Martha Jungwirth erhält Oskar-Kokoschka-Preis 2018

 

erstellt am
17. 11. 17
13:00 MEZ

Die Universität für angewandte Kunst Wien vergibt einen der wichtigsten Preise für bildende Kunst in Österreich
Wien (dieangewandte) - Die österreichische Malerin Martha Jungwirth erhält den Oskar-Kokoschka-Preis 2018, erklärte der Vorsitzende der Oskar-Kokoschka-Preis-Jury und Rektor der Universität für angewandte Kunst Wien, Gerald Bast, am 17. November. "Die Jury ehrt mit Martha Jungwirth eine österreichische Künstlerin, die mittlerweile zu den bedeutendsten Künstlerinnen der Gegenwart zählt, die stets ihren eigenen Stil, ihre Formensprache und die Ausdruckskraft in ihrer Malerei konsequent weiterentwickelte. Ihre künstlerische Arbeit bewegt sich in einem spannenden, oszillierenden Verhältnis zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit, ihre Wahrnehmung der Wirklichkeit spiegelt sich in ihren malerischen Kompositionen einzigartig wider", fasst Bast die Begründung der Jury zusammen.

Während Jungwirth in ihren frühen Werken dem Gegenstand noch stärker verhaftet geblieben sei, hätte sich die Form in den 1980er Jahren immer mehr in Richtung Abstraktion und Emotion aufgelöst: Die Gegenstandsfarbe wurde zur Gefühlsfarbe. "Durch ihren Umgang mit der Farbe, pointiert gesetzten Farbtupfern und verschwimmenden Flächen, spürte Martha Jungwirth der Erinnerung von Gegenständlichkeiten nach. Sie setzte mit ihren virtuosen, kraftvollen und doch sensiblen Arbeiten wichtige Beiträge und Impulse in der Malerei. Im internationalen Kunstkontext wurde und wird Martha Jungwirth stärker wahrgenommen, als in Österreich, wo sie arbeitet und lebt", ergänzt der Jury-Vorsitzende.

Die 1940 in Wien geborene Künstlerin studierte von 1956 bis 1963 an der Universität für angewandte Kunst Wien (damals: Hochschule für angewandte Kunst Wien) und lehrte von 1967 bis 1977 ebendort. Eine breiteren Öffentlichkeit wurde sie – nach Ausstellungsbeteiligungen in der Wiener Secession und in Galerien – durch eine Ausstellung im Jahr 1968 in der Secession mit dem Titel "Wirklichkeiten", gemeinsam mit Franz Ringel, Peter Pongratz, Wolfgang Herzig, Robert Zeppel-Sperl und Kurt Kocherscheidt bekannt. Im Jahr 1977 folgte eine Einladung zur documenta 6. Jungwirth widmete und widmet sich in ihrer Arbeit vor allem Aquarellen und Ölbildern, an der Grenze bzw. an den Übergängen zwischen abstrakter und gegenständlicher Malerei. Die Sammlung Essl erwarb immer wieder Arbeiten der österreichischen Malerin und stellte diese auch aus. In der Kunsthalle Krems war 2014 eine Martha Jungwirth Retrospektive zu sehen.

Der Oskar-Kokoschka-Preis ist einer der wichtigsten Preise für bildende Kunst in Österreich. Er wird alle zwei Jahre von einer zehnköpfigen Jury unter Vorsitz des Rektors der Universität für angewandte Kunst Wien vergeben, ist mit Euro 20.000,- dotiert und wird seit 1980 vom (damals so genannten) Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung gestiftet. Dieser Preis ergeht für hervorragende Leistungen auf dem Gebiet der Bildenden Kunst an nationale oder internationale KünstlerInnen und soll statutengemäß am Geburtstag seines Namensgebers Oskar Kokoschka am 1. März verliehen werden. Demgemäß wird im Rahmen einer Veranstaltung an der Universität für angewandte Kunst Wien der Oskar-Kokoschka-Preis 2018 an seine Preisträgerin am 1. März 2018 um 16 Uhr überreicht werden.

Der erste Oskar-Kokoschka-Preis erging 1981 an Hans Hartung. Seither wurden Mario Merz, Gerhard Richter, Siegfried Anzinger, Künstler aus Gugging, Agnes Martin, Jannis Kounellis, John Baldessari, Maria Lassnig, Valie Export, Ilya Kabakov, Günter Brus, Martha Rosler, William Kentridge, Raymond Pettibon, Yoko Ono, Peter Weibel und Andrea Fraser ausgezeichnet.

 

 

 

Allgemeine Informationen:
http://www.dieangewandte.at^

 

 

 

 

 

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