Mahrer: Spin-off Austria soll Lücke zwischen
 Wissenschaft und Wirtschaft weiter schließen

 

erstellt am
08. 09. 17
11:00 MEZ

15 Millionen Euro für Gründerinitiative an Hochschulen und Forschungseinrichtungen - Unternehmensgründungen von Top-Wissenschaftlern ankurbeln
Wien (bmwfw) - Wissenschafts- und Wirtschaftsminister Harald Mahrer hat am 07.09. im Rahmen eines Pressegesprächs an der Technischen Universität Wien gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft den Startschuss für die Initiative Spin-off Austria gegeben.

Mit Spin-off Austria sollen Unternehmensgründungen von jungen Forscherinnen und Forschern an Hochschulen und Forschungseinrichtungen angekurbelt werden. Die Initiative soll dazu beitragen, Forschungsergebnisse in konkrete Geschäftsideen zu gießen und diese bis zur Gründung eines Unternehmens voranzutreiben.

Steigerung unternehmerischer Ausgründungen als Ziel
„Um Innovation Leader zu werden, müssen wir unser Innovationspotential besser nutzen. Wir wollen nicht den Durchschnitt fördern, sondern die besten Wissenschaftler mit den besten Unternehmen zusammenbringen. Exzellenz und Internationalität sind entscheidend, um bisher ungenützte Chancen zu nutzen und langfristig interessant für Investoren zu werden. Dieses Programm soll helfen, die Lücke zwischen Wissenschaft und Wirtschaft weiter zu schließen und die Expertise und das Potential beider Welten bestmöglich zu verbinden. Dadurch könnten in den nächsten drei Jahren 40-50 zusätzliche Spin-offs entstehen“, so Bundesminister Mahrer. Zum Vergleich: 2016 gab es an den 22 Universitäten in Summe 23 Spin-offs (2015 19, 2014 15).

Vom Spin-off zum Start-up
Spin-off Austria besteht aus einem Fellowship-Programm und darauf aufbauend soll in späterer Folge bei der Austria Wirtschaftsservice Gesellschaft (aws) ein Risikokapitalfonds aufgelegt werden. Das Fellowship ermöglicht Forscherinnen und Forschern, sich ausschließlich auf die Weiterentwicklung ihrer Forschungsergebnisse hin zu konkreten Geschäftsideen zu konzentrieren. Dazu werden sie für bis zu 18 Monate unterstützt und erhalten eine Förderung von maximal 500.000 Euro. Mentoring, Coaching und Weiterbildungsmaßnahmen unterstützen sie dabei zusätzlich. Das Fellowship-Programm ist mit 15 Mio. Euro dotiert und wird über die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) koordiniert. Bewerbungen sind ab sofort bis 18. Jänner 2018 möglich. Einreichfristen für weitere Ausschreibungen sind geplant bis August 2018, Jänner 2019 sowie August 2019.

Zielgruppe von Spin-off Austria sind AbsolventInnen, AssistentInnen, ProfessorInnen und wissenschaftliches Personal (inkl. Studierender) an Universitäten, Fachhochschulen und anderen Forschungseinrichtungen, die marktrelevante Forschungsergebnisse aufweisen.

Universitäten unterstützen Spin-offs vor Ort
Erfreut über den Start der Initiative zeigt sich auch Sabine Seidler, Rektorin der Technischen Universität Wien: „Forscherinnen und Forscher leisten hierzulande hervorragende Arbeit. Seit 2004 wurden insbesondere von den Technischen Universitäten große Anstrengungen unternommen, die wirtschaftliche Verwertung wissenschaftlicher Erkenntnisse voranzutreiben. Dazu wurden verschiedene Instrumente geschaffen, die Anknüpfungspunkte zu professionell verwaltetem Risikokapital sind jedoch bisher gering. Mit diesem Programm wird eine wesentliche Lücke geschlossen, um wissenschaftliche Erkenntnisse zu erfolgreichen unternehmerischen Ausgründungen zu führen.“

Zur Unterstützung der Spin-offs sind heimische Universitäten und Forschungseinrichtungen unerlässlich. Zur besseren Vernetzung und Koordination deren Aktivitäten wurden 2014 so genannte Wissenstransferzentren geschaffen. Diese verstehen sich als Plattform und Drehscheibe, um Forschungsergebnisse, neue Erkenntnisse, Technologien, Erfindungen oder Know-how nicht nur innerhalb der Universitäten, sondern universitätsübergreifend zusammenzuführen. Die Wissenstransferzentren nehmen daher auch in der Umsetzung von Spin-off Austria eine federführende Rolle ein.

