Das Wiener Staatsballett zeigt
 MacMillan | McGregor | Ashton

 

erstellt am
17. 10. 17
13:00 MEZ

Premiere 2017/2018 am 31. Oktober 2017
Wien (staatsoper) - Ganz im Zeichen britischer Choreographien steht die erste Premiere des Wiener Staatsballetts in der Wiener Staatsoper in der Saison 2017/2018 am Dienstag, 31. Oktober 2017 mit dem dreiteiligen Abend MacMillan | McGregor | Ashton: Vertreten sind Werke dreier Choreographen - die Namensgeber der Neuproduktion -, welche dieselbe Tradition des Tanzes repräsentieren: Kenneth MacMillans Concerto, ein abstraktes Ballett, eröffnet den Abend im neoklassischen Stil und gibt in jedem der drei Sätze reichlich Gelegenheit zur virtuosen Entfaltung. Wayne McGregors EDEN|EDEN exploriert Spannungsverhältnisse von Mensch und Technologie vor dem Hintergrund aktueller Entwicklungen. Frederick Ashtons Marguerite and Armand schließlich wurde für Margot Fonteyn und Rudolf Nurejew geschaffen und ist seitdem ein Klassiker der englischen Tanzkunst.

Der Name Sir Frederick Ashton (1904 bis 1988) ist auch auf das Engste mit der Entstehung des "Britischen Balletts" an sich verknüpft. Trotz einer über Jahrhunderte bestehenden Tradition des Tanzes in England kann dessen Geburtsstunde im eigentlichen Sinne erst im 20. Jahrhundert angesetzt werden: Mit Ashtons Choreographie A Tragedy of Fashion, or the Scarlet Scissors (1926) lasst sich dabei ein konkretes Datum festmachen, welches die Frühzeit des "Britischen Balletts" markiert. Seitdem hat sich dieses zu einer unverkennbaren "Marke" entwickelt, deren Ruf nicht nur auf tänzerisch unverwechselbaren Persönlichkeiten, sondern auch maßgeblich auf einer ununterbrochenen Reihe an herausragend begabten Choreographen basiert, die sich bis ins Heute fortsetzt, wobei als ein besonderes Markenzeichen des britischen Stils zugleich der "psychoanalytisch gestützte" und damit interdisziplinäre Zugang zur Choreographie genannt sei.

Der Ballettabend MacMillan | McGregor | Ashton vereint drei "Generationen" dieser Tradition zu einer Leistungsschau der britischen Choreographie: "British Ballet at its best."

Zu den Werken
Den Auftakt zum Premierenabend bildet Kenneth MacMillans 1966 an der Deutschen Oper Berlin uraufgeführtes Concerto zur Musik von Dmitri Schostakowitsch. Der Choreograph konzipierte das dem neoklassischen Tanz "à la Balanchine" verpflichtete Werk zugleich als "technische Etüde" für sein dortiges Ensemble - er war von 1966 bis 1969 Ballettdirektor der Deutschen Oper Berlin. Concerto wird am 31. Oktober 2017 erstmals an der Wiener Staatsoper gezeigt.

Das zweite Stück des Dreiteilers, das am 7. April 2005 in Stuttgart zur Uraufführung gelangte EDEN|EDEN von Wayne McGregor (*1970) dagegen schreibt die "interdisziplinäre Herangehensweise" des britischen Balletts fort und exploriert Spannungsverhältnisse von Mensch und Maschine vor dem Hintergrund aktueller Entwicklungen wie dem "Clonen" oder den "Cyborgs". Auch das Bühnenbild unterstützt mit einem Zitat des Baumes im Garten Eden die Auseinandersetzungen mit den Themenfeldern "Ursprung und Ziel der Menschheit" sowie "Wissenschaftsethik". Mit diesem Werk zu Musik von Steve Reich steht zum ersten Mal eine Choreographie von Wayne McGregor, der seit 2006 "Resident Choreographer" des Royal Ballet ist, am Spielplan des Wiener Staatsballetts.

Der dritte Teil der Neuproduktion ist Frederick Ashtons Marguerite and Armand (Musik: Franz Liszt, Klaviersonate h-Moll) gewidmet. Kreiert wurde das Stück speziell für Margot Fonteyn und Rudolf Nurejew, die die Uraufführung 1963 im Londoner Royal Opera House tanzten und die 1967 in vier Vorstellungen des Werkes auch an der Wiener Staatsoper zu erleben waren.

Zur Besetzung
Musikalisch geleitet wird die Neuproduktion von dem aus Moskau stammenden Dirigenten Valery Ovsyanikov, den mit dem Wiener Staatsballett seit seinem Debüt 2014 eine enge Zusammenarbeit verbindet. Neben den Nurejew Galas 2014 und 2016 dirigierte er die Premiere und alle weiteren Vorstellungen von Manuel Legris' Le Corsaire am Haus sowie beim Gastspiel in Madrid und leitete soeben die umjubelte und ausverkaufte Vorstellungsserie der Wiederaufnahme von Giselle.

In den vier Vorstellungen (31. Oktober, 3., 6. und 10. November 2017; weitere Reprisen im Juni 2018) sind in alternierenden Besetzungen u. a. die Ersten SolotänzerInnen Liudmila Konovalova, Nina Poláková, Maria Yakovleva, Denys Cherevychko, Robert Gabdullin, Masayu Kimoto, Roman Lazik und Vladimir Shishov sowie die SolotänzerInnen Ioanna Avraam, Alice Firenze, Nikisha Fogo, Rebecca Horner, Natascha Mair, Jakob Feyferlik, Eno Peci und Mihail Sosnovschi zu erleben.

 

 

 

Allgemeine Informationen:
http://www.wiener-staatsoper.at

 

 

 

 

 

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