St. Pöltner bei Pleinair-Kunstaktion in Zittau

 

erstellt am
17. 10. 18
13:00 MEZ

Zittau/St. Pölten (stadt) - Die deutsche Stadt Zittau, im Dreiländereck an der Grenze zu Polen und Tschechien gelegen, bewirbt sich als Europäische Kulturhauptstadt 2025. Der St. Pöltner J. F. Sochurek nahm als einziger Österreicher an einer Impulsveranstaltung anlässlich der Bewerbung, einer sogenannte Pleinair-Aktion unter dem Titel „Grenzraum knüpft Verbindungen“, teil.

Zittau, das seit dem Mittelalter an sich kreuzenden Fernhandelsrouten lag und Mitglied des autonom agierenden 6-Städte-Bundes war, hatte damals den Beinamen „die Reiche“. Rund 3000 Baudenkmäler aus den vergangenen Epochen zeugen davon. Erst im 20. Jahrhundert geriet es durch seine neu entstandene Grenzlage ins Abseits, die Veränderungen infolge der „Wende“ brachten zwar einen optischen Aufschwung, nicht aber einen wirtschaftlichen. Auch der für den ehemaligen Osten Deutschlands typische Bevölkerungsrückgang ist noch nicht endgültig gestoppt. Die Bewerbung zur Kulturhauptstadt soll helfen, dieser Entwicklung entgegensteuern.

Als Impulsveranstaltung für die Bewerbung wurde eine sogenannte Pleinair-Aktion unter dem Titel „Grenzraum knüpft Verbindungen“ vom Landkreis Görlitz und der Stadt Zittau ausgeschrieben. Hatten sich die Einladungen zu Plainairs der vergangenen Jahre eher an lokale Künstler gerichtet, wurde heuer eine internationale Veranstaltung angestrebt und dazu Künstler aus den Nachbarländern zur Bewerbung eingeladen.

Die von der Frankfurter Kuratorin Gisela Hafer geleitete Jury entschied sich für 15 Künstler aus 6 EU-Ländern (Deutschland, Italien, Österreich, Polen, Slowenien und Tschechien). Als einziger österreichischer Vertreter wurde der St. Pöltner J. F. Sochurek ausgewählt.

Grenzen näher bringen
Die Idee des Plainair in der 1. Oktoberwoche war, den Künstlern den Grenzraum, der im Vereinten Europa eigentlich keiner mehr sein sollte, näherzubringen. Dazu wurden interessante Führungen und Exkursionen angeboten – zum Großen Zittauer Fastentuch aus dem 15. Jahrhundert bis zum Stalag VIIIA in Zgorzelec/Görlitz aus dem 2. Weltkrieg. Die dabei gewonnenen Eindrücke konnten die Künstler in diversen Ateliers in Zittau in Kunstwerke unterschiedlicher Technik umsetzen.

J. F. Sochurek hatte bereits im Sommer davor zahlreiche Fotos der Stadt, der gesamten Oberlausitz sowie des polnischen und tschechischen Grenzgebietes gemacht. Er wählte einige Aufnahmen mit Architekturdetails aus, ließ sie auf 140 x 105 cm vergrößern und überschichtete sie vor Ort mittels seiner bevorzugten Techniken (Acrylfarben und Chinatusche, Nopperlfolie u. ä. Materialien) zu den Werken „In Bewegung“, „In Verbindung“, „In Gedanken“ und „In Konstruktion“.

Im April 2019 werden die Ergebnisse des Plainairs zunächst in einer großen Ausstellung in Zittau präsentiert (zu der auch ein Katalog aufgelegt wird) und sollen dann auf Reisen durch Deutschland und die anderen Herkunftsländer der Künstler gehen.

 

 

 

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