ETH Zürich als internationaler Vorreiter
International sind ähnliche Programme bereits etabliert. So auch an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH Zürich), die seit 2010 jährlich Fellowships vergibt. „Die ETH Zürich schaffte mit dem Pioneer Fellowship den Technologie Transfer in die Wirtschaft. Das Programm erlaubt es, innovative Forschungsresultate und eine zündende Geschäftsidee in ein innovatives Produkt zu überführen und bis zur Markttauglichkeit weiterzuentwickeln. Es wurden 10 Spin-offs aus dem Pioneer Fellowship zu den Top 100 Start-ups der Schweiz erkoren – mehr als jemals zuvor: Diese erfreuliche Entwicklung zeigt, dass die im Pioneer Fellowship gegründeten Firmen zu den besten Unternehmerideen der Schweiz gehören und hoffentlich noch viele Erfolgsgeschichten feiern werden“, bestärkt Tomas Brenner, Leiter des Innovation and Entrepreneurship Lab an der ETH Zürich Bundesminister Mahrer in der Umsetzung von Spin-off Austria.

Top-Mentoren unterstützen das Programm
Um junge Forscherinnen und Forscher als „Fellows“ bestmöglich und rasch in der Entwicklung ihrer Geschäftsideen voranzubringen, unterstützen sie Top-Mentoren aus der Wirtschaft. Bei Spin-off Austria mit an Bord sind bereits: Sabine Herlitschka (Infineon), Oliver Holle und Marie-Helene Ametsreiter (Speedinvest), Tom Peruzzi (Global Incubator Network) sowie erfolgreiche Start-up Gründerinnen und Gründer wie Martin Herdina (Wikitude) oder Eva Prieschl-Grassauer (Marinomed).

Ausgründungen als Wirtschaftsturbo
Wie viel Innovationskraft an heimischen Forschungseinrichtungen schon jetzt vorhanden ist zeigt das Beispiel der Mettop GmbH, die 2005 von Iris Filzwieser gemeinsam mit Partnern in Leoben gegründet wurde und mittlerweile ein Global Player ist.

„Ein Programm wie Spin-off Austria hätte während meiner Zeit an der Montanuniversität Leoben den mitunter beschwerlichen Weg von der Idee bis zur Unternehmensgründung enorm erleichtert. Neben der finanziellen Unterstützung sehe ich vor allem die Freistellung von anderen Lehr- oder Universitätsverpflichtungen als größten Vorteil, damit man sich voll und ganz auf das eigene Spin-off und die unternehmerische Zukunft konzentrieren kann. Auch die Möglichkeit, sich bereits frühzeitig Investoren zu öffnen, ist in meinen Augen ein entscheidender Vorteil des neuen Programms“, so Filzwieser.

Community Kick-off im Herbst geplant
Bundesminister Mahrer hebt abschließend nochmals die starke Verzahnung der Initiative mit der Wissenschafts- und Wirtschaftscommunity hervor. Er appelliert: „Jeder unternehmerisch denkende Geist ist eingeladen, Spin-off Austria zu unterstützen und diese Initiative gemeinsam mit uns hochzuziehen. Sei es als Mentor, Forscher oder Multiplikator.“ Dazu wird es im Herbst auch einen Community Jam geben, um die nächsten Schritte co-kreativ zu erarbeiten und Spin-off Austria gemeinsam mit allen Beteiligten zum Erfolg zu führen.

Weitere Informationen:
Bewerbungen für ein Spin-off Fellowship sind ab sofort über das elektronische Einreichsystem (eCall) der FFG möglich: http://www.ffg.at/spin-off

 

 

 

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