Niederösterreichs Exportwirtschaft
 hat Frankreich und China im Visier

 

erstellt am
29. 10. 18
13:00 MEZ

St. Pölten (nöwpd) - Niederösterreichs Wirtschaft will im kommenden Jahr ihre Export-Offensive mit zwei neuen Zielländern anreichern. Speziell angepeilt werden im Schulterschluss zwischen dem Land, ecoplus international sowie der NÖ Wirtschaftskammer und der NÖ Industriellenvereinigung Frankreich und China. „Wir sehen Turbulenzen und schwierige Rahmenbedingungen in vielen Ländern“, erklärt Wirtschaftslandesrätin Petra Bohuslav mit Verweis auf die Türkei, die USA, aber auch die Situation in Italien und den „Brexit“. Dennoch sei Niederösterreichs Exportwirtschaft sehr gut aufgestellt. 2017 sind aus Niederösterreich Waren und Dienstleistungen im Wert von 21,8 Milliarden exportiert worden. „Mittlerweile sind wir Österreichs zweitwichtigstes Export-Bundesland nach Oberösterreich“, so Bohuslav. 40 Prozent des blau-gelben Brutto-Regionalprodukts werden im Export lukriert, „was 40 Prozent unseres Arbeitsmarkts absichert“.

Damit das auch so bleibt und noch verbessert wird, will man im nächsten Jahr die Fühler verstärkt nach Frankreich und China ausstrecken. Frankreich liegt im Ranking der niederösterreichischen Exportmärkte derzeit auf Platz 9. Bei einem Exportvolumen von 725 Millionen Euro sehen die Experten von ecoplus international noch „Luft nach oben“. Bis 2023 will man ein Exportvolumen von 815 Millionen Euro erreichen, was ein jährliches Plus von drei Prozent wäre. Punkten wollen die Niederösterreicher vor allem mit Mechatronik, Maschinen und Anlagen, Umwelt- und Agrartechnologie.

IV-NÖ-Präsident Thomas Salzer zeigt aber auf, dass die Chancen sehr vielfältig sein können. Sein Papier-Unternehmen hat mit hochwertigen Buchpapieren in Frankreich schon jetzt einen Marktanteil von 60 Prozent. „Jedes 2,5. Buch wird auf unserem Papier gedruckt“, rechnet er vor. Frankreich sei für ihn der zweitwichtigste Exportmarkt.

Der Wirtschaftsriese China rangiert in der NÖ Export-Statistik derzeit auf Rang 15. Das Exportvolumen von derzeit rund 400 Millionen Euro soll bis 2023 auf mehr als 500 Millionen anwachsen. Derzeit sind 95 Betriebe aus Niederösterreich auf dem chinesischen Markt vertreten, darunter etwa der Auto-Zulieferer ZKW oder Waffelmaschinen-Haas in Leobendorf. Für 2019 ist eine „Türöffner-Reise“ einer Wirtschaftsdelegation mit Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner nach Shanghai, Hongkong und in die Partner-Provinz Zheijang geplant.

Die Bedeutung, die die weltweit 110 Standorte der Außenwirtschaftsorganisation der Wirtschaftskammer für die Exportbetriebe haben, rückte WKNÖ-Vizepräsident Christian Moser ins Licht. 35 dieser Außenstellen erweisen sich inzwischen als Trendscouts und Innovations-Center, die den heimischen Betrieben Zugang zu höchstrangigen Forschungspartnern verschaffen, wie dem MIT in Boston, der Stanford-Universität in Kalifornien, der ETH in Zürich oder dem deutschen Fraunhofer-Institut. „Unser Innovations-Center ermöglicht interessierten Betrieben beispielsweise die Teilnahme an einem Workshop für 3D-Druck an der Stanford-Universität zu einem Betrag von 300 Euro, bei Marktkosten um die 6.000 Euro“, so Christian Moser.

Eine Studie habe gezeigt, dass Exportbetriebe um 72 Prozent mehr investieren als Unternehmen, die nicht exportieren. Salzer sprach sich in diesem Zusammenhang explizit gegen Handelsbeschränkungen aus: „Ein freier Handel führt zu mehr Produkt-Vielfalt und zu sinkenden Preisen. Aus Sicht der Industrie ist der Freihandel ein entscheidender Motor für Wirtschaftswachstum“. Niederösterreichs Industrie weise im Schnitt einen Exportanteil von 48,8 Prozent auf, „viele Betriebe haben aber Exportquoten von mehr als 90 Prozent.“

 

 

 

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