Schulbeginn in Kärnten: 5.596 Taferlklassler
 und viele Bildungsprojekte

 

erstellt am
06. 09. 18
13:00 MEZ

LH Kaiser und Bildungsdirektor Klinglmair präsentierten aktuelle Zahlen – Schwerpunkte sind u.a. Ganztagesschule, Mehrsprachigkeit, Internationalisierung, Digitalisierung
Klagenfurt (lpd) - Im Schuljahr 2018/19 wird es in Kärnten insgesamt 33.472 Pflichtschülerinnen und -schüler geben. Das sind 320 weniger als im Vorjahr. Etwas zurückgegangen, nämlich um 98, ist auch die Zahl der Volksschulkinder. Dafür gibt es bei den Taferlklasslern heuer eine Steigerung: 5.596 Kinder starten neu in die Schule, das sind um 45 mehr als im Vorjahresbergleich. Diese und viele weitere aktuelle Zahlen präsentierten Bildungsreferent Landeshauptmann Peter Kaiser und Bildungsdirektor Robert Klinglmair am 5. September in einer Pressekonferenz. Sie informierten aber auch über bildungspolitische Schwerpunkte wie den Ausbau der Ganztagesschulen, das Schulstandortekonzept sowie Projekte zu Digitalisierung, Internationalisierung oder Mehrsprachigkeit.

Kaiser führte aus, dass im heurigen Schuljahr 5.966 Kinder in Ganztagesschulformen betreut werden. Das seien um 263 bzw. fünf Prozent mehr als im Vorjahr. Kaiser hob die Steigerung bei den ganztägig betreuten Kindern in den letzten sechs Jahren hervor: Von 2012 bis 2018 sei ihre Zahl von 2.461 auf eben 5.966 gestiegen, also um 142 Prozent mehr. Nehme man auch die heuer 3.953 in Horten betreuten Kinder dazu, würden sogar 9.613 Schülerinnen und Schüler in Kärnten ganztägig betreut. „Gemessen an der Gesamtschülerzahl sind das 29 Prozent aller Kinder im Pflichtschulbereich“, betonte Kaiser.

Dezidiert angesprochen wurde von Kaiser der sonderpädagogische Förderbedarf, der aktuell für 1.845 Schülerinnen und Schüler bestehe. „Hier erbringen wir Leistungen gemäß einem Bundesgesetz, trotzdem werden Kosten auf Länder und Gemeinden hin verlagert“, übte er Kritik am Bund. Dieser gehe nämlich bei der finanziellen Abgeltung des zusätzlichen Lehrebedarfs von 2,7 mit sonderpädagogischem Förderbedarf pro 100 Schülerinnen und Schüler, einer längst überholten Zahl aus 1992, aus. Tatsächlich hätten in Kärnten 4,3 von 100 Schülerinnen und Schülern sonderpädagogischen Förderbedarf. Über die Hälfte des Lehrerüberhanges von 350 ergebe sich aus diesem Umstand.

„Mindestens ein Schulstandort in jeder Gemeinde“, nannte Kaiser nochmal die Grundintention des Schulstandortekonzepts. Derzeit gebe es in Kärnten 308 Standorte inklusive Exposituren. Im Vergleich zu 2017/18 sei nur die NMS 7 in Klagenfurt weggefallen, sie werde nunmehr von der NMS 12 mitgeführt. „Wir investieren in moderne Schulgebäude und Bildungsangebote“, so Kaiser. Zu den Bildungszentren und Bildungscampussen, 27 wurden seit 2015 umgesetzt bzw. sind gerade in Umsetzung, sagte er: „Wir ballen hier pädagogische Angebote, verbunden mit baulicher Qualität, gesunder Ernährung und intelligentem Sparen.“

In Bezug auf die ab 2019/20 rechtlich verbindlichen Deutschförderklassen informierte Kaiser darüber, dass voraussichtlich 31 mit insgesamt 551 Schülerinnen und Schülern zustande kommen werden. 25 davon würden sich in den Städten Klagenfurt und Villach befinden. Man gehe von zusätzlich benötigten 45 Sprachförderlehrern aus. Auch hierzu äußerte der Landeshauptmann eine Kritik am Bund: „Uns werden dafür Klassenräume fehlen, auch dieses Bundesgesetz bedeutet zusätzliche Kosten zu unseren Lasten.“

Bildungsdirektor Klinglmair informierte über den Bereich der Allgemeinbildenden Höheren Schulen (AHS) und Berufsbildenden Mittleren und Höheren Schulen (BMHS). In beiden zusammen betrage die Gesamtschülerzahl 26.865, das seien um 55 weniger als im Vorjahr. Während die BMHS um 271 Schülerinnen und Schüler weniger besuchen, seien es im AHS-Bereich um 216 mehr. Die Zahl der Lehrkräfte in beiden Bereichen wurde mit 2.846 angegeben, 100 davon sind laut Klinglmair neue Lehrerinnen und Lehrer.

Als Schwerpunkte für das aktuelle Schuljahr nannte er die Einrichtung der Bildungsdirektion bis zum 1.1.2019, die Schulautonomie, den weiteren Ausbau der schulischen Ganztagesbetreuung – diese gibt es laut dem Bildungsdirektor derzeit an 18 Standorten im Bundesschulbereich. Mit eigenen Projekten solle der Fokus im Pflichtschulbereich verstärkt auf Lesen und Grundkompetenten gelegt werden. Im Bereich der HTL liegen die Schwerpunkte laut Klinglmair bei Industrie 4.0 und Digitalisierung, die Bundeshandelsakademien werden eine klarere Profilbildung bekommen und sich noch stärker mit der Wirtschaft vernetzen, der Bildungsdirektor nannte hier stellvertretend die Industrie-HAK Althofen. In der BAfEP Klagenfurt werde für den „Helfer/innenberuf“ eine dreijährige Fachschule eingerichtet. Konzentrieren wolle man sich u.a. auch auf die Nahtstelle NMS-BORG, um die Drop-out-Quote an den BORGs zu reduzieren. Klinglmair führte als weitere Schwerpunkte Mehrsprachigkeit (das Minderheitenschulwesen feiert heuer sein 60-Jahr-Jubiläum), Internationalisierung, digitale Grundbildung und digitale Kompetenzen an.

Bei der Pressekonferenz waren auch Bildungsabteilungsleiterin Gerhild Hubmann und Lehrer-Personalvertreter LAbg. Stefan Sandrieser anwesend.

 

 

 

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