Rupprechter: Familienbetriebe sind
die Träger der Berglandwirtschaft

 

erstellt am
15. 09. 17
13:00 MEZ

Memorandum zur Weiterentwicklung der Berglandwirtschaft: Unterstützung der Bergregionen und Verbesserung der Wertschöpfung als zentrale Ziele
St. Johann im Pongau/Wien (bmlfuw) - „Die multifunktionalen Familienbetriebe sind die Träger der Berglandwirtschaft und die Basis für eine flächendeckende Landbewirtschaftung. Die Unterstützung der Bergregionen und die Verbesserung der Wertschöpfung der Bergprodukte sind wesentliche Ziele zur Sicherung einer nachhaltigen Landwirtschaft in den Berg- und benachteiligten Gebieten“, sagte Bundesminister Rupprechter bei der „Internationale Konferenz zur Zukunft der Berglandwirtschaft im Alpenraum“. Die Tagung fand unter österreichischen Vorsitzes der Alpenkonvention vom 13. bis 14. September 2017 in St. Johann im Pongau in Salzburg statt.

Auf Einladung von Bundesminister Andrä Rupprechter diskutierten rund 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus dem Alpenraum über tragfähige Perspektiven für die land- und forstwirtschaftlichen Betriebe. Ziel der Veranstaltung war es die Bündnisse für die Anliegen der Berglandwirtschaft auf europäischer Ebene zu stärken und neue Partner zu finden. Neben hochkarätigen Experten nahm auch der deutsche Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft Christian Schmidt als Vortragender und Gesprächspartner an dieser Veranstaltung teil.

Attraktives Gesamtangebot soll attraktiven Wirtschafts- und Lebensraum in die Zukunft führen
Für die Zukunft der Berggebiete brauche es „ein attraktives Gesamtangebot“ so der Bundesminister. „Leistungsabgeltungen für die benachteiligten Standorte, Maßnahmen zur Verbesserung der Marktposition der Bergprodukte, Honorierung der Umweltleistungen und ein gesamthafter Maßnahmenmix zur Sicherung eines attraktiven ländlichen Lebens- und Wirtschaftsraums sind die Eckpfeiler für eine stabile Zukunft im Alpenraum“, betonte Alpenkonventions-Vorsitzender Rupprechter.

Auch die politischen Verantwortungsträger der Gastgeberregion Salzburg beteiligten sich aktiv an der Konferenz. „Die Berglandwirtschaft ist eine ganz wesentliche Säule des Tourismus. Sie erhält nicht nur die Kulturlandschaft sondern gestaltet auch das Leben im ländlichen Raum aktiv mit. Unsere kleinstrukturierten und familiengeführten Betriebe sind ein Aushängeschild der heimischen Landwirtschaft und leisten einen großen Mehrwert für die Gesellschaft. Deshalb müssen die bestehenden Instrumente zielgerichtet zur Unterstützung der Berglandwirtschaft erhalten und in geeigneter Weise nachgeschärft werden“, sagte Landesrat Josef Schwaiger.

Die Berglandwirtschaft ist untrennbar mit der Tierhaltung verbunden
„Die Berglandwirtschaft ist untrennbar mit der Tierhaltung verbunden. Natur- und strukturbedingt ist das mit Nachteilen verbunden, die wir mit Mitteln der öffentlichen Hand ausgleichen müssen. Mit den Besichtigungen von typischen Bergbauernbetrieben im Rahmen des Programms zeigten wir im Rahmen dieser Konferenz zusätzlich auch die landwirtschaftliche Praxis und die wirtschaftlichen Notwendigkeiten“, so Kammerpräsident Franz Eßl.

Memorandum zur Weiterentwicklung der Berglandwirtschaft erarbeitet
Für die Tagung in St. Johann im Pongau wurde ein „Memorandum zur Weiterentwicklung der Berglandwirtschaft im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP)“ ausgearbeitet. Die Berglandwirtschaft positioniert sich damit für Verhandlungen zur nächsten Periode der europäischen Agrarpolitik. Im Memorandum fordert die bäuerlich geprägte Berglandwirtschaft eine „mit ausreichenden Finanzmitteln ausgestattete und wirksame gemeinsame Agrarpolitik“. Die klassischen Agrarmaßnahmen wie Direktzahlungen sollen aus Gemeinschaftsmitteln finanziert werden. Für die Unterstützung der Berg- und benachteiligten Gebiete werden größere Spielräume für regional angepasste Maßnahmen in der der ländlichen Entwicklung sowie eine gemeinsame Finanzierung durch EU und Mitgliedsstaaten verlangt.

Zudem soll das System zur Ermittlung der Almfutterflächen vereinfacht werden, um die Rechtssicherheit zu erhöhen. „Dafür brauchen wir ein einfaches Modell, das sich wirklich an der Praxis orientiert. Zum Beispiel die Rechnung über die weidenden Tiere“, sagte Eßl. Ein zentraler Punkt des Memorandums betrifft die Steigerung der Wertschöpfung bei Berg- und Almprodukten. Konkret geht es um eine "konsequente Qualitätsstrategie sowie Bildungs- und Beratungsinitiativen“.

Österreich stellt heuer und im nächsten Jahr in der Person des Landwirtschafts- und Umweltministers Andrä Rupprechter den Vorsitzenden der Alpenkonvention. Diese Organisation, in einem Völkerrechtsvertrag 1991 von acht Alpen- und Alpenanrainerstaaten sowie der Europäischen Union gegründet, hat sich den Schutz und die nachhaltige Weiterentwicklung des Alpenraums zum Ziel gesetzt. Das Berglandwirtschaftsprotokoll ist einer der bedeutendsten Themenbereiche der Staatengemeinschaft.

 

 

 

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