Schramböck: Leichterer Zugang zu Crowdfunding
 für Österreichs Unternehmen

 

erstellt am
13. 06. 18
13:00 MEZ

Novelle zum Alternativfinanzierungsgesetz und Digitalisierungspaket mit drei wesentlichen Initiativen im Ministerrat beschlossen
Wien (bmdw) - Die Bundesregierung hat am 13. Juni im Ministerrat die Novellierung des Alternativfinanzierungsgesetzes (AltFG) beschlossen. "Crowdfunding und Crowdinvesting sind in Österreich innerhalb kurzer Zeit zu wichtigen Finanzierungsmitteln geworden. Vor allem kleinere Unternehmen und innovative Startups profitieren von dieser Alternative. Durch die Ausweitung der Schwellenwerte erleichtern wir die Kapitalisierung unserer Unternehmen und bauen bürokratische Hürden ab“, so Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck. Künftig muss der Emittent nicht mehr unter die KMU-Definition fallen und die Novelle zielt nicht mehr auf einzelne Finanzierungsinstrumente ab, sondern allgemein auf Wertpapiere und Veranlagungen.

Neue Schwellenwerte für Informationspflichten
Neu sind auch die Schwellenwerte für Informationspflichten. Die untere Schwelle, unter welcher gar keine Informationspflichten bestehen, wird von 100.000 auf 250.000 Euro angehoben, das obere Limit wird von 1,5 auf 2 Millionen Euro angehoben. „Mit dieser Novelle berücksichtigen wir Rückmeldungen aus der Anwender-Praxis und die entsprechenden EU-Vorgaben. Durch die Anhebung der Schwellenwerte zünden wir einen Innovationsturbo und geben mehr Unternehmen die Möglichkeit sich über Crowdfunding zu finanzieren“, so Schramböck. Zwischen 250.000 und weniger als 2 Millionen Euro ist sowohl für Wertpapiere als auch für Veranlagungen das Informationsblatt nach AltFG zu erstellen. Eine Ausnahme besteht für Veranlagungen, deren aushaftender Betrag binnen sieben Jahren fünf Millionen Euro übersteigt. Solche unterliegen der Prospektpflicht gemäß Kapitalmarktgesetz (KMG), da in dieser Größenordnung eine Inanspruchnahme des Kapitalmarktes zu sehen ist, die angemessene Informationen für Anleger erfordert. Bei Emissionen zwischen zwei Millionen und weniger als fünf Millionen Euro wird ein vereinfachtes Prospekt verlangt. Ab einem Emissionsvolumen von fünf Millionen Euro ist der volle Kapitalmarktprospekt notwendig. Das Limit für Anleger in der Höhe von 5.000,- Euro - samt der Möglichkeit für höhere Investitionen - bleibt aus Anlegerschutzgründen erhalten.
Bilanz und Ausblick

Seit Bestehen der österreichischen Plattformen (2013) konnten 199 Projekte mit insgesamt 53.689.540,- Euro finanziert werden. 21 Projekte haben die Fundingschwelle nicht erreicht. Derzeit gibt es 14 Crowdinvesting-Plattformen, die sich zur Einhaltung der Standes- und Ausübungsregeln für österreichische Crowdinvesting-Plattformen verpflichtet haben und daher das Gütesiegel des Fachverbands führen dürfen.

   

Digitalisierungspaket mit drei wesentlichen Initiativen beschlossen
Ebenfalls wurden drei wesentliche Digitalisierungs-Initiativen auf den Weg gebracht: Die Einrichtung einer Chief Digital Officer (CDO)-Task Force in der Bundesverwaltung zur Steuerung der digitalen Transformation in Österreich, die Gründung einer Digitalisierungsagentur Austria (DiA) als zentraler Impulsgeber für die Wirtschaft sowie die Umsetzung der Initiative Fit4Internet zum Aufbau von digitalen Kompetenzen von Bürgerinnen und Bürgern. „Wir haben heute gemeinsam ein weiteres Stück des Weges in Österreichs digitale Zukunft geebnet. Wir werden die Verwaltung, die Wirtschaft sowie die Bürgerinnen und Bürger fit für den digitalen Fortschritt machen. Damit kommen wir unserem Ziel, uns wieder im digitalen Spitzenfeld zu positionieren, einen Schritt näher“, so Schramböck.

