Rauchverbot bis 18: Jugendreferenten stellen Weichen

 

erstellt am
30. 03. 17
13:00 MEZ

„Jugendkrankheit Rauchen“: LHStv.in Prettner setzt sich für Rauchverbot bis 18 ein und betont Wichtigkeit der Prävention – Es geht um Bewusstseinsbildung
Klagenfurt (lpd) - Österreich, Belgien, Luxemburg: Europaweit sind es nur diese drei Länder, die Rauchen schon ab 16 Jahren erlauben. Für alle anderen EU-Länder gilt: Rauchverbot bis 18 Jahre. Allerdings stehen die Chancen gut, dass Österreichs Jugendreferenten am 31.03. bei ihrem Treffen in Krems die Weichen für die Anhebung des Rauchverbotes von 16 auf 18 Jahre stellen. Kärntens Jugendreferentin LHStv.in Beate Prettner spricht sich im Vorfeld jedenfalls klar für eine Änderung und österreichweite Vereinheitlichung des Gesetzes aus. „Auch in meiner Zuständigkeit als Gesundheitsreferentin ist mir das ein Anliegen - nicht zuletzt, weil eine kausale Ursache für eine Lebensverkürzung weder schönzureden noch wegzudiskutieren ist", betont Prettner.

Vor allem aber könne das Rauchverbot bis 18 Jahre „als Maßnahme zur Bewusstseinsbildung gesehen werden“, sagt Prettner. Tatsächlich wird dieser Effekt auch von wissenschaftlichen Studien - basierend auf internationalen Erfahrungen - belegt: Die Anhebung des Mindestalters für den Kauf von Zigaretten zieht demnach eine bis zu 30-prozentige Verringerung des Zigarettenkonsums in der betroffenen Altersgruppe nach sich.

Laut Florian Stigler vom Institut für Allgemeinmedizin und evidenzbasierte Versorgungsforschung der MedUni Graz zeigte sich ein Effekt aber auch bei den Elf- bis 15-Jährigen: Der Raucheranteil habe sich in dieser Gruppe um ein Drittel reduziert.

Bedeutend sei, so Prettner, die Tatsache, dass Rauchen quasi als „Jugendkrankheit“ angesehen werden müsse. Denn: „Wer nicht schon als Kind bzw. Jugendlicher damit anfängt, wird später kaum noch zum Raucher.“ Ebenso bedeutend sei die Tatsache, wonach bereits im Alter von 20 Jahren 80 Prozent der Raucher bereuen, dass sie überhaupt damit begonnen haben. Viele von ihnen schaffen es dann aber ein Leben lang nicht, von der Zigarette wieder wegzukommen. „Das heißt, wir haben jene Maßnahmen zu setzen, die es gerade jungen Menschen schwerer machen, mit dem Rauchen zu begonnen“, ist Prettner überzeugt.

Überzeugt ist sie auch davon, Präventions- und Sensibilisierungsmaßnahmen zu verstärken. „Verbote sind das eine, Aufklärung ist das andere. Wir dürfen nicht müde werden, ganz massiv an der Bewusstseinsbildung zu arbeiten“, sagt die Jugend- und Gesundheitsreferentin. Deshalb hat das Land Kärnten über die Landesstelle Suchtprävention bereits vor zwei Jahren eine nachhaltige Tabakpräventionsstrategie entwickelt. Schwerpunkte sind präventive Angebote für Kinder und Jugendliche, Veranstaltungen in Schulen, die Sensibilisierung von Erwachsenen und der Ausbau von Raucherentwöhnungsangeboten.

 

 

 

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