Kunst Haus Wien präsentiert „EOOS. Liquid Gold“

 

erstellt am
19. 10. 18
13:00 MEZ

Eine Hommage der Wiener Designer EOOS an Hundertwassers ökologisch-künstlerische Pionierarbeit
Wien (kunsthauswien) - Das Kunst Haus Wien, ein Museum der Wien Holding, präsentiert mit „EOOS. Liquid Gold“ von 18. Oktober 2018 bis 13. Januar 2019 eine Ausstellung, die Ideen und Nutzen von Wasserreinigungssystemen für Designprojekte aufgreift.

Zukunftsweisende Technologien für umweltfreundliche Toilettenkonzepte
Ein Drittel der Weltbevölkerung lebt ohne Toilette, was fatale Folgen für Hygiene und Trinkwasserversorgung mit sich bringt. Deshalb wird international an innovativen Toilettenkonzepten gearbeitet, die auch ökonomische und ökologische Vorteile bringen. Das Wiener Designstudio EOOS (Martin Bergmann, Gernot Bohmann und Harald Gründl) setzt sich seit vielen Jahren mit der Weiterentwicklung von Toilettensystemen auseinander. Ihre, mit dem Schweizer Wasserforschungsinstitut Eawag entwickelte Urinseparationstoilette „Blue Diversion Toilet“ wurde 2012 von der Bill und Melinda Gates Foundation ausgezeichnet.

Das Kunst Haus Wien hat EOOS eingeladen, im Rahmen einer Ausstellung in der Garage ihr themenbezogenes Recherchematerial mit Informationen, Fotografien und Objekten rund um Idee und Nutzen von Pflanzenkläranlagen für Urinale zu präsentieren: Von der Technologie der Hydrobotanikerin Käthe Seidel, über die Anwendung durch Friedensreich Hundertwasser mit Zeichnungen und Prototypen von Pflanzenkläranlagen bis hin zu einem 1:1 Modell eines Pflanzen-Urinals für den öffentlichen Raum.

Hundertwassers selbst gebaute Pflanzen-Toilette
Im Zuge ihrer Recherchen zum Thema sind EOOS unter anderem auf Friedensreich Hundertwasser gestoßen, der sich intensiv mit Pflanzenkläranlagen für verunreinigtes Wasser beschäftigte. Dieser hat in seinen Häusern und Ateliers Toiletten installiert, bei denen Sumpfpflanzen zur Wasserreinigung zum Einsatz kamen. Die Technologie, auf die Hundertwasser dabei zurückgriff, wurde von der deutschen Hydrobotanikerin Käthe Seidel (1907 - 1990) entwickelt. Ihre Forschung für Pflanzenkläranlagen inspirierte die Umweltbewegung der 1980er Jahre und auch Hundertwasser nachhaltig. Seinen Gästen führte der Künstler gerne die Wirkweise der selbst gebauten Anlage vor und trank einen Schluck Wasser aus der letzten Kaskade der Pflanzenbecken, in die er zuvor uriniert hatte. Dokumentationsmaterial und Faksimiles aus dem Hundertwasserarchiv zeugen davon.

Prototyp eines autarken Pflanzen-Urinals für öffentlichen Raum geplant
Herzstück der Ausstellung ist der Prototyp eines autarken Urinals auf Basis einer Pflanzenkläranlage für den öffentlichen Raum. Entwickelt wurde es vom Wiener Forschungsinstitut alchemia-nova, das vom Chemiker und Umweltaktivisten Hanswerner Mackwitz gegründet wurde. Der Prototyp kann täglich bis zu 250-mal benutzt werden, was einem Volumen von etwa 60 Litern Urin entspricht. Der Urin wird dazu mit dem im System der Pflanzenreinigungsanlage befindlichen Wasser vermengt und innerhalb von acht Wasserbecken auf vier Ebenen mit speziellen Pflanzen aufbereitet. Das so gereinigte Wasser kann in Folge wieder für die Spülung der Urinale verwendet werden. So kann das Urinal unabhängig von Wasserzufuhr und -abfluss funktionieren. Ausgesprochenes Ziel von EOOS ist es, im Anschluss an die Ausstellung den Prototypen im öffentlichen Raum zum Einsatz zu bringen.

Über EOOS
EOOS wurde 1995 von Gernot Bohmann, Martin Bergmann und Harald Gründl gegründet. Die Arbeit von EOOS umfasst Möbeldesign, Produktdesign und Social Design. Das Studio hat mehr als 200 internationale Designpreise bekommen und war neben zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen auch zweimal Teilnehmer bei der Architekturbiennale in Venedig.

 

 

 

Weitere Informationen:
https://www.kunsthauswien.com

 

 

 

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