Einsatz von Chief Digital Officer (CDO) in jedem Ressort
Damit die Digitalisierung einen erfolgreichen Beitrag für Wirtschaft, Gesellschaft und Verwaltung leistet, müssen in der Verwaltung organisatorische, logistische, rechtliche und fachlich aufeinander abgestimmte Maßnahmen gesetzt werden. Koordinatoren dafür sind die Chief Digital Officer (CDO), die in jedem Ressort installiert werden. Im Rahmen einer interministeriellen CDO-Task-Force arbeiten die Ressort-CDO an der Roadmap der Digitalisierungsmaßnahmen, der Erstellung und Kommunikation der Digitalisierungsstrategie sowie des jährlichen Digitalisierungsberichts mit. „Diese CDOs bilden interministerielle Schnittstellen, damit die Digitalisierung auch in den Ministerien umgesetzt wird“, so Schramböck. Getragen wird die Initiative vom Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort (BMDW) und dem Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT).

Digitalisierungsagentur Austria (DiA) als Impulsgeber für die digitale Transformation der Wirtschaft
„Mit der DiA folgt Österreich dem Beispiel führender Digitalisierungsnationen wie Singapur, Großbritannien, Finnland oder Dänemark. Das ist ein wichtiger Schritt, um unserem Ziel, wieder digitaler Vorreiter in Europa zu werden, näher zu kommen“, so Schramböck. Die Digitalisierungsagentur Austria soll als zentrale Plattform Impulsgeber für die digitale Transformation der Wirtschaft sein. Sie agiert in den fünf Handlungsfeldern Digitale Infrastruktur, Wirtschaft, Bildung und Gesellschaft, Forschung, Entwicklung und Innovation sowie Datenschutz und Datenwirtschaft und schafft eine Plattform zur Koordination und Abstimmung unterschiedlicher Akteure, vernetzt die relevanten Stakeholder und gestaltet einen Dialog zwischen Wirtschaft, Gesellschaft und Verwaltung zu den unterschiedlichen Facetten der Digitalisierung. Gleichzeitig wird sie Anlaufstelle für nationale und internationale Digitalisierungsfragen sein. Gegründet wird die Agentur im Rahmen der österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG).

Fit4Internet – Pakt für digitale Kompetenz
„Mit dem Pakt für Digitale Kompetenz wollen wir allen den Weg in eine digitale Zukunft ermöglichen und die Bevölkerung fit für die Digitalisierung machen. Ich bin überzeugt, digitale Kompetenzen sind der Schlüssel in eine erfolgreiche Zukunft“, so die Digitalministerin. Fit4Internet ist eine Initiative zum Aufbau von digitalen Kompetenzen für Bürgerinnen und Bürgern. In den drei Fokusgruppen Seniorinnen und Senioren, Berufstätige mittleren Alters mit geringer IT-Affinität und Jugendliche soll eine jeweils bedarfsgerechte Ausbildung angeboten werden. Als Qualitätsmaßstab dient das DigComp-Framework der Europäischen Kommission. Auf dieser Basis werden über die Vernetzungsdrehscheibe Fit4Internet Ressourcen, Inhalte und Didaktik der Trainings vermittelt, umstrukturiert und österreichweit Kurse für digitale Fähigkeiten angeboten. Inhaltlich soll damit ein breites Netz an Trainings für digitale (Basis-)Kompetenzen in den Bereichen Online-Recherche und Informationsbeschaffung, Problemlösung, Kommunikation, Kollaboration, Content-Erstellung und sichere Mediennutzung aufgespannt werden.

 

 

 

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