Kärnten: Kunst und Kultur erhalten höheren Stellenwert

 

erstellt am
14. 11. 18
13:00 MEZ

LH Kaiser: „Erstmals keine Kürzungen im Kulturbudget“ – Kulturpreisverleihung am 10. Dezember 2018 – Schwerpunkte 2019: Kinder- und Jugendtheater sowie grenzüberschreitende Zusammenarbeit
Klagenfurt (lpd) - Seit seiner Konstituierung vor rund einem Monat arbeitete das Kärntner Kulturgremium an seinen kulturellen Zukunftsplänen für Kärnten. Diese von den acht Fachbeiräten des Gremiums (Baukultur, Bildende Kunst, Darstellende Kunst, Elektronische Medien – Fotografie und Film, Literatur, Musik, Volkskultur, Wissenschaft) ausgearbeiteten Anliegen wurden am 13. November von Landeshauptmann und Kulturreferent Peter Kaiser sowie dem Vorsitzenden des Kulturgremiums, Universitätsdekan Erich Schwarz, und dem Leiter der neu geschaffenen Kulturabteilung, Igor Pucker, der Öffentlichkeit präsentiert.

Kaiser dankte Schwarz für die Übernahme des Gremiumsvorsitzes und betonte die wichtige Arbeit der in den Fachbeiräten tätigen Expertinnen und Experten. „32 Mitglieder und 32 Ersatzmitglieder – also 64 Menschen – stellen ihr kulturelles Spezialwissen der Kärntner Bevölkerung zur Verfügung.“ Kaiser betonte, man spiegle mit der Einrichtung einer eigenen Kunst- und Kulturabteilung des Landes den Stellenwert der Kunst und Kultur in der Kärntner Gesellschaft wider. Das Kulturgremium solle als kritisches Reflexionszentrum gesehen werden, so der Landeshauptmann. „Ich stelle mich gerne den Empfehlungen des Gremiums und wenn diese machbar sind, werden wir versuchen, diese aufzugreifen. Ich sage aber auch ganz offen, dass wir nicht in der Lage sein werden alle finanziellen Forderungen im ersten Anlauf zu bewältigen“, so Kaiser, er strich aber eines heraus: „Es ist gelungen, im kommenden Budget erstmals keine Kürzungen des Kunst- und Kulturbudgets durchführen zu müssen.“ Zudem sollte es laut Kaiser vermehrt zu Kooperationen zwischen den Kultur-Institutionen kommen, könnten z.B. Örtlichkeiten von mehreren Kulturschaffenden gemeinsam genutzt werden, Sach- und Logistikleistungen effizienter gestaltet werden, um die Arbeit zu erleichtern. „Auch die mehrjährigen Förderverträge, deren Ausarbeitung finalisiert wird, sobald das Budget 2019 vom Kärntner Landtag beschlossen wird, sollten zu einer verbesserten Planbarkeit und Sicherheit der Kunst- und Kulturschaffenden beitragen“, so Kaiser weiter.

Der Kulturreferent gab zudem bekannt, dass die Kulturpreisverleihung am 10. Dezember 2018 im Klagenfurter Konzerthaus stattfinden werde. Es handle sich dabei um den Tag der Menschenrechte. „Es ist einer jener Tage, an dem ich mich als Kulturreferent einmal mehr uneingeschränkt zur Freiheit der Kunst bekenne. Ich plädiere für die Freiheit der Kunst in jeder Hinsicht, plädiere aber auch dafür, dass es die Freiheit der Betrachter gibt“, so Kaiser. Das Kulturjahr 2019 werde zudem unter den Schwerpunkt „Kinder- und Jugendtheater“ gestellt. „Es ist uns gelungen, für 2019 erstmals den ‚STELLA-Darstellender.Kunst.Preis für junges Publikum‘ nach Kärnten zu bringen. Diese Preisverleihung werden wir im Oktober 2019 in Kärnten präsentieren können“, so Kaiser. Das Jahr 2020 solle, als mehrfaches Gedenkjahr, in der Kunst und Kultur unter das Motto „Rolle der Kultur in der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit“ gestellt werden.

Kulturgremiumsvorsitzender Erich Schwarz stellte die Ziele der einzelnen Fachbeiräte vor. „Das Kärntner Kulturgremium ist zur Beratung in grundsätzlichen und bedeutsamen Fragen der Kulturpolitik verantwortlich. Es ist ein unabhängiger Beirat, viele Empfehlungen und Anregungen, die in den Gremien erarbeitet werden, werden unmittelbar dem Kulturreferenten mitgeteilt“, informierte Schwarz. So werde im Bereich der Baukultur die Implementierung und Finanzierung eines Beirats externer Berater gefordert, um einen kritischen Umgang mit den Ressourcen Landschaft und wertvoller Baustruktur sicherzustellen. Dies sei in Tirol bzw. Südtirol bereits gelebte Praxis. In der Bildenden Kunst sei die Schaffung einer personellen Zuständigkeit innerhalb der Kulturabteilung für die Umsetzung permanenter bzw. temporärer künstlerischer Projekte im öffentlichen Raum das Ziel. Subventionserhöhungen für den Großteil der freien Theater- und Tanzschaffenden und die Bereitstellung von mindestens drei Probenräumen in Kärnten sehen die Pläne des Fachbeirats für Darstellende Kunst vor. Im Bereich der Elektronischen Medien, der Fotografie und des Films werde es seitens des Fachbeirats begrüßt, dass es gelungen sei in Kärnten eine institutionalisierte Filmförderung zu installieren, diese solle budgetär deutlich erhöht werden. Eine dauerhafte Etablierung eines Förderstipendiums im Bereich Lyrik beansprucht der Fachbeirat für Literatur. Der Fachbeirat für Musik strebt eine deutliche Aufstockung des Budgets für die freie Szene an. Der Fachbeirat für Volkskultur empfiehlt der Kulturpolitik eine intensivere Vernetzung der unterschiedlichen Kultursparten und eine Forcierung interdisziplinärer Projekte. Ziel des Fachbeirats für Wissenschaft wiederum ist die dauerhafte Etablierung eines Förderstipendiums für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, deren Forschungsprojekt sich dem Alpen-Adria-Raum widmet.

Igor Pucker, provisorischer Leiter der Kulturabteilung, betonte die wichtige Expertise der 64 Personen im Kärntner Kulturgremium. „Wir befinden uns in ständiger Kommunikation mit diesem Gremium“, so Pucker. Das Zusammenwirken des Kulturgremiums mit der Kulturabteilung sei etwa bei der Entwicklung des Projekts rund um das neue Haupthaus des Rudolfinums spürbar gewesen, so Pucker.

 

 

 

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