Österreich in der EU Bahnland Nummer eins

 

erstellt am
08. 08. 18
13:00 MEZ

Infrastrukturminister Norbert Hofer legt Tätigkeitsbericht der Schienen-Control GmbH vor Weitere Zuwächse im Güter- und Personenverkehr
Wien (pk) - Die Schienen-Control GmbH kann sich über weitere Steigerungen im Eisenbahnsektor freuen. Wie aus dem Tätigkeitsbericht 2017 (III-176 d.B.) hervorgeht, nahmen allein im Schienengüterverkehr die beförderten Nettotonnen um 3,4% zu, die Nettotonnenkilometer wuchsen um 3%. Der Personenverkehr wiederum verzeichnete Zuwächse von 0,6%.

Rekordwert im Schienengüterverkehr
Die Zahlen des Berichtes belegen für 2017 eine deutliche Aufwärtsentwicklung im Schienengüterverkehr, und zwar sowohl beim Aufkommen (Nettotonnen) als auch bei der Verkehrsleistung (Nettotonnenkilometer). So stieg die Anzahl der beförderten Nettotonnen von 114,9 auf 118,8 Millionen Tonnen an. Bei den Nettotonnenkilometern wiederum gab es eine Erhöhung von 22,812 auf 23,494 Milliarden, womit der bisherige Rekordwert aus dem Jahr 2010 übertroffen wurde. Zuwächse erzielten dabei sowohl die Rail Cargo Austria (RCA) als auch deren Mitbewerber. Der Marktanteil der Mitbewerber stieg dadurch beim Aufkommen auf 30,2% und bei der Verkehrsleistung auf 26,9%.

Österreich in der EU Bahnland Nummer eins
Im Schienenpersonenverkehr zeigt sich hingegen nur ein leichtes Plus um jeweils 0,6% bei der Zahl der beförderten Personen wie bei den Personenkilometern. Der Bericht erklärt dies mit dem Umstand, dass es 2017 keine markanten Änderungen im Verkehrsnetz oder beim Zugangebot gab. Mit 290,6 Millionen Fahrgästen konnte jedoch ein neuer Höchstwert erzielt werden. Auch bei den Personenkilometern gab es mit 12,7 Milliarden einen neuen Rekord. Im EU-Vergleich war Österreich 2017 wieder Bahnland Nummer eins und lag mit 1.434 Kilometern je Einwohner deutlich vor Frankreich (1.294 Kilometer) und Schweden (1.281 Kilometer).

63 Bewerber am österreichischen Schienenmarkt tätig
Die Zahl der Eisenbahnunternehmen blieb 2017 mit 63 gegenüber dem vorangegangenen Jahr gleich. Neu hinzugekommen ist die tschechische Güterbahn CD Cargo, nicht mehr am österreichischen Schienenmarkt tätig ist hingegen die ungarische Magyar Maganvasut (MMV), deren Aktivitäten von der in Österreich seit 2016 ansässigen MVV-Rail Austria übernommen wurden. 43 Unternehmen hatten die Berechtigung, im ÖBB-Netz Züge zu fahren. Dazu gehören vier Unternehmen des ÖBB-Konzerns sowie neun Unternehmen mit direkter oder indirekter ausländischer Beteiligung.

Schienen-Control Kommission sorgt für faire Bedingungen auf dem liberalisierten Bahnstrommarkt
Bedeutend war das Jahr 2017 vor allem auch für die Weiterentwicklung des Netzentgeltmodells im Bahnstrombereich. Die ÖBB-Infrastruktur adaptierte und präzisierte das ursprüngliche Modell, um eine genaue Kostenzuweisung bei der Ermittlung der Netzentgelte zu ermöglichen. Die Netzentgelte für 2017 wurden durch die Schienen-Control Kommission im Rahmen eines Wettbewerbsüberwachungsverfahrens überprüft. Dabei stellte die Kommission fest, dass Kosten teilweise mehrfach angesetzt waren und in einigen Fällen Kostenpositionen herangezogen wurden, deren Anerkennung aufgrund der Gesetzeslage nicht möglich ist. Dem Infrastrukturbetreiber wurde daraufhin mit Bescheid aufgetragen, die Tarife zu senken. Tätig wurde die Schienen-Control Kommission u.a. aber auch im Zusammenhang mit den Bahnstromtarifen 2018, die die ÖBB-Infrastruktur im November 2017 kurzfristig um knapp 45% angehoben hatte. Da eine solche kurzfristige Erhöhung veröffentlichter Tarife eine Verletzung der gesetzlichen Bestimmungen darstellt, reagierte die Schienen-Control Kommission umgehend und trug der ÖBB-Infrastruktur mit Bescheid auf, die Tarife auf dem ursprünglichen Niveau zu belassen.

 

 

 

Allgemeine Informationen:
https://www.parlament.gv.at
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