Geschlechtergerechtigkeit bedeutet
 auch Pensionsgerechtigkeit

 

erstellt am
19. 07. 18
13:00 MEZ

Tirols Frauenlandesrätin Gabriele Fischer anlässlich des Equal Pension Days am 20. Juli
Innsbruck (lk) - „Die Pensionslücke ist eklatant: Frauen erreichen in Tirol im Schnitt nur 55 Prozent der Pensionsbezüge von Männern. Während also ein Mann 1.500 Euro Pension bekommt, erhält die Frau 825 Euro“, zeigt Frauenlandesrätin Gabriele Fischer anlässlich des des am 20. Juli für Tirol errechneten Equal Pension Days anhand eines Rechenbeispiels auf. Dieser Stichtag zeigt an, wann Männer bereits so viel Pension erhalten haben wie Frauen erst am Jahresende. Der Gender Pension Gap – also die Differenz zwischen den Alterseinkommen von Frauen und Männern - veranschaulicht, wie dringend der Handlungsbedarf gegeben und wie weit der Weg zur echten Gleichstellung noch ist. Beim Gender Pay Gap liegt Österreich noch immer im Schlussfeld der EU.

Altersarmut ist weiblich
Weniger Lohn – derzeit verdienen Frauen um 21 Prozent weniger als Männer – bedeutet auch weniger Geld in der Pension. „Altersarmut ist weiblich“, weiß LRin Fischer. Es gibt in Tirol rund 165.000 Personen, die eine Pension aus unselbstständiger Erwerbstätigkeit beziehen, mit 90.000 stellen Frauen dabei die die deutliche Mehrheit. Gleichzeitig erhalten sie durchschnittlich um 45 Prozent weniger Pension als Männer. Die Gründe dafür sind vielseitig und offenkundig, doch schwer zu bekämpfen: Teilzeitarbeit, die Lohnschere zwischen den Geschlechtern bei Vollzeitgehältern, ungleiche Aufteilung in der Alten- und Kinderbetreuung, unbezahlte Arbeit zum Großteil in Frauenhand und die schlechter entlohnten „Frauenbranchen“ wie der Handel oder die Pflege sind die Hauptursachen.

Ungleiche Verteilung von bezahlter und unbezahlter Arbeit
„Insbesondere die ungleiche Verteilung von bezahlter und unbezahlter Arbeit zwischen Männern und Frauen ist mitverantwortlich für die Pensionsunterschiede“, stellt LRin Fischer klar und verweist auf eine Studie, wonach Frauen pro Woche durchschnittlich 27 Stunden ohne Lohn arbeiten, Männer hingegen elf Stunden. Die Teilzeitquote bei den Frauen ist sehr hoch, denn diese unterbrechen häufiger und länger aufgrund von Betreuungsaufgaben ihre Erwerbstätigkeit. Angesichts der Zunahme der Teilzeitbeschäftigungen besteht die Gefahr eines Anstiegs von Altersarmut.

Um an den Pensionsunterschieden etwas ändern zu können, bedürfe es dem berühmten Bohren an harten Brettern, so die Landesrätin: „Ungleichheiten im Berufsleben müssen ein Ende finden, Führungspositionen müssen geschlechterparitätisch besetzt werden und Frauenleistungen in der Gesellschaft sichtbarer und entsprechend gewürdigt werden“.

 

 

 

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