Alpine Esskultur soll immaterielles
 UNESCO-Weltkulturerbe werden

 

erstellt am
05. 10. 18
13:00 MEZ

Konferenz zum Interreg-Projekt „AlpFoodway“ in Innsbruck
Innsbruck (lk) - Nachdem kürzlich die Aufnahme der Tiroler Flurnamen sowie der traditionellen Rieselbewässerung des Tiroler Oberlandes in das Register des immateriellen UNESCO-Weltkulturerbes beantragt wurde, wird dies nunmehr auch für die Kultur alpiner Lebensmittel angestrebt.

Im Interreg-Programm „AlpFoodway“ werden die Vorarbeiten dafür geleistet. 14 Partner aus sechs Alpenländern, darunter die Universität Innsbruck/Institut für strategisches Management, Marketing und Tourismus, arbeiten derzeit daran, regionale Lebensmittel aus den Berggebieten zu erfassen und Herstellungs- und Zubereitungsmethoden sowie die damit einhergehenden Fertigkeiten, Gerätschaften und Traditionen zu dokumentieren. Der aktuelle Projektstand wurde kürzlich bei einer Konferenz im Rahmen des Tiroler Vorsitzes in der EU-Alpenraumstrategie EUSALP in Innsbruck präsentiert.

Weltkulturerbe Rückenwind für Initiativen
Unterstützung für das Vorhaben von „AlpFoodway“ kommt von Tirols LHStv Josef Geisler: „Die Aufnahme der alpinen Ernährungskultur als immaterielles UNESCO-Weltkulturerbe kann das Bewusstsein für die Besonderheit und den Wert der alpinen Landwirtschaft mit ihren Lebensmitteln, Bewirtschaftungsmethoden und Traditionen stärken.“ Die konkreten Projekte müssten aber von den Regionen ausgehen. Als Beispiel nennt Geisler die Renaissance des Getreideanbaus in Tirol in Zusammenarbeit mit einer Bierbrauerei. Auch brauche es Unterstützung etwa bei Logistik und Marketing, wie das in Tirol in vielen Fällen über die Agrarmarketing passiere.

Lebensmittel mit Emotion und Geschichte
Dass ohne Marketing bei der In-Wert-Setzung regionaler Produkte aus den Alpen nichts geht, darin sind sich die ExpertInnen von AlpFoodway einig. „Wir wollen die Seele der Produkte zeigen und die Geschichten, die dahinterstecken, erzählen“, erklärt Diego Rinallo von der Kedge Business School in Marseille. Schlussendlich gehe es darum, Lebensmittel und Kultur zu verknüpfen, Wertschöpfungsketten zu etablieren und höhere Preise für wertvolle Lebensmittel aus den alpinen Regionen zu erzielen. Denn es werde immer jemanden geben, der billiger und mehr produzieren kann. In diese Kerbe schlägt auch LHStv Geisler, der überzeugt ist: „Der Wert der Lebensmittel steigt mit der Emotion.“ Die Bedeutung der professionellen Vermarktung unterstreicht auch der Schweizer Buchautor und Essensforscher Dominik Flammer und hebt die Stärken des Alpenraums hervor: „Wir haben eine gigantisch große kulinarische Vielfalt im Alpenraum, die wir wieder entdecken müssen.“ Diese Vielfalt biete sowohl für die Landwirtschaft als auch für die Gastronomie ein unglaubliches Potenzial.

 

 

 

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