Nachfrage nach Tiroler Bergsommer bleibt gut

 

erstellt am
25. 10. 18
13:00 MEZ

Sommertourismus in Tirol entwickelt sich weiter positiv – Ankunfts- und Nächtigungszahlen ebenso gestiegen wie Wertschöpfung – Zuversicht für kommende Wintersaison
Seefeld/Innsbruck (tirol werbung) - Die Zwischenbilanz nach fünf von sechs Monaten der Sommersaison, die rund 90 Prozent der gesamten Sommernächtigungen repräsentieren, setzt einen positiven Trend im Tiroler Tourismus fort. Seit 2009 gehen die Nächtigungszahlen im Sommer kontinuierlich nach oben. 19,6 Millionen Übernachtungen in den Monaten Mai bis September 2018 bedeuten gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 2,9 Prozent und den höchsten Wert seit 1993. Damals wurden 20,7 Millionen Nächtigungen gezählt. Die Ankünfte haben im Vergleich zu 2017 um 4,5 Prozent auf 5,5 Millionen zugelegt. „Diese Entwicklung ist erfreulich, zumal sie eine langfristige, positive Entwicklung fortsetzt“, resümiert Tirols Landeshauptmann und Tourismusreferent Günther Platter. „Allerdings sagen Ankunfts- und Nächtigungszahlen nichts über den wirtschaftlichen Erfolg des Tourismus aus. Daher ist es mir besonders wichtig, dass auch die Wertschöpfung für unser Land nach ersten Berechnungen um 4,6 Prozent auf 1,54 Milliarden Euro zugelegt hat.“ Eine gute Wertschöpfung bilde die Grundvoraussetzung, damit die heimischen Unternehmerinnen und Unternehmer in Personal und Infrastruktur investieren können, so Platter. Das Ergebnis spiegelt sich auch im Tourismusbarometer wider, einer repräsentativen Befragung von Tiroler Beherbergungsbetrieben: 84 Prozent zeigen sich mit dem wirtschaftlichen Erfolg der aktuellen Sommersaison sehr zufrieden bzw. zufrieden. Im Vorjahr waren es 77 Prozent gewesen.

Deutsche Gäste bringen Wachstum
Zu verdanken ist die positive Entwicklung im bisherigen Sommer zu einem großen Teil den deutschen Gästen, auf deren Konto rund jede zweite Nächtigung in Tirol geht. Ihre Übernachtungen nahmen um 470.000 (+4,6%) auf 10,6 Millionen zu, die Ankünfte um 150.000 (+6,1%) auf 2,7 Millionen. Ebenfalls positiv entwickelt hat sich der Heimmarkt. 2,0 Millionen Nächtigungen von österreichischen Gästen bedeuten ein Plus von 3,3 Prozent. Innerhalb Österreichs sind die Tirolerinnen und Tiroler mit 395.000 Nächtigungen mittlerweile der wichtigste Quellmarkt. Rückgänge gab es am niederländischen Markt um 2,9 Prozent auf 1,5 Millionen Nächtigungen sowie bei den Schweizer Gästen um 1,1 Prozent auf 1,1 Millionen Übernachtungen.

Ergebnis einer langfristigen Strategie
Für Tirol Werbung-Geschäftsführer Josef Margreiter ist die positive Entwicklung im heurigen Sommer das Ergebnis einer langfristigen Strategie: „Nach einer langen Rezessionsperiode hat die Branche in den späten 1990er-Jahren das Potenzial der alpinen Sommerfrische wiederentdeckt und das Angebot seither mit viel Innovationskraft weiterentwickelt. Darüber hinaus haben im heurigen Sommer die gute Wirtschaftslage in unseren wichtigsten Quellmärkten sowie das schöne und überdurchschnittlich warme Wetter maßgeblich zum Erfolg beigetragen.“ Margreiter rechnet mit einer Fortsetzung der guten Nachfrage: „Gerade im Sommer werden wir zukünftig mit unserem gesunden Klima punkten können und der Aktivurlaub in den Alpen wird immer attraktiver – vor allem dort, wo beste Leistungsangebote und Qualitäten zu finden sind.“

Wermutstropfen Aufenthaltsdauer
Einen Wermutstropfen bildet die neuerlich gesunkene Aufenthaltsdauer, welche unter anderem aus der Zunahme von Kurzreisen resultiert. Sommerurlauber bleiben im Schnitt 3,6 Tage in Tirol, das bedeutet einen Rückgang um 0,1 Tage gegenüber 2017. „Unser Ziel muss sein, die Produkte so interessant zu gestalten, dass die Gäste wieder länger im Land bleiben“, sagt Mario Gerber, Fachgruppenobmann für die Hotellerie in der Tiroler Wirtschaftskammer. Daneben gelte es auch den Preis im Sommer weiter nach oben zu bringen. Die Branche verkaufe sich angesichts der hohen Qualität teilweise unter Wert.
Positive Aussichten für den Winter

Die gute Nachfrage aus dem Sommer soll sich auch im Winter fortsetzen. „Laut Tourismusbarometer sind vier von fünf Betrieben mit der Buchungslage für den kommenden Winter sehr zufrieden oder zufrieden“, erläutert Ingrid Schneider, Leiterin urlaub.tirol in der Tirol Werbung. Dazu trage auch die Ferienlage bei, die abgesehen von einem späten Ostertermin günstig sei.

Damit einhergehend ist die Umsatzerwartung der Betriebe ebenfalls positiv. 60 Prozent rechnen damit, die Umsätze aus dem Vorjahr halten zu können, fast drei von zehn Betrieben erwarten sogar ein Umsatzplus. Nur jeder Zehnte rechnet mit Einbußen.

Etwas verhaltener zeigt sich die Branche bei der Investitionsbereitschaft. Knapp die Hälfte der Betriebe will gleich viel investieren wie im Vorjahr, fast jeder Fünfte sogar mehr. Auf der anderen Seite planen drei von zehn Betrieben ihre Investitionen gegenüber dem Vorjahr zu verringern.

Nordische Ski WM als Impuls
Von 19. Februar bis 3. März finden die FIS Nordischen Ski Weltmeisterschaften Seefeld 2019 statt. Für Landeshauptmann Platter ist diese Großveranstaltung ein wichtiger Qualitätsimpuls für den heimischen Tourismus: „Seefeld ist über die Grenzen hinaus als nordisches Zentrum bekannt. Mit der WM gehen weitere Verbesserungen in der Qualität der Infrastruktur einher – von den Loipen bis hin zum Bahnhof. Das kommt nicht nur dem Tourismus, sondern auch der einheimischen Bevölkerung zugute.“

Laut ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel ist die WM auf Schiene: „Wir haben bei der FIS Final Inspection, die gestern in Seefeld stattgefunden hat, Anerkennung für unsere Arbeit bekommen.“ Dass der nordische Sport boomt, lässt sich auch an der Nachfrage nach Eintrittskarten ablesen. „Bereits jetzt sind mehr als 100.000 Event-Tickets verkauft. Insgesamt rechnen wir als Veranstalter mit 200.000 Besuchern bei den Bewerben in Seefeld und am Innsbrucker Bergisel“, so Schröcksnadel.

 

 

 

zurück

 

     

Die Nachrichten-Rubrik "Österreich, Europa und die Welt"
widmet Ihnen der
Auslandsösterreicher-Weltbund

 

 

 

Kennen Sie schon unser kostenloses Monatsmagazin "Österreich Journal" in vier pdf-Formaten? Die Auswahl finden Sie unter http://www.oesterreichjournal.at