Wer heimische Milch kauft, sichert die Milchwirtschaft

 

erstellt am
31. 05. 17
13:00 MEZ

LR Benger zum Weltmilchtag am 1. Juni: Kärntner Milchwirtschaft nicht über dem Berg – Best-Bieter-Prinzip für öffentliche Einrichtungen kann Eigenbedarf im Land steigern
Klagenfurt (lpd) - Vor rund einem Jahr haben Agrarreferent LR Christian Benger, die bäuerliche Interessensvertretung, Kärntner Molkereien und viele Milchbauern auf die bedrohliche Lage in der Milchwirtschaft hingewiesen. „Für unsere Milchbauern war die Lage prekär, viele in ihren Existenzen bedroht. Der Preisverfall für Milch lag bei 25 Prozent, der Milchpreis im Juni 2016 bei 30 Cent“, erinnert Benger am 30.05. im Pressefoyer nach der Regierungssitzung anlässlich des bevorstehenden Weltmilchtages. Dieser Preisverfall bedeutete für die Kärntner Milchbetriebe im Schnitt 8.600 Euro weniger Umsatz. Grund waren die Überproduktion in Europa nach Wegfall der Milchquote und die verringerten Exportmengen nach China sowie das Russlandembargo.

Heute liegt der Milchpreis bei 32 bis 33 Cent pro Kilogramm, Zuschläge gibt es für Bio-Milch. „Die Situation ist nach wie vor bedenklich unsere kleinen Milchbetriebe sind noch nicht über dem Berg“, fasst Benger in der Regierungssitzung seinen Bericht zusammen. Vor dem Preisverfall wurden noch 40 Cent für einen Kilo Milch gezahlt. Erfreulich in der angespannten Situation sei jedoch, dass die Zahl der Milchbetriebe stabil geblieben und die Anzahl der Milchkühe um drei Prozentangestiegen ist. „Unsere Landwirte in den Berggebieten haben keine Alternative zur Milchwirtschaft. Für sie gilt: durchbeißen oder aufgeben. Aber unsere Bauern geben nicht auf“, betonte Benger. 2.100 Milchbetriebe liefern in Kärnten 192.000 Tonnen Milch im Jahr, 50 Prozent dieser Betriebe haben weniger als zehn Kühe.

„Wir haben im Vorjahr auf Landesebene Sofortmaßnahmen gesetzt, um unsere kleinstrukturierte Milchwirtschaft zu unterstützen. 500.000 Euro Transportkostenzuschuss flossen 2016, auch 2017 haben wir die gleiche Summe aufgebracht“, erklärte Benger. Vor allem im bergbäuerlichen Bereich sollte der Zuschuss helfen.

Indirekt hat das Land versucht über die Einführung des Best-Bieter-Prinzips den Eigenbedarf an Milch im Land zu steigern. Öffentliche Einrichtungen, wie Krankenhäuser oder Pflegeheime müssen nicht mehr billigste Lebensmittel beschaffen. Sie könne nun zu heimischen Produkten, wie Milch, greifen. „Damit bleibt unser Steuergeld im Land, mit dem die öffentlichen Einrichtungen gesichert werden und die Familienbetriebe werden gesichert. Ich kann nur appellieren: Alle öffentliche Einrichtungen müssen heimische Milch kaufen“, so Benger.

Zusätzlich wurde aus dem Agrarreferat die Errichtung eines Butter-Portionierers bei der Kärntner Milch unterstützt. Damit können nun auch die Kleinbutter-Portionen mit heimischer Butter in Krankenhäusern aber auch im Tourismus angeboten werden.
EU und Bund haben weitere Maßnahmen gesetzt. Um die Milchmengen zu reduzieren und den Preis zu stabilisieren, flossen in Österreich 6,8 Mio. Euro. 11.000 Tonnen Milch wurden weniger geliefert.

 

 

 

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