Präsentation des Expertenberichts gegen
 Radikalisierung und gewaltsamen Extremismus

 

erstellt am
29. 09. 17
13:00 MEZ

Wien (bmeia) - Am 29. September fand im Rahmen des österreichischen OSZE-Vorsitzes 2017 eine Sondersitzung des Ständigen Rates der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) zum Thema Kampf gegen Radikalisierung und gewaltsamen Extremismus statt. Dabei präsentierte der OSZE-Sonderbeauftragte Professor Peter Neumann seinen Expertenbericht zu aktuellen Entwicklungen im Bereich Radikalisierung und gewaltsamer Extremismus im OSZE-Raum.

"Die zunehmende Gefährdung unserer inneren Sicherheit ist ein Thema, das vielen Menschen unter den Nägeln brennt. Im OSZE-Raum sind 2016 über 1.000 unschuldige Menschen bei terroristischen Anschlägen getötet worden und allein im Jahr 2017 haben wir über 120 Anschläge erlebt. Daher habe ich in diesem Jahr ganz bewusst den Kampf gegen Radikalisierung, Extremismus und Terrorismus zu einem Dreh- und Angelpunkt unserer OSZE-Vorsitzarbeit gemacht", so Bundesminister Sebastian Kurz.

Um den Umgang mit diesen Phänomenen in der OSZE neuen Schwung zu verschaffen, hat Bundesminister Sebastian Kurz den renommierten Experten Professor Peter Neumann beauftragt, einen Bericht zu Ideen, Empfehlungen und guten Erfahrungswerten im OSZE Raum zu erstellen.

Dafür hat Professor Neumann im Laufe des Jahres fünfzehn der OSZE-Teilnehmerstaaten bereist, um in Gesprächen mit VertreterInnen von Regierungen und Zivilgesellschaft Erkenntnisse über die verschiedenen Dynamiken im OSZE-Raum zu sammeln.

Zudem fanden unter dem österreichischen OSZE-Vorsitz Jugendworkshops in Wien, Chisinau, Sarajewo und Almaty zum Thema Prävention von Radikalisierung Jugendlicher statt.

"Die OSZE ist im Bereich Radikalisierungs- und Terrorismusbekämpfung bereits sehr aktiv und breit aufgestellt. Dennoch kann durch einige zusätzliche Maßnahmen noch mehr, vor allem in der Bekämpfung der Terrorismusursachen und Präventionsmaßnahmen im Westbalkan und Zentralasien, erreicht werden", so Professor Peter Neumann.

Im Expertenbericht nennt Professor Peter Neumann konkret drei Maßnahmen, für deren Umsetzung die OSZE besonders geeignet ist:

  • Bekämpfung der Terrorismusursachen und Aufbau lokaler Kapazitäten für Maßnahmen zur Prävention von Radikalisierung insbesondere junger Menschen am Westbalkan und in Zentralasien.
  • Systematischer Austausch über erfolgreiche Projekte zur Radikalisierungsbekämpfung aus allen OSZE-Staaten, wie zum Beispiel die „Active Change Foundation“ in London und der österreichische Verein „DERAD“. So bietet DERAD ausstiegswilligen Personen die Möglichkeit, sich von Gewaltbereitschaft und radikaler Ideologie loszusagen und eine gesellschaftliche Wiedereingliederung zu erleichtern.

"Mir ist der Fokus auf die Jugendarbeit besonders wichtig. Wir müssen Jugendliche, die abzurutschen drohen, durch ein gesundes soziales Netzwerk auf ‚unserer Seite‘ halten", betonte Bundesminister Sebastian Kurz.

  • Ausbau der Anti-Terrorismus-Einheit im OSZE-Sekretariat als Schnittstelle für den Informationsaustausch im Bereich Radikalisierungsbekämpfung.

"Der Bericht von Professor Neumann weist deutlich auf den Mehrwert, aber auch auf das große Potential der OSZE in der Bekämpfung dieser Phänomene hin. Eine wichtige Schlussfolgerung ist, dass die OSZE neue Themen - wie zum Beispiel mögliche Zusammenhänge zwischen Radikalisierung, Migration und Integration - noch schneller und offensiver angeht", betonte Bundesminister Sebastian Kurz abschließend.

 

 

 

Allgemeine Informationen:
http://www.bmeia.gv.at

 

 

 

 

 

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