Koralmbahn: Auch letzter Kärntner Abschnitt in Bau

 

erstellt am
08. 06. 17
13:00 MEZ

LH Kaiser, LR Darmann, LR Benger und LR Holub bei offiziellem Baustart der ÖBB Infrastruktur AG für Abschnitt Aich-Mittlern
Klagenfurt (lpd) - Auch der letzte Kärntner Abschnitt der Koralmbahn ist seit 07.06. in Bau. Der offizielle Baustart für den zehn Kilometer langen Abschnitt Aich-Mittlern erfolgte in Anwesenheit von Landeshauptmann Peter Kaiser, Landesrat Gernot Darmann, Wirtschaftslandesrat Christian Benger, Verkehrslandesrat Rolf Holub, Vorstandsdirektor Franz Bauer von der ÖBB-Infrastruktur AG sowie der Bürgermeister Stefan Visotschnig (Bleiburg) und Hermann Srienz (Feistritz ob Bleiburg). Symbolisch wurde ein großes Puzzlestück auf einer Fotowand eingesetzt. Auf diesem Streckenteil werden vier Bahnbrücken mit Straßenunterführung, drei Straßenbrücken, zwei Wildbrücken sowie die neue Haltestelle Wiederndorf-Aich (barrierefrei und mit Park&Ride-Anlage) errichtet. Außerdem wird die 55 Jahre alte und 96 Meter hohe Jauntalbrücke adaptiert und zweispurig ausgebaut. Fünf Jahre Bauzeit und eine Investition von 150 Mio. Euro sind für den Abschnitt veranschlagt.

Für Kaiser war es ein geschichtsträchtiger Moment. Er betonte dies im Zusammenhang mit der internationalen Bedeutung des Verkehrsknotenpunktes. Wie alle Redner verwies auch der Landeshauptmann auf die Wichtigkeit des Verladebahnhofes Kühnsdorf. „Ich bin zuversichtlich, dass wir die notwendigen Tonnagen dafür zusammenbringen“, meinte er. Der Start des letzten Koralmbahn-Bauabschnitts in Kärnten sei auf jeden Fall etwas Besonderes: „Die ÖBB kommen hier ins Finale“, so Kaiser. Er dankte den ÖBB, die für Kärnten verlässlicher Partner mit Handschlagqualität seien.

Darmann, selbst aus dem Lavanttal stammend, verwies auf die Riesenchance für ganz Österreich und insbesondere Kärnten durch die Koralmbahn als Teil der Baltisch-Adriatischen Achse. Wichtig sei es, Wertschöpfung im Land zu halten. In Graz studierende Kärntner könnten bald zur Uni pendeln, Gäste aus der Steiermark hier zum Beispiel die „Mostbarkeiten“ oder die Seen besuchen. „Das alles wird in wenigen Minuten machbar sein, mit der Bahn statt dem Auto“, so Darmann. Die Koralmbahn verbinde Bundesländer und Menschen und stärke den Wirtschaftsstandort Kärnten, dies vor allem auch im Hinblick auf den geplanten Logistikstandort Fürnitz.

Benger betonte, dass Kärnten international angebunden sein werde. Er hob die Wichtigkeit des Verladebahnhofes Kühnsdorf hervor: „Vorbeifahren bringt keinen Mehrnutzen.“ Es gebe hier ein konkretes Interesse und man wolle die Region aktiv entwickeln. Die Jauntaler Wirtschaft brauche den Verladebahnhof. „Wir haben erfolgreiche Unternehmen in der Region“, so der Wirtschaftslandesrat, der auch den entsprechenden Beschäftigungseffekt hervorstrich.

„Wir basteln in Kärnten an den Anschlüssen“, meinte Holub. Ziel sei es, bestmöglich alles im Halbstundentakt zu erreichen. Auch der Verladebahnhof sei im Werden: „Wir werden das gemeinsam machen.“

Vorstandsdirektor Bauer sagte, dass man hier eine „Bahn für Menschen und Güter“ baue. 90 Prozent der Koralmbahn seien bereits im Bau, viele Abschnitte schon fertig. Bauer dankte den politischen Entscheidungsträgern, Behörden, Grundeigentümern, Anrainern, Planenden und Bauenden. Dieser letzte Bauabschnitt sei wie das Setzen eines Schlusssteins bei einem Gewölbe. Bauer verwies auch auf die Anbindung der Jauntal- und Drautalbahn an die Koralmbahn. Zudem würden bei Planung und Bau die sensiblen Naturräume berücksichtigt.

Bürgermeister Visotschnig verwies auf die „tolle“ Trassenführung, die von der Bevölkerung angenommen werde. Er erwarte durch die Koralmbahn wirtschaftliche und touristische Vorteile für die Region. Sein Amtskollege Srienz fand ähnliche Worte, will mit der Bahn Touristen auf die Petzen und an den Pirkdorfer See bringen. Der Verladebahnhof Kühnsdorf wäre sehr wichtig für die Region.

Der Bauabschnitt zwischen Aich und Mittlern beginnt bei der Jauntalbrücke, führt weiter in Richtung Bleiburg und schwenkt im Bereich Aich/Wiederndorf nach Westen in das Waldgebiet der Dobrowa Richtung Mittlern. Die Trasse wurde unter Einbeziehung der Bürgerinnen und Bürger gemeinsam mit der Region erarbeitet. An die Hochleistungsstrecke wird auch die bestehende Bahnstrecke im Abschnitt zwischen Aich und St. Michael ob Bleiburg, die sogenannte „Bleiburger Schleife“, angebunden. Das gewährleistet die moderne Erschließung der Stadt Bleiburg und der Marktgemeinde Feistritz ob Bleiburg über die Bahn.

Die Koralmbahn ist Teil der Baltisch-Adriatischen Achse, dem Verkehrskorridor zwischen der Ostsee und der Adria. Die Hochleistungsstrecke zwischen Graz und Klagenfurt umfasst 130 Kilometer neue Strecke, davon insgesamt 47 Tunnelkilometer, über 100 Brücken und Unterführungen. Zwölf neue Bahnhöfe und Haltestellen entstehen entlang der Neubaustrecke. Herzstück ist der 33 Kilometer lange Koralmtunnel, der sechstlängste Eisenbahntunnel der Welt. Die Koralmbahn soll die Fahrtzeit zwischen Klagenfurt und Graz auf 45 Minuten verkürzen. 1999 war der Projektstart, 2024 ist die Fertigstellung geplant.

 

 

 

 

 

 

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