Erfolge gegen Drogenhandel im Darknet

 

erstellt am
23. 05. 17
13:00 MEZ

Wien (bmi) - Eine Task Force im Bundeskriminalamt ermittelt seit März 2015 gegen den illegalen Drogenhandel im Darknet: Ermittlungsverfahren gegen 697 Personen, 159 Dealer ausgeforscht, 35 kg Suchtgift sowie 4.500 Tabletten sichergestellt. Im Rahmen der internationalen Operation PORTO konnten Hunderte per Post versendete Pakete abgefangen werden, die nach Österreich geliefert werden sollten. Die Operation PORTO wurde im August 2016 vom BK in Kooperation mit deutschen Strafverfolgungsbehörden initiiert. Ermittlungen ergaben, dass ein Großteil der über das Darknet verkauften illegalen Drogen in den Niederlanden hergestellt wurde. Die Drogen wurden in Deutschland von Mittelsmännern per Post in die ganze Welt versandt. Bei der Überprüfung von Postsendungen in internationalen Flughäfen in Deutschland stellten Ermittler etwa 6.000 Postsendungen mit insgesamt 170 kg Suchtgift sicher. Die Empfänger verteilten sich auf 60 Nationen, wobei Österreich nach den USA den zweiten Platz einnahm.

In Österreich wurden gegen 174 Personen Ermittlungsverfahren durchgeführt, die 56 kg Suchtgift im Darknet erworben, eingeführt und größtenteils weiterverkauft hatten. 98 davon konnte der gewerbsmäßige Handel mit großen Mengen an illegalen Suchtmitteln nachgewiesen werden. Im Zuge von 74 Hausdurchsuchungen wurden 27 kg Suchtgift und 3.200 Stück Ecstasy-Tabletten sichergestellt.

Durch die Ermittlungen der Kriminalbeamten der Landeskriminalämter konnten bereits Hinweise über die Versender der Suchtmittel in den Niederlanden gewonnen werden. Die Ermittlungen dazu sind im Laufen.

"Die Spezialisten des Bundeskriminalamtes haben das Problem des internationalen Suchtgifthandels über das Darknet schnell erkannt. Hier gilt es sich – ebenso wie die Kriminellen – international zu organisieren und schlagkräftige Teams zusammenzustellen. Das ist uns hier gut gelungen und ich wünsche den Ermittlern auch in Zukunft viel Erfolg bei der Aufdeckung von Täterstrukturen", sagte Innenminister Wolfgang Sobotka.

Gesamtergebnisse der Task-Force
Insgesamt wurden seit Gründung der Task-Force im BK im März 2015 in Österreich 697 Personen angezeigt, die 123 kg Suchtgift und 78.000 Stück Ecstasy-Tabletten im Darknet erworben, eingeführt und größtenteils weiterverkauft hatten. 159 davon konnte der gewerbsmäßige Handel mit großen Mengen nachgewiesen werden. Im Zuge von 181 Hausdurchsuchungen wurden 35 kg Suchtgift und 4.500 Stück Ecstasy-Tabletten sichergestellt. Die meisten Bestellungen von Suchtgift gab es in Oberösterreich mit knapp 32 Prozent, gefolgt von Wien (21 Prozent), der Steiermark (12,5 Prozent) und Niederösterreich (10 Prozent).

Drogentote
Bei neun Drogentoten österreichweit im Zeitraum von Sommer 2014 bis Jänner 2017 konnte ein Zusammenhang mit Online-Suchtmittelbestellungen nachgewiesen werden. Das Durchschnittsalter zum Zeitpunkt des Ablebens betrug 30 Jahre. Das jüngste Drogenopfer war 18 Jahre alt, das älteste 43. Unter den Drogentoten befand sich auch eine 37-jährige verheiratete Mutter aus Niederösterreich. Diese verstarb nach dem Konsum von Drogen, die in einem Online-Shop erworben worden waren.

 

 

 

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