Erinnern und mahnen, damit
 sich Unrecht nicht wiederholt

 

erstellt am
29. 03. 18
13:00 MEZ

Landesrat Bernhard zur Gedenktafel-Enthüllung am Landesgericht Feldkirch
Feldkirch (vlk) - Im August 2017 regte der damalige Justizminister Wolfgang Brandstetter bei seinem Besuch im Landesgericht Feldkirch an, eine Gedenktafel anzubringen, um an jene Ereignisse in der NS-Zeit zu erinnern, die der frühere Präsident des Landesgerichts, Alfons Dür, in seinem Buch "Unerhörter Mut. Eine Liebe zur Zeit des Rassenwahns" eindrucksvoll dokumentiert hat. Bei der Enthüllung dieser Tafel am 28. März mahnte Landesrat Christian Bernhard, die Erinnerung an die dunkle Zeit wach zu halten, damit das damalige Unrecht nicht in Vergessenheit gerät.

"Denjenigen die Ehre erweisen, die zu Opfern der Untaten wurden, ist die eine Aufgabe. Die andere ist, dafür zu sorgen, dass sich so etwa nicht noch einmal wiederholen kann", betonte Bernhard. Dazu gelte es insbesondere der jungen Generation gegenüber immer wieder deutlich zu machen, dass Freiheit, Rechtsstaatlichkeit und Demokratie keine Selbstverständlichkeit sind.

Bernhard sprach die Pervertierung des Rechts im NS-Staat an, die in der totalen Entrechung der jüdischen Bevölkerung besonders deutlich wurde, und erinnerte daran, wie nach dem Anschluss Österreichs an das Dritte Reich 1938 auch in Vorarlberg sehr rasch die Justiz "gleichgeschaltet" und zu einem zentralen Werkzeug des NS-Unrechtsstaates gemacht wurde. Im Herbst 1939 wurde in Feldkirch ein Sondergericht eingerichtet, das für Kleinigkeiten drakonische Strafen aussprach. Darunter waren Todesurteile wegen geringfügiger Eigentumsdelikte, etwa im Falle Anna Guttenberger. Auch außerhalb des Landes wurden Vorarlbergerinnen und Vorarlberger von Gerichten zum Tode verurteilt – Karoline Redler, Provikar Carl Lampert, Johann August Malin und Ernst Volkmann sind bekannte Namen.

"Ich erachte das öffentliche Bekenntnis des Rechtsstaates zum geschehenen Unrecht für ungemein wichtig und es gibt vor allem eine moralische Verpflichtung, die Ehre und Unbescholtenheit der durch die Justiz verurteilten und damit zu Tode gebrachten Menschen wiederherzustellen und ihr Schicksal bekannt zu machen", sagte Landesrat Bernhard. Dabei dürfe nicht unerwähnt bleiben, dass es auch in der Justiz zahlreiche Opfer des Nationalsozialismus gab, die aus rassistischen oder politischen Gründen verfolgt wurden, ihre Ämter verloren, zur Emigration gezwungen oder umgebracht wurden.

Seinen Dank sprach Bernhard dem früheren Justizminister Wolfgang Brandstetter aus, der die Gedenktafel im Landesgericht maßgebend initiiert und damit zu der wichtigen Aufarbeitung der NS-Vergangenheit beigetragen hat.

 

 

 

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