BVT: Fokus auf Kernkompetenzen

 

erstellt am
30. 05. 18
13:00 MEZ

Strukturelle und organisatorische Reformen beim Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung
Wien (bmi) - "Heute ist Tag eins eines neuen Staats- und Verfassungsschutzes in Österreich", sagte Innenminister Herbert Kickl bei einer Pressekonferenz am 29. Mai in Wien. "Es wird strukturelle und organisatorische Reformen geben, mit dem Ziel, dass sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesamts für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren können."

Die Strukturen des Staats- und Verfassungsschutzes sollen gestärkt werden, wie im Regierungsprogramm angekündigt, sagte Kickl. Es gehe primär um die Prävention und die Gefahrenidentifikation, ergänzte der Innenminister. All das sei aufgrund des gesetzlichen Auftrags schon jetzt eine zentrale Aufgabe des BVT, der es sich aufgrund sonstiger Notwendigkeiten aber nicht in vollem Umfang widmen könne. "Die Hälfte der Ressourcen fließt für Aufgaben, die nicht die Kernaufgabe eines Nachrichtendienstes sind und auch nicht der Intention des polizeilichen Staatsschutzes entsprechen", betonte Kickl. "Die Überfrachtung mit strafprozessualen Ermittlungsarbeiten geht zu Lasten der staatspolizeilichen Kernaufgaben ‚Aufklärung‘ und ‚Prävention‘."

Darüber hinaus würden Doppelgleisigkeiten mit dem Bundeskriminalamt bestehen, etwa in den Bereichen "Forensik", "Ermittlungsarbeit" oder "Suchtmitteltechnik". Zusätzlich vergrößere und verändere sich die Bandbreite an Aufgaben ständig. Neben Extremismus und Terrorismus rückten durch neue Technologien auch die Bereiche der Wirtschaftsspionage und Cyberkriminalität immer mehr in den Fokus.
"Die Kernkompetenz des BVT liegt in der Vorfeldaufklärung, die Kernkompetenz des BK ist die strafrechtliche Fallermittlung. In einer optimalen Zusammenarbeit soll daher jede dieser Einheiten machen, was sie am besten kann", sagte Kickl. "Wir wollen mit diesen Reformen die interne Kontrolle und die interne Sicherheit stärken, den Mitarbeiterschutz durch strikte Geheimhaltung der Identitäten verbessern und Synergien zwischen BVT und BK nutzen", betonte der Innenminister.

Unter dem Vorsitz von BVT-Direktor Peter Gridling soll eine knapp 20-köpfige Reformgruppe eingesetzt werden, deren Ergebnisse bis Sommer 2019 in "Vollbetrieb" gehen sollen. Die operative Umsetzung obliegt dem stv. BVT-Direktor Dominik Fasching und dem stv. BK-Direktor Michael Fischer. "Das BVT bleibt aber weiterhin voll funktionsfähig, insbesondere auch in Hinblick auf die österreichische EU-Ratspräsidentschaft 2018", betonte der Innenminister.

Einer Analysephase bis Herbst würden die notwenigen Schritte folgen, sagte Peter Gridling. Man werde dabei auch auf Expertisen von externen Beratern und anderen Nachrichtendiensten zurückgreifen, sagte der BVT-Direktor. Die Kooperation mit dem BVT sei kein Fremdwort, betonte der Direktor des Bundeskriminalamts, Franz Lang, man arbeite unter anderem auch bei Europol und Interpol an einem Tisch zusammen.

 

 

 

zurück

 

 

 

 

Kennen Sie schon unser kostenloses Monatsmagazin "Österreich Journal" in vier pdf-Formaten? Die Auswahl finden Sie unter http://www.oesterreichjournal.at