Sistranser Bürgermeister Josef Kofler.

 

 

 

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