Pangea X Interpol: Großer Erfolg Österreichs auch im
 10. Jahr der Operation gegen Arzneimittelkriminalität

 

erstellt am
26. 09. 17
13:00 MEZ

Lyon/Wien (bmgf) - Das Gesundheitsministerium und die AGES Medizinmarktaufsicht/Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen Österreich konnten auch dieses Jahr gemeinsam mit Innen- und Finanzministerium zahlreiche illegale Arzneimittel sicherstellen und die österreichischen KonsumentInnen vor Schaden bewahren.

Die Operation verlief in guter Zusammenarbeit mit dem Finanz- und Innenministerium: Unter der Koordinierung des Bundeskriminalamts beteiligten sich die Landeskriminalämter in den Bundesländern an der Aktion. Während des Aktionszeitraumes wurden mehrere bedenkliche internationale Websites in Bezug auf den illegalen Vertrieb von Arzneimittel identifiziert und zur Schließung der Seite an Interpol gemeldet. Darüber hinaus wurden möglicherweise zusammenhängende inländische Adressen überprüft. Die aufgegriffenen suchtmittelhaltigen Präparate und vermutlich gefälschten Arzneimittel wurden zur weiteren Überprüfung sichergestellt.

Wie bereits in den Vorjahren arbeiteten mehrere Dienststellen des Zolls, Bundeskriminalamt und Landeskriminalämter der Polizei sowie die Arzneimittelbehörde (AGES Medizinmarktaufsicht/ Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen) Seite an Seite. Dieses Jahr wurde der Fokus in Österreich auf sich neu bildende Vertriebswege gelegt: Der stetig wachsende Handel im Internet - und damit auch der verbotene Handel mit illegalen Arzneimitteln - greift zum Vertrieb zunehmend auf alternative Verteilerorganisationen zurück. Neben dem "klassischen Versenden" mit der Post kommen vermehrt auch neue Paketdienste, wie z.B. GLS, UPS, DPD, DHL und Hermes zum Einsatz. Da bisher vor allem die Post von den Zollbehörden intensiv überwacht wurde, weichen illegale Anbieter vermehrt auf diesen alternativen Vertriebsweg aus.

Österreichweit Kontrollen bei großen Versanddiensten
Die internationale Operation PANGEA X gegen illegalen Arzneimittelhandel konzentrierte sich daher heuer in Österreich verstärkt auf die Kontrolle von Paketsendungen bei großen, alternativen Versanddiensten. Dazu wurden österreichweit an insgesamt neun Standorten umfangreiche Paketkontrollen durchgeführt.

Bei der Schwerpunkt-Aktion, die in der Nacht begonnen und bis zum Morgengrauen fortgeführt wurde, konnten von den über 50 beteiligten Zoll- und Polizeibeamten sowie speziell ausgebildeten Inspektoren der Arzneimittelbehörde mehrere tausende Pakete kontrolliert und mittels eines Röntgenbusses noch vor Ort untersucht werden.

Einen internationalen Schwerpunkt setzte man heuer auch mit der Fahndung nach hochpotenten und in der Laienanwendung oftmals lebensgefährlichen, synthetischen Opioiden, die teilweise 120 mal stärker als Morphium und 50 mal stärker als Heron wirken.

"Diese Substanzen, die als rezeptpflichtige und äußerst potente Schmerzmittel normalerweise in der Schmerztherapie für schwerste Fälle verwendet werden, haben über illegale Wege auch Einzug in die Drogenszene gefunden. Hier werden sie zunehmend missbraucht. Die synthetischen Opioide sind teilweise derart potent, dass sich die Ermittler, sollten sie diesen Wirkstoff in pulvriger Form antreffen, selbst einem hohen Risiko aussetzen, da es beim Einatmen der Substanz zu schweren Atemstörungen bis hin zum Atemstillstand bzw. Tod kommen kann", erklärt Christoph Baumgärtel vom beteiligten Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen. "Die Ermittler müssen daher im Verdachtsfall selbst umfangreiche Schutzmaßnahmen zur Eigenvorsorge, wie z.B. den Einsatz von Atemmasken, ergreifen. Bereits 2 bis 3 Milligramm können dabei tödlich wirken", erklärt der Experte.

Gefunden wurden letztlich insgesamt 120 Sendungen mit knapp 4.700 Tabletten, Fläschchen bzw. Kapseln illegaler Arzneimittel. Darunter waren auch die gefährlichen Opiatderivate und Opioide, die INTERPOL als heurigen Schwerpunkt empfohlen hatte. Daneben konnten auch 22 Lieferungen von Drogen (Kokain, Cannabis, Ecstacy, usw.), Drogenvorläuferstoffen, zehntausende Zigaretten, Liquids und Zubehör für e-Zigaretten, verbotene Waffen (Springmesser und Bajonett) und ein möglicherweise geschütztes Kulturgut sichergestellt werden. Alle Produkte wurden den entsprechenden Labordiensten für weitere Ermittlungen und zur Strafverfolgung übergeben.

Operation Pangea zum zehnten Mal durchgeführt
Das Projekt Pangea I startete 2008 mit acht teilnehmenden Ländern. Im Laufe der Jahre erweiterte sich der Teilnehmerkreis im Kampf gegen Arzneimittelkriminalität rasant. In Österreich beteiligten sich die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES)/Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen, das Bundeskriminalamt und der österreichische Zoll gemeinsam an der Aktion im Kampf gegen den Verkauf illegaler Medikamente im Internet. Die internationale Aktionswoche wurde dieses Jahr mit weiteren Operationen auf den zeitlichen Rahmen eines ganzen Monats ausgeweitet.

Die Operation Pangea X fand heuer von 19. August bis 19. September 2017 statt - mit dem Schwerpunkt der internationalen Woche von 12. bis 19. September. Neben dem grundlegenden Bestreben, die öffentliche Gesundheit abzusichern, ist es auch Ziel der Operation, gefälschte Präparaten sicherzustellen, illegale Hersteller und Händler ausfindig zu machen und kriminelle Anbieter-Homepages zu schließen. Der Fokus lag dieses Jahr auf Internet-Infrastruktur, elektronischen Zahlungssystemen sowie insbesondere Zustelldiensten. Darüber hinaus soll die Öffentlichkeit durch das Projekt auf Risiken beim Arzneimittelkauf im Internet aufmerksam gemacht werden.

 

 

 

Allgemeine Informationen:
http://www.bmgf.gv.at

 

 

 

 

 

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