Weitere Aufwertung des Pflegeberufs in Tirol

 

erstellt am
22. 10. 18
13:00 MEZ

Maßnahmenpaket soll Berufsnachwuchs für Heime und Sprengel sichern
Innsbruck (lk) - Mit einem Treffen der BürgermeisterInnen des Außerfern ging vergangene Woche die Regionalkonferenz-Tour von Pflegelandesrat Bernhard Tilg durch alle Tiroler Bezirke zu Ende. Dabei wurde nicht nur die bedarfsgerechte Weiterentwicklung des Strukturplanes Pflege in Sachen mobiler und stationärer Betreuung diskutiert: Auch wurde der Pflegeplan einer Evaluierung unterzogen und die Zwischenergebnisse mit den GemeindevertreterInnen sowie Obleuten der Planungsverbände diskutiert.

„Wir sind uns bewusst, dass dieses zielorientierte Strategiepapier für pflegebedürftige Menschen und deren Angehörige von qualifizierten und motivierten Pflegekräften mit Leben erfüllt werden muss. Daher haben wir ein begleitendes Maßnahmenpaket entwickelt, um diesen Beruf für junge Menschen, aber auch für Wiedereinsteigerinnen und -einsteiger ganz besonders attraktiv zu machen“, erläutert LR Bernhard Tilg gemeinsam mit Gemeindeverbandspräsident Ernst Schöpf, Innsbrucks Vizebürgermeister Franz X. Gruber sowie Robert Kaufmann, Obmann der ARGE Tiroler Altenheime.

Einheitliche Entlohnung ab 2020
So wird ab dem Jahr 2020 eine einheitliche Entlohnung für die Pflegearbeit in Heim, Sprengel und Krankenhaus in Tirol eingeführt. „Gleiches Geld für gleiche Leistung beseitigt die bisherigen Lohnunterschiede“, freut sich LR Tilg über diesen neuen finanziellen Anreiz. Bereits 2017 hat das Land Tirol gemeinsam mit dem Tiroler Gemeindeverband und der Stadt Innsbruck eine Gehaltsanpassung für die Pflegeberufe verhandelt und mit den Gewerkschaften paktiert. „Die legistische Umsetzung der Gehaltsanpassung war und ist ein komplexes Vorhaben, welches unter enger Einbindung des Tiroler Gemeindeverbandes derzeit unter Hochdruck vorbereitet wird“, betont der Pflegelandesrat.

Zugang zum Pflegeberuf wird erleichtert
Auch der Zugang zum Pflegeberuf wird erleichtert: Das betrifft die Ausbildung im zweiten Bildungsweg unter Berücksichtigung berufsbegleitender Möglichkeiten und eine unbürokratischere Berufsanerkennung bei ausländischen Diplomen.

Neue wohnortnahe Ausbildung für Pflege
Auf die in Tirol vorbildhaft neu aufgestellte dreistufige Pflegeausbildung ist LR Tilg ganz besonders stolz: „Für die Pflegeassistenz, wofür neun erfolgreich abgeschlossene Schulstufen Voraussetzung sind, über die zweijährige Pflegefachassistenzausbildung bis hin zum akademischen Pflegebachelor entsteht in den Bezirken ein wohnortnahes und praxisorientiertes Bildungsnetzwerk. Regionale Arbeitsmöglichkeiten in Verbindung mit vielfältigen Weiterbildungsmöglichkeiten und vorzüglichen Berufsaussichten machen den Pflegeberuf in ganz Tirol attraktiv.“

Meldung von offenen Stellen beim AMS
Darüber hinaus hält es Landesrat Tilg für notwendig, eine Meldepflicht von Heimen sowie Pflege- und Betreuungsorganisationen für offene Stellen an das Arbeitsmarktservice (AMS) einzuführen, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Auf diese Weise könnte das AMS die für Mangelberufe sonst üblichen Fördermaßnahmen ergreifen.

Personalbedarfserhebung in Umsetzung
Ebenso soll ein kontinuierliches, regionales und umfassendes Monitoring des Personalbedarfs durchgeführt werden. „Derzeit findet in allen Bezirken eine Personalbedarfserhebung statt. 2019 werden die Ergebnisse der Erhebung feststehen. Ziel ist es, die personellen Kapazitäten in den Bezirkskrankenhäusern, Wohn- und Pflegeheimen und Einrichtungen der mobilen Dienste zu erfassen, um mit einer entsprechenden Anzahl an Ausbildungsplätzen und Auszubildenden den künftigen Personalbedarf abdecken zu können“, so Pflegelandesrat Tilg. Außerdem soll eine Imagekampagne mit gezielten Informationsveranstaltungen in Schulen und anderen Bildungseinrichtungen dazu beitragen, den Pflegeberuf in all seinen Facetten darzustellen.

Gemeindeverband, Stadt Innsbruck und ARGE Altenheime
„Es ist von essentieller Bedeutung junge Menschen und insbesondere Wiedereinsteigerinnen und Wiedereinsteiger für eine Pflegeausbildung zu motivieren. Daher setzt das Land Tirol derzeit ein Bündel von Maßnahmen zur Attraktivierung des Pflegeberufs um, unter anderem den Grundsatz der gleichen Entlohnung für die gleiche Leistung. Die Vereinheitlichung der Gehälter im Bereich der mobilen Pflege der Gesundheitssprengel und stationären Pflege in den Heimen sowie der Krankenhäuser garantiert die finanzielle Gleichbehandlung des Pflegeberufs in Tirol. Die Finanzierung der Gehälter erfolgt durch das Land Tirol, die Tiroler Gemeinden sowie der Stadt Innsbruck“, ergänzt Ernst Schöpf, Präsident des Tiroler Gemeindeverbandes.

„Mit der Bildungsoffensive für Pflegeberufe wird einerseits dem Mangel auf diesem Berufsfeld entgegengearbeitet und andererseits die Pflege langfristig gesichert. Die Pflege ist in der Stadt Innsbruck sehr gut aufgestellt, es fehlt aber derzeit an Personal. Wir brauchen auch in Zukunft mehr Menschen, die sich für einen Pflegeberuf entscheiden“, stellt der Innsbrucker Vizebürgermeister Franz X. Gruber klar.

Für den Obmann der ARGE Tiroler Altenheime sind Maßnahmen im Bereich der Information, der Anwerbung und Erleichterung der Beschäftigung für Pflegende aus dem Ausland, der Unterstützung vor und während der Ausbildung und ein umfassendes Personalmonitoring unerlässlich. „Es freut uns, dass erste Schritte in die richtige Richtung gesetzt wurden. Es wird aber auch in Zukunft notwendig sein, gemeinsam alle Möglichkeiten zur Gewinnung von Menschen auszuschöpfen, die im Pflegebereich arbeiten möchten und können. Dabei sind auch neue Wege in der Pflegeausbildung anzudenken“, so Robert Kaufmann.

„Pflege betrifft uns alle. Es geht um die Zukunft. Viele Familien, Pflegebedürftige und Angehörige sind in Tirol davon betroffen. Der Wert der Tiroler Zivilgesellschaft wird daran gemessen, wie wir mit unsere älteren Mitbürgerinnen und -bürgern, Kranken und Schwachen umgehen. Es ist unsere Verpflichtung hier gut vorzusorgen und den Menschen Sicherheit zu geben, in Geborgenheit älter und nicht alleine gelassen zu werden“, so Landesrat Tilg abschließend.

 

 

 